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Veröffentlicht: 23.03.2014, 19:32 Uhr

„Sexuelle Vielfalt“ Bischof July fordert Überarbeitung des Bildungsplans

Eine stärkere Berücksichtigung des christlichen Menschenbildes im Bildungsplan von Baden-Württemberg hat Bischof Frank Otfried July im Gespräch mit der F.A.Z. von der rot-grünen Landesregierung gefordert.

© picture alliance / dpa Frank Otfried July

Der Bischof der württembergischen evangelischen Landeskirche, Frank Otfried July, hat von der grün-roten Landesregierung eine Überarbeitung des Bildungsplans und eine stärkere Berücksichtigung des christlichen Menschenbildes gefordert. „Dieser Referenzrahmen des christlichen Menschenbildes oder eine Anthropologie, die sich auf biblische Einsichten bezieht, müssen im neuen Bildungsplan erkennbar sein“, sagte July der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Der Landesbischof wandte sich explizit gegen Bestrebungen der Landesregierung sowie anderer politischer Ebenen, Geschlechtertheorien ungeprüft und ohne eine breite gesellschaftliche Diskussion zur Grundlage politischer Entscheidungen zu machen. Über das Verhältnis von sozialem und biologischem Geschlecht müsse sehr sorgfältig diskutiert werden, es müsse aber gefragt werden, welche Theorie richtig und welche falsch sei. „Das kann man diskutieren, aber man sollte es nicht über Nacht als gefestigtes Theoriemodell in einen Bildungsplan einführen.“

Mehr Zeit für breite Diskussion

Außerdem kritisierte July, dass die Landesregierung den neuen Bildungsplan überhastet verfasst habe. „Die Landesregierung hätte sich für eine breite Diskussion viel mehr Zeit nehmen sollen, zumal wenn beabsichtigt ist, Grundlegendes zu verändern.“ Kultusminister Andreas Stoch (SPD) hatte vor wenigen Tagen eine Überarbeitung des Arbeitspapiers zur Rolle des Themas „sexuelle Vielfalt“ im künftigen Bildungsplan angekündigt und auch eingestanden, dass die schon 2012 verfassten fünf Leitprinzipien („Bildung für nachhaltige Entwicklung“, „Medienbildung“, „Verbraucherbildung“, „Prävention und Gesundheitsförderung“ sowie „Berufliche Orientierung“) noch nicht richtig zusammen passten.

Ein Sprecher des Kultusministeriums sagte, man prüfe derzeit, ob der Stellenwert der Leitprinzipien so bleiben könne, die Klassen 5 und 6 hätten jetzt einzelne, nach dem neuen Bildungsplan verfasste Texte zur Erprobung, hier warte man jetzt auf eine Rückmeldung.

Mit Blick auf die Kontroverse über Ehe und Familie in der evangelischen Kirche selbst sagte Landesbischof July, ihm sei der „Stellenwert der Ehe als Institution wichtig“. July lobte, dass das umstrittene EKD-Familienpapier, das er als erster Bischof kritisiert hatte, „nun theologisch nachgearbeitet wird.“ Das sei „der richtige Weg“.

Das Interview mit Landesbischof July lesen Sie am Montag, dem 24. März in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung oder an diesem Sonntag ab 20 Uhr im E-Paper.  (www.e-kiosk.faz.net)

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