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Veröffentlicht: 17.03.2017, 14:24 Uhr

Kommentar Hohe Ansprüche

Der Wirtschaftsclub Rhein-Main hat die AfD-Chefin Frauke Petry eingeladen und steht jetzt in der Pflicht: Seine Mitglieder müssen populistische Argumente in der Debatte entzaubern.

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Der Wirtschaftsclub Rhein-Main muss beim Auftritt von #AfD-Chefin #Petry hohen Ansprüchen genügen

Muss ausgerechnet ein Wirtschaftsclub die Vorsitzende einer Partei, die im politischen Spektrum weit rechts zu verorten ist, zu einem Vortrag einladen? Die Antwort lautet: Nein. Aber darf er dies tun? Die Antwort lautet: Ja.

Daniel Schleidt Folgen:

Natürlich ist die Diskussion darüber, ob Frauke Petry auf Einladung des Wirtschaftsclubs Rhein-Main über „Die Realität der demokratischen Debatte“ referieren sollte, weitaus vielschichtiger, als es diese beiden Kernfragen hergeben. Es sind moralische wie politische Aspekte zu berücksichtigen. Aber am Ende lässt sich die Debatte doch darauf zuspitzen, ob man mit der AfD reden sollte – oder nur über sie.

Es steht außer Frage, dass der erst im Juli neugewählte Präsident Thomas Kremer den mit rund 900 Mitgliedern in Frankfurt fest verwurzelten Wirtschaftsclub ohne Not in eine Debatte geführt hat, die das Image des zuletzt ohnehin in Turbulenzen geratenen Vereins zu beschädigen droht. Zwar weist Kremer darauf hin, dass er im Wahljahr Vertreter aller relevanten politischen Parteien eingeladen habe. Doch es hätte ihn niemand kritisiert, wenn er sich auf die im Bundestag vertretenen Parteien beschränkt hätte.

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Man kann zur AfD stehen, wie man will: Es handelt sich um eine demokratisch legitimierte Partei, die etwa bei den jüngsten Kommunalwahlen in Frankfurt 8,9 Prozent der Stimmen erhielt. Der beste Weg, um dieser Partei und ihrer Bundesvorsitzenden auf den Zahn zu fühlen, ist eine Auseinandersetzung, die hart in der Sache und fundiert in der Argumentation ist.

Genau diese Chance bietet sich den Mitgliedern des Wirtschaftsclubs. Der Populismus der AfD, den einige Führungsleute ziemlich auf die Spitze treiben, kann weder durch Dämonisierung noch durch Ignoranz entzaubert werden. Das geht nur im politischen Diskurs, mit kühlem Kopf und mit der scharfen Klinge des Verstandes.

Sollte der Auftritt am nächsten Donnerstag, wo auch immer, stattfinden, stehen die Führung und die Mitglieder des Wirtschaftsclubs also in der Pflicht. Sie müssen im Anschluss an Petrys Vortrag für eine Diskussion sorgen, die hohen Ansprüchen gerecht wird.

Unschädlich machen

Von Reinhard Müller

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Quelle: wahlrecht.de
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