Ehre sei Seehofer in der Höhe und Friede in der CSU! Es gibt eben keine Schmutzelei, die sich nicht bei Glühwein und ein paar Nürnberger Lebkuchen bereinigen ließe. Auf der Kaiserburg, wo auch schon früher gekrönte Häupter gelegentlich Gnade vor Recht walten ließen, prosteten sich der CSU-Vorsitzende und sein von Ehrgeiz zerfressener, ansonsten aber charakterlich schwacher Finanzminister zu, als hätte Seehofer mit dieser netten Einschätzung nicht seinen Möchtegern-Erben bedacht, sondern Silvio Berlusconi.
Das Lächeln, das sie sich dabei schenkten, dürfte in etwa so echt gewesen sein wie das Christkindl auf dem gleichnamigen Markt. Doch was hilft’s, the show must go on, wie der Bayer sagt. Auch den Verdacht, Seehofer habe vor der Lästerattacke auf Söder vielleicht eine Weihnachtsfeier zu viel besucht, räumte der Ministerpräsident in Nürnberg aus: der Versöhnungstrunk war alkoholfrei. Irgendwie erinnert der späte Seehofer immer mehr an den späten Stoiber, obwohl es dafür eigentlich zu früh ist. Auch hat er noch nicht öffentlich gesagt: Dann gehe ich in den Garten und richte einen Söder hin.