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Vorwurf sexueller Missbrauch : Trump stellt sich hinter umstrittenen Senatskandidaten

  • Aktualisiert am

„40 Jahre sind eine lange Zeit.“ Trump über die Belästigungsvorwürfe gegen Senatskandidat Roy S. Moore Bild: AP

Roy Moore kämpft um den Senatssitz in Alabama. Frauen werfen ihm Belästigung vor. Lange hatte Präsident Trump zu den Vorwürfen geschwiegen. Nun unterstützt er Moore.

          Lange hatte er geschwiegen. Doch nun hat sich Amerikas Präsident Trump zu den sexuellen Missbrauchsvorwürfen gegen den republikanischen Senatskandidaten für Alabama, Roy S. Moore, geäußert. Und sich voll und ganz hinter ihn gestellt.

          „Er streitet es völlig ab“, sagte Trump zu Journalisten vor dem Weißen Haus über Moore, dem zu Last gelegt wird, vor vier Jahrzehnten ein 14 Jahre altes Mädchen belästigt und eine weitere Jugendliche missbraucht zu haben. „Sie müssen ihm zuhören.“ Außerdem seien 40 Jahre eine lange Zeit. Weiter sagte Trump, er sei „sehr glücklich“, dass Frauen sich in den Vereinigten Staaten inzwischen mit ihren Vorwürfen gegen Gesetzgeber und Medienleute melden würden – von denen viele Demokraten seien. Moore steht in Alabama im Wahlkampf um den Senatssitz von Jeff Sessions, der im Februar dieses Jahres zum Justizminister ernannt wurde. Er bestreitet die Vorwürfe vehement. Sein Gegenkandidat ist der Demokrat Doug Jones.

          Mit seinen Äußerungen geht Amerikas Präsident auf Konfrontationskurs zu führenden Republikanern. Die „New York Times“ berichtete, Senatoren der Partei hätten sich verwirrt gezeigt, dass Trump sich plötzlich auf die Seite Moores schlägt. Er habe sie damit in eine schwierige Lage gebracht. Mit Mitch McConnell, dem Mehrheitsführer im Senat, sowie Paul Ryan, dem Sprecher des Repräsentantenhauses, hatten zwei der mächtigsten Republikaner Moore bereits dazu aufgefordert, sich aus dem Wahlkampf zurückzuziehen. Die Vorwürfe gegen ihn seien glaubwürdig. Auch Trumps Tochter Ivanka hatte ihre Abscheu gegenüber Moore öffentlich gemacht. Es gebe einen speziellen Platz in der Hölle für Männer wie ihn, die Kinder als Beute betrachteten. Sie sehe keinen Grund, die Aussagen der Frauen in Zweifel zu ziehen.

          Seit vor rund zwei Wochen die Vorwürfe gegen den 70 Jahre alten republikanischen Senatskandidaten öffentlich wurden, ist der Wahlkampf zwischen Moore und Jones offen. In einigen Umfragen liegt Moore inzwischen hinter dem demokratischen Mitbewerber. Präsident Trump bezeichnete Moores Gegner Jones am Dienstag als ungeeignet. „Wir brauchen keine liberale Person dort“, sagte der Präsident. „Ich habe mir seine Akte angeschaut.“ Sie sei schrecklich.

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