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Münchner Sicherheitskonferenz : „Wir brauchen mehr Kampfpanzer und weniger Denkfabriken“

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Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki bei der Münchner Sicherheitskonferenz im Gespräch mit Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz Bild: EPA

Am zweiten Tag der Münchner Sicherheitskonferenz haben sich zahlreiche ranghohe Politiker im Minutentakt am Rednerpult abgewechselt. Die besten Zitate aus ihren Reden im FAZ.NET-Überblick.

          Vier Stunden Weltpolitik mit Regierungschefs, Ministern, einem EU-Kommissionspräsidenten und einem Nationalen Sicherheitsberater: Am zweiten Tag der 54. Münchner Sicherheitskonferenz sprachen sie über die Rolle Europas in der Welt und globale Herausforderungen wie Krieg, Terror und Cyberkriminalität – aber nicht nur.

          Sigmar Gabriel, geschäftsführender Außenminister

          Schwerpunkte: Werben für eine starkes Europa angesichts der weltpolitischen Umwälzungen, Kritik an der Schwäche der EU, Aufruf zur Verbesserung der transatlantischen Beziehungen, Zweifel an der finanziellen Selbstverpflichtung der Nato-Staaten bei den Verteidigungsausgaben

          Zitat, das im Gedächtnis bleibt: „Europa ist nicht alles, aber ohne Europa ist alles nichts.“

          Rhetorik: selbstbewusst, Bewerbung für weitere Amtszeit als Außenminister

          Theresa May, britische Premierministerin

          Schwerpunkte: Werben für enge Sicherheitspartnerschaft mit der EU nach dem Brexit, Betonung des Zusammenhangs zwischen innerer Sicherheit und Außenpolitik

          Zitat, das im Gedächtnis bleibt: „Europas Sicherheit ist unsere Sicherheit.“

          Rhetorik: selbstbewusst, aber humorlos

          Jean-Claude Juncker, EU-Kommissionspräsident

          Schwerpunkte: Werben für Emanzipation der EU bei Verteidigungs- und Sicherheitspolitik ohne Nato-Partnerschaft zu belasten, Appell für eine Reform der Entscheidungsprozesse in der EU

          Zitat, das im Gedächtnis bleibt: „Es gibt in Europa mehr Helikopter-Hersteller als Regierungen, die diese kaufen.“

          Rhetorik: typisch Juncker

          Mateusz Morawiecki, Ministerpräsident Polens

          Schwerpunkte: Mahnung für verstärkte Verteidigungsausgaben der EU und Deutschlands

          Zitat, das im Gedächtnis bleibt: „Wir brauchen mehr Kampfpanzer und weniger Denkfabriken. Von denen haben wir genug.“

          Rhetorik: uninspiriert

          Sebastian Kurz, Bundeskanzler Österreichs

          Schwerpunkte: Stärkung der EU-Außengrenzen, Appell für die Konzentration auf eine gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik und Reformen bei den Strukturen der EU

          Zitat, das im Gedächtnis bleibt: „Das Motto lautet heute: Nicht die Großen fressen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen.“

          Rhetorik: ernst wie selten

          Edouard Philippe, französischer Ministerpräsident

          Schwerpunkte: Werben für den europäischen Verteidigungspakt, Ankündigung erhöhter Entwicklungs- und Verteidigungsausgaben Frankreichs, Warnung vor Machtbestrebungen Chinas

          Zitat, das im Gedächtnis bleibt: „Europa kann China nicht das gigantische Projekt der neuen Seidenstraße überlassen.“

          Rhetorik: beschwingt, versiert

          Binali Yildirim, türkischer Ministerpräsident

          Schwerpunkte: Verteidigung der türkischen Offensive in Afrin, Vorwurf an Nato-Partner, mit Terroristen zu kooperieren, Bekräftigung der Rechtsstaatlichkeit der Türkei

          Zitat, das im Gedächtnis bleibt: „Wenn es dort terroristische Aktionen gibt gegen unser Land, dann ist es doch klar, dass wir hier die stärkstmögliche Ohrfeige geben.“

          Rhetorik: gemäßigt bis empfindlich bei Kritik

          Sergej Lawrow, russischer Außenminister

          Schwerpunkte: Schuldzuweisung an den Westen für Verschlechterung der gegenseitigen Beziehungen, Forderung nach respektvollem Umgang mit seinem Land

          Zitat, das im Gedächtnis bleibt: „Wir möchten eine berechenbare EU, eine starke EU haben, die ein verantwortungsvoller Akteur ist im außenpolitischen Rahmen weltweit.“

          Rhetorik: eher lieblos

          Herbert Raymond McMaster, Nationaler Sicherheitsberater des amerikanischen Präsidenten Donald Trump

          Schwerpunkte: Kritik am Atomabkommen mit Iran. Drohung an syrischen Präsidenten Baschar al Assad wegen Chemiewaffeneinsätzen, Warnung vor Bedrohung durch „Schurkenregime“ wie Nordkorea oder Iran

          Zitat, das im Gedächtnis bleibt: „Wer in Iran investiert, investiert in die Revolutionsgarden“

          Rhetorik: angriffslustig, mit Anekdoten über die Zeit des Mauerfalls

          Vor dem Hintergrund zahlreicher internationaler Konflikte und Krisen wie etwa dem Syrien-Krieg oder der Bedrohung durch das nordkoreanische Atomprogramm treffen sich zahlreiche Regierungschefs, Minister und Sicherheitsfachleute zur 54. Münchner Sicherheitskonferenz im Hotel Bayerischer Hof.

          Schwerpunkte des hochkarätig besetzten Forums sind unter anderem Zukunft und Handlungsfähigkeit der EU, aber auch die Beziehungen zwischen Russland und den Vereinigten Staaten sowie die zahlreichen Konflikte in Nahen Osten, aber auch Abrüstungsfragen.

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