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Schwere Verluste bei Vorstoß Israel will Bodenoffensive aussetzen

10.08.2006 ·  Israel will seine Bodenoffensive im Libanon aussetzen. Das sagte Kabinettsminister Eitan. Aus Regierungskreisen hieß es, man wolle „der Diplomatie eine Chance geben“. Bei Kämpfen mit der Hizbullah kamen mindestens 15 Soldaten ums Leben.

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Israel will seine Bodenoffensive im Libanon vorübergehend aussetzen. Das sagte Kabinettsminister Rafi Eitan am Donnerstag morgen in Jerusalem. Aus Regierungskreisen hieß es, die Militäraktion solle für zwei bis drei Tage gestoppt werden, um der Diplomatie eine Chance zu geben.

Zuvor hatten die israelischen Streitkräfte in der Nacht abermals Stellungen der radikalislamischen Hizbullah im Südlibanon angegriffen - und dabei schwere Verluste erlitten. Wie ein Reporter des amerikanischen Nachrichtensenders CNN am frühen Donnerstag morgen berichtete, seien stundenlang „heftiges Artilleriefeuer und Schüsse aus Maschinengewehren“ zu hören gewesen. Nur wenige Stunden nach dem israelischen Beschluß zur Ausweitung der Bodenoffensive stießen Hunderte Soldaten mit Panzern in den Südlibanon vor. Nach Polizeiangaben in Beirut handelte es sich um einen Verband mit 15 Panzern. Der Vormarsch wurde von heftigem Artilleriefeuer und von Kampfjets begleitet. Militärsprecher betonten, es handele sich dabei nicht um die neue Bodenoffensive.

Der blutigste Tag

Laut israelischer Armee wurden 15 israelische Soldaten bei Kämpfen mit der Hizbullah getötet. Dies sei der blutigste Tag für die israelischen Streitkräfte seit Beginn der Kampfhandlungen am 12. Juli gewesen. Es seien mehr als 30 Soldaten verwundet und Dutzende Hizbullah-Milizionäre getötet worden, berichteten israelische Medien in der Nacht zum Donnerstag unter Berufung auf die Streitkräfte.

Die Vereinigten Staaten kritisierten deswegen indirekt die israelische Führung. „Eine Eskalation ist etwas, was wir nicht sehen wollen“, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Tony Snow. Die amerikanische Forderung nach einem Ende der Gewalt richte sich an beide Parteien. Die derzeitigen diplomatischen Bemühungen zielten darauf, an die Wurzeln des Problems zu gehen. Ziel müsse es sein, daß die libanesische Regierung die militärische und politische Kontrolle über den Süden des Libanons zurückgewinne. Die Amerikaner arbeiteten derzeit hart daran, „die Unterschiede zwischen den Vereinigten Staaten und einigen Positionen unserer Verbündeten zu überbrücken“, sagte Snow.

Der dem Sicherheitskabinett vorgelegte Plan sieht vor, insgesamt etwa 30.000 statt der bislang 10.000 Soldaten in dem umkämpften Gebiet einzusetzen. Die israelischen Truppen wollten bis zu 30 Kilometer tief in den Libanon vorstoßen, um die Raketenangriffe der Hizbullah zu stoppen, wie israelische Medien berichteten. Arbeitsminister Elijahu Ischai sagte: „Die Einschätzung ist, daß es 30 Tage dauern wird. Ich denke, es wird deutlich länger dauern.“

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