02.04.2010 · Trotz ihrer Lippenbekenntnisse zur gemeinsamen Verantwortung für die Schul- und Bildungspolitik agieren alle Bundesländer weiter so, wie sie es gerade für richtig halten. Wollen sie den Föderalismus retten, werden sie für mehr Vergleichbarkeit sorgen müssen.
Von Heike SchmollTrotz ihrer Lippenbekenntnisse zur gemeinsamen Verantwortung für die Schul- und Bildungspolitik haben alle Länder die Föderalismusreform als Aufforderung verstanden, schulpolitisch zu tun oder zu lassen, was sie gerade für richtig halten. Wie sehr sie damit den Föderalismus geschwächt haben, zeigt eine neue Umfrage, die belegt, dass sich viele Eltern und die allgemeine Bevölkerung vom Bund eine Lösung erhoffen. Es gibt aber keinen Anlass, zu glauben, dass der Bund für bessere Bildungschancen und für ein höheres Niveau sorgen könnte.
Die Qualität einer Schule hängt in erster Linie von ihrem Kollegium, also von der Qualität des Unterrichts, ab. Das wissen auch die Eltern, wenn sie die fachliche und didaktische Qualität zu den wichtigsten Eigenschaften eines guten Lehrers zählen. Im Übrigen haben alle Vereinbarungen der Kultusminister gezeigt, dass das Bildungsniveau länderübergreifend nicht steigt, sondern sich eher am unteren Mittelmaß orientiert. Diese Umfrage muss die Bundesländer alarmieren. Wollen sie den Föderalismus retten, werden sie für mehr Vergleichbarkeit in Deutschland sorgen müssen.
Heike Schmoll Jahrgang 1962, politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.
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