01.12.2003 · Der inhaftierte und wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor dem UN-Tribunal in Den Haag angeklagte frühere serbische Präsident Slobodan Milosevic tritt bei der Parlamentswahl in Serbien am 28. Dezember an.
Der in Den Haag inhaftierte frühere serbische Präsident Slobodan Milosevic tritt bei der Parlamentswahl in Serbien am 28. Dezember an. Der wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermords angeklagte Milosevic werde die Liste der Sozialisten (SPS) anführen, sagte Parteivertreter Ivica Dacic am Montag der Nachrichtenagentur AFP.
„Wenn wir genügend Stimmen erhalten, um ins Parlament einzuziehen, kann er Abgeordneter werden.“ Die Nominierung Milosevics sei ein symbolischer Akt der Anerkennung seines Kampfes vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag, wo sich der ehemailge Präsident selbst verteidigt.
Milosevic ist der dritte mutmaßliche Kriegsverbrecher, der bei der Parlamentswahl antritt. Auch der Ultranationalist Vojislav Seselj, Vorsitzender der Serbischen Radikalen Partei (SRS), und der frühere jugoslawische Armeechef Nebosja Pavkovic bewerben sich. Seselj stellte sich freiwillig dem Haager Tribunal, Pavkovic lehnt dies ab. In Serbien dürfen Angeklagte oder Verurteilte, die ihre Gefängnisstrafe abgesessen haben, zur Wahl antreten. Nur verurteilten Gefangenen ist dies verwehrt.