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F.A.Z. exklusiv : Bundeswehr will „Ankerarmee“ für kleine Nato-Partner werden

Ein deutscher Kampfpanzer Leopard 2 fährt bei einer deutsch-militärischen Übung Mitte Januar über den Truppenübungsplatz Jägerbrück bei Torgelow. Bild: dpa

Deutschlands Streitkräfte sollen zum zentralen Bezugspunkt für kleinere Partner werden. Rumänien und die Tschechische Republik wollen Teile ihrer Heerestruppen in die Kommandostruktur der Bundeswehr einbinden.

          Die Bundeswehr entwickelt sich zur führenden Nato-Armee in Europa. Neue Vereinbarungen, die am nächsten Mittwoch auf dem Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel unterzeichnet werden sollen, ordnen je eine tschechische und eine rumänische Brigade deutschen Divisionskommandos zu und regeln künftige gemeinsame Ausbildung und Übung dieser Truppen, die damit ihre gemeinsame Kampfkraft (Interoperabilität) steigern sollen. Die niederländischen Streitkräfte sind mit dem Beispiel einer solchen Kooperation vorangegangen, sie haben faktisch zwei Drittel ihrer Heeresverbände mittlerweile in deutsche Kommandostrukturen eingegliedert.

          Johannes Leithäuser

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen trifft an diesem Freitag in Washington erstmals den neuen amerikanischen Verteidigungsminister James Mattis. Von deutscher Seite hatte es im Blick auf die Zweifel der neuen amerikanischen Regierung an der Tauglichkeit der Nato zuletzt stets geheißen, die europäischen Nato-Partner, auch Deutschland, müssten in jedem Fall den schon älteren amerikanischen Mahnungen folgen und ihre Verteidigungsbereitschaft erhöhen.

          Von der Leyen sieht jetzt den richtigen Moment als gekommen, um diesen Willen zu demonstrieren. In einer Woche findet die Münchener Sicherheitskonferenz statt, das größte Treffen der Verteidigungspolitiker aus aller Welt. Neben der neuen Zusammenarbeit mit Rumänien und der Tschechischen Republik will die Verteidigungsministerin auch eine formelle Absichtserklärung für die deutsche Teilnahme an einer neuen niederländischen Tankerflotte abgeben. Nur wenige Tage und Wochen liegen Ankündigungen einer deutsch-norwegischen Kooperation bei der U-Boot-Flotille und eines deutsch-französischen Gemeinschaftsvorhaben zur Beschaffung und dem Betrieb von taktischen Transportflugzeugen zurück.

          Auch bei der Ausstattung der eigenen Truppe will von der Leyen Zeichen setzen. Sie hat einen Prüfauftrag erteilt, auf welche Weise die rund 200 Schützenpanzer Marder, die nach bisherigen Plänen noch nach 2020 in der Truppe bleiben sollten, bis zu diesem Zeitraum durch neues, modernes Gerät abgelöst werden könnten. 

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