Home
http://www.faz.net/-gpf-6zmet
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Schuldenkrise Nicht noch einmal gegen die Wand

 ·  Haushaltskonsolidierung und Strukturreformen in der EU sind unerlässlich. Ohne grundlegenden Wandel kommen die verschuldeten Länder nicht auf die Beine. Und das Problem eines Partners ist das Problem aller.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (30)

Richtlinien für Lesermeinungen

Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.

Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.

Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.

Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.

Schließen

Lesermeinungssuche (gesamt):
Sortieren nach
Erwin Stahlberg

Neue Maßstäbe müssen her!

Banken-Rettungen sind für mich eine Perversion menschlichen Geistes.
MORAL ist erwünscht und nichts anderes, und die EU ist m.E. ohne Moral!

Empfehlen
otto sundt
otto sundt (drto) - 05.05.2012 20:16 Uhr

Volksabstimmungen über Austerität?

Man stelle sich vor, jemand bekommt zum Geburtstag Geschenke. Nach dem Geburtstag will er einen Teil dieser Geschenke an die Schenkenden mit dem Argument, die Geschenke verursachen zu hohe Folgekosten oder sonstige Unannehmlichkeiten, nicht zurückgeben, sondern zu einem höheren Preis als dem Marktpreis verkaufen. Genau darauf laufen sogenannte, von einigen Wenigen initiierte "Volksabstimmungen" hinaus, nachdem die Initiatoren genau wie alle anderen die Wahlgeschenke angenommen haben oder bedauert haben, dass nicht die Partei gewann, die größere Wahlgeschenke versprach. Solche undemokratischen und antiliberalen Regelungen, wie Mehrheitsentscheidungen über private Einkünfte oder Vermögen gibt es in der Schweiz garantiert nicht, auch wenn es zu den Wunschvorstellungen deutscher und französischer "Basisdemokraten" gehört. Gerade weil es in der Schweiz so etwas nicht gibt, trägt die Schweiz mehr zum Erhalt der EU und des € bei, als es den Gegnern der EU lieb ist.

Empfehlen
Jürgen Braun

Ein Punkt wird uns häufig zu wenig oder gar nicht gesehen resp. womöglich nicht ausreichend erwähnt:

Der Ausgleich - hier zwischen Staaten - erfolgt natürlich nicht rational, sondern eher "nach Art des infantilen Kinderzimmerausgleichs" - "Ich fang nicht eher an mit Aufräumen, als Du, da es bei Dir ja noch viel schlimmer aussieht!" Und der Streit lenkt ab und zögert hinaus, ist nie objektiv, will es auch nicht sein. Sondern zielt auf psychologische Saldierung ab, "weniger Schuld sein, sich besser fühlen" - und auf Verlagerung der Aufgabe: Den anderen dazu zu bekommen, für mich mit zu arbeiten. Und ist von Höheren Mächten so vorgesehen: Die Streitenden kennen sich hinterher besser als vorher. Dabei gibt es aber unendliche Möglichkeiten sich auf verschiedenen Ebenen zugleich zu arrangieren: Dazu müssten aber zwischen den Staaten jetzt ständig viel häufiger viel größere Konferenzen - und besser - also vielfältiger, öffentlicher, usw. - moderiert, stattfinden. Das aktuelle Vorgehen mit relativ kleinen Zirkeln mag handwerklich leichter sein, ob es aber für "Europa" reicht, bleibt fraglich

Empfehlen
Rolf-Dirk Maehler

Man kann nicht sagen, daß die Elemente des Artikels falsch sind, aber eine saubere Analyse sieht ...

... anders aus. Richtig ist, daß ohne Haushaltskonsolidierung überhaupt nichts geht. Aber diese würde überhaupt nur realistisch sein, wenn ein absolutes Verbot einer Verschuldung dazu käme, weil andernfalls, wie bisher, einige Volkswirtschaften mehr verbrauchen als sie erwirtschaften. Dazu muß man aber unbedingt erkennen, daß die Wirtschaftskraft der betroffenen Staaten gesteigert werden muß und z.T. sogar dramatisch. Das ist aber in den meisten Fällen innerhalb der Eurogruppe unmöglich, weil mit der Wertstellung des Euro kaum neue Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen ist, selbst wenn die Kostenstrukturen der Länder z.b. durch Senkung der Löhne verändert werden. Auch sind Kostensteigerungen, die wie in Deutschland von der Regierungsadministration verursacht werden, dauerhaft sehr schädlich für den Wettbewerb. Auch in Deutschland wurde dadurch zusätzlich die Verarmung großer Bevölkerungsgruppen verursacht. Man wird trotzdem an einem stabilen Euro festhalten müssen. Fragt sich was nun?

Empfehlen
Erwin Stahlberg

Beschwörungen ohne Basis

Wenn es oben heißt:
------------------------------------------------------------------------------------------
„…Viele Bürger werden sich von guten Argumenten nicht überzeugen lassen,
entweder weil sie direkt betroffen sind, weil sie keine Perspektive sehen oder/und
weil sie im ideologischen Widerlager stehen.
Aber gerade die Regierungen, die sich auf ein Wählervotum stützen können,
dürfen nicht vor der Aufgabe flüchten, nur weil diese groß ist…“
------------------------------------------------------------------------------------------
, dann sollte man schon der LÜGENHAFTIGKEIT der ganzen
EU-Geschichte gedenken.
Die EU-Länder könnten jetzt die hehrsten und tollsten
Abmachungen treffen und EU-Eide schwören
--- niemand wird ihnen glauben, der noch alle fünf Sinne
beieinander hat.

D i e s e Leute in Brüssel und Straßburg k ö n n e n ganz und gar nicht
dem Geist einer guten Gemeinschaft gerecht werden.

BANKEN-RETTUNGEN sprechen Bände!!!

Empfehlen
Paul Rabe

Hollande könnte Europa noch retten

Ein Sparekurs führt Europa unweigerlich in eine Spirale aus Konsumrückhaltung->Abbau von Arbeitsplätzen->noch weniger Konsum->noch weniger Arbeitsplätze->nochweniger Konsum->noch weniger arbeitsplätze etc. etc.
Leider scheint das nur Hollande begriffen zu haben.
Mit Hollande hat Europa noch die Hoffnung, daß man mittels der Druckerpresse den Konsum wieder erhöhen könnte und so aus dieser Spirale noch auszusteigen.
Wir haben wirklich schon genug Arbeitslose...

Empfehlen
Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 06.05.2012 10:46 Uhr
Paul Rabe

Nicht auf Pump sondern durch Geld drucken

Ich möchte keine Konsum auf Pump sondern mittels der Druckerpresse. Das könnte die Inflationsrate hoch treiben, aber das wäre verglichen zu Massenarbeitslosigkeit das kleinere Übel.
China oder die Türkei zeigen, daß man auch mit hoher Inflationsrate schnell wachsen kann.

Empfehlen
Rolf Huchthausen

@ Herr Rabe, Sie müssen sich schon entscheiden!

An anderer Stelle verteufeln Sie Steuergeschenke auf Pump und hier reden Sie Konjunkturprogrammen auf Pump das Wort!?

Beide können gleich auf Konsum damit auf Konjunktur und Beschäftigung wirken. Mehr konsumptive Bewegungsfreiheit aller durch geringere Steuern wirkt in diesem Sachzusammenhang allerdings nachhaltiger als schuldenfinanzierte Konjukturprogramme. Wir haben es uns in D erarbeitet, und wir können es uns leisten!

Außer mit Schulden können diese Programme nicht mehr in der EU finanziert werden und empirisch ist belegt, dass diese Konjunkturprogramme keinerlei nachhaltige positive Effekte hatten sondern ganz im Gegenteil: sie sind die Wurzel des €URO-Übels!

Man hat in den PIIGS, eigentlich überall, das billige Geld für hemmungslosen Staatskonsum = Konjunkturprogramm verprasst. Jetzt ist Katerstimmung!

In D wurde vieles richtig gemacht: Und Sie möchten mit ein und dem selben Argument pro Hollande contra Erfolge in der deutschen Volkswirtschaft glaubwürdig argumentieren?

Empfehlen
Paul Rabe

Soll man in Hessen also wieder den Gulden einführen oder den Heller in Baden ?

Auch in Deutschland haben sich sehr unterschiedliche Staaten einmal auf eine gemeinsame Währung geeinigt, trotz großer regionaler, wirtschaftlicher Unterschiede.

Das selbe gilt auch für die USA auch dort liegen bezüglich der wirtschaftlichen Leistungskraft Größenordnungen zwischen dem schwächsten und dem stärksten Bundesstaat. Trotzdem gibt es dort nur einen Dollar und nicht viele verschiedene.

Der Euro ist also nicht "schuld" an den Problemen.

Empfehlen
Rüdiger Noll
Rüdiger Noll (krn) - 05.05.2012 19:37 Uhr

Weder die von Ihnen beschriebene "Innere Abwertung", noch schuldenfinanzierte ...

... Konjunkturprogramme können die Lösung sein - beide führen direkt aufs wirtschaftliche Schafott. Die Staaten müssen wieder die Möglichkeit haben, ihre Währung abwerten und eine eigenständige Zins- und Währungspolitik fahren zu können. Nur so werden sie wieder das Geld verdienen, welches sie für ihre Haushalte und Schuldendienste brauchen. Es gibt keine Geld- und Währungspolitik die auf alle Staaten passt. Dies ist unmöglich. Selbst wenn zu Anfang eine 100%ige Konvergenz bestehen sollte, wird sich dies innerhalb recht kurzer Zeit auflösen und zu Ungleichgewichten führen. Unterschiedliche Gesetze; starke Gwerkschaften in dem einen, schwache in dem anderen Land; die einen investieren viel in neue Maschinen und haben eine hohe Produktivität, andere nicht; Regierungswechsel von Links zu Konservativ oder umgekehrt; Industriestaat oder Agrarstaat usw. usw. - dies sind alles Punkte die eine Konvergenz der Staaten nicht zulassen. Eine gemeinsame Währung ist nur eine irre illusion!

Empfehlen
Dieter Schenk

Der Witz ist doch...

"Der Witz ist doch: Die fiskalische Konsolidierung ist unerlässlich; sie ist Voraussetzung für die Handlungsfähigkeit des Staates und dafür, dass die ebenso unerlässlichen Strukturreformen, von denen die Arbeitsmarktreform die wichtigste ist, greifen und die wirtschaftliche Gesundung einleiten können."

In der Tat, ein gut erzählter Witz.

Empfehlen
Rüdiger Noll
Rüdiger Noll (krn) - 05.05.2012 14:42 Uhr

Solange es den EURO gibt, werden ....

.... keine Verbesserungen möglich sein - im Gegenteil, die Situation verschlimmert sich täglich. Die Target2-Salden werden bis Ende Herbst ca. EINE BILLION erreicht haben, es werden weitere Aufkäufe von Staatsanleihen durch die EZB erfolgen, die Langfristtender werden 2, vielleicht 3 Billionen erreichen, der Bundestag verzichtet auf sein Haushaltsrecht und Deutschland verliert bis Herbst sein AAA - aber wir retten den EURO, koste es was es wolle (vor allem unsere Zukunft). Und für was dies alles? Nur um am Ende dann doch festzustellen, dass disparate Volkswirtschaften, so wie wir sie in Europa haben, untereinander nicht funktionieren können, wenn ihnen das unverzichtbare Regulativ über die nationalen Währungen entzogen wird. Aber vielleicht läuten ja jetzt die Wahlen in Frankreich und Griechenland den Anfang vom Ende dieses unsäglichen und unverantwortlichen Währungsexperimentes ein – dies zumindest wäre allen Menschen in Europa zu wünschen.

Empfehlen
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.05.2012 23:55 Uhr
Rüdiger Noll
Rüdiger Noll (krn) - 05.05.2012 23:55 Uhr

Wie war´s denn in "Vor-EURO-Zeiten" - gab es da keine Kredite für Griechenland?

.... und wie kann man mit den jetzigen EURO-Schulden verfahren? Es gibt hier verschiedene Möglichkeiten, dies zu lösen. Es wird nicht mehr allzu lange dauern und die Gemeinde wird sehen, wie das läuft. Der EURO ist fertig, da ein Fass absolut ohne Boden und ohne irgendeine Hoffnung auf Besserung - außer über EURO-Bonds. Mit denen man aber auch nur einen kurzen Zeitgewinn kaufen kann und danach ist genauso Feierabend - nur auf einem noch viel höheren Schuldenplateau als derzeit. Jedes weitere Zuwarten verschlimmert die Situation und ist ein Verbrechen an den Menschen, nicht nur in unserem Land.

Empfehlen
Paul Rabe

Die Schulden sind in Euro notiert

und das werden sie auch in Zukunft, denn wer würde schon griechische Staatsanleihen zeichnen die auf Drachmen lauten oder potugiesische Anleihen in Escudos ?
Selbst wenn diese Staaten aus dem Euro austreten würden, dann müssten sie sich doch in Euro verschulden, was die Lage nur verschlechtern würde, denn wie sollten diese Euro Verbindlichkeiten tilgen, wenn sie eigene Steuereinnahmen nur in "Hauswährung" haben?

Empfehlen
otto sundt
otto sundt (drto) - 05.05.2012 19:52 Uhr

Wenn es den Euro nicht mehr gibt....

dann fallen die Schulden in den zukünftigen, nationalen Währungen an und verringern sich garantiert nicht. Das Leben ist nun mal kein Experimentierfeld, selbst wenn man solche Illusionen sein Leben lang hegt.

Empfehlen
Gerhard Storm

Die Geldspritzen, verabreicht von Dilettanten, haben versagt

Die bekannten erfolglosen Euro-Retter haben zu Beginn ihrer Geldspritzenkur für die ins finanzielle Abseits geratenen PIIGS-Staaten über keinerlei einschlägige Erfahrung verfügt.

Spätestens in der Folgezeit hätten die Pseudo-Retter und die sie beratenden hochbezahlten Beamten merken müssen, dass die Rettungsstrategie des "Koste es, was es wolle" völlig verfehlt ist und massives Umstrukturieren in Eurolande anzustreben ist.

Die lockere Draghi-EZB mit ihrer verantwortungslosen Geldschwemme für die Euro-Banken hat dazu auch beigetragen, dass die in tiefer Misere steckenden Hauptschwachschuldnerstaaten den Gipfel der wirtschaftlichen Schwäche erklommen haben und jetzt nicht wissen, wie sie wieder herunter kommen.

Die Geldflut ist versickert. Übriggeblieben sind die von Anbeginn an bestehenden wirtschaftlichen Probleme. Die Staatsschulden haben sich aber drastisch erhöht.

Die Bürger leiden an multipler Auszehrung.

Leider, besser Gott sei Dank, bleiben Geldspritzen aus.

Empfehlen
Gerhard Rinker
Gerhard Rinker (GerdR) - 05.05.2012 13:29 Uhr

Das Problem eines Partners ist das Problem aller?

Nein, wenn die große Zehe unheilbar an Wundbrand erkrankt ist, muss man sie amputieren, um den ganzen Organismus zu erhalten. Wer das nicht tut, begeht einen gravierenden Kunstfehler. Nicht die erkrankte Zehe, sondern die untätigen Chirurgen Juncker, Schäuble & Co. sind für den Untergang des Organismus “Euro“ verantwortlich.
Hoffentlich wählen sich die Griechen am Sonntag aus dem Euro hinaus. Das hilft ihnen und uns gleichermaßen, selbst wenn wir ihnen den Austritt noch mit einem 100%-Schuldenschnitt versüßen (müssen).

Empfehlen
Horst Rachinger

Alle Diskussion bleibt vergebens

Die Einführung des Euro war der Versuch, Größenwahn als Genialität zu verkaufen. Der Wahn ist geblieben, Größe und Genialität sind entfleucht. Zuerst kommt die Konvergenz, dann die gemeinsame Bühne. Jetzt haben wir weder noch! Dafür jede Menge Dissonanz.

Empfehlen
Christoph Rohde

Deutsche kosmopolitische Neurose

Es ist so ein Soziologenparadigma, alle im selben Boot. In einem liberalen Weltbild ist die Haftung des Einzelnen relevant, im Sozialismus nicht. Wenn wir nicht mehr für eigene Tüchtigkeit belohnt werden, was passiert dann? Ein Wohlstandsverlust größten Ausmaßes, der wohl demokratische Standards verloren gehen lässt.

Empfehlen
Carlos Anton

Demokratie muss sich weiterentwickeln

Man kann nicht erwarten, dass die Bevölkerung hinter harten Sparmassnahmen steht, wenn sie in den Prozess zur Lösungsfindung nicht eingebunden ist. Die Schweiz zeigt, wie es mit direkter Demokratie besser geht. Die Abstimmung zu wichtigen Fragen führt zur Befriedung zwischen den Lagern. Politiker tun sich schwer damit, Macht abzugeben, obwohl sie ihnen nur geliehen ist. Das führt zur Abwendung des Bürgers von der Politik oder zur Radikalisierung. Die Lage in Europa wird sich noch zuspitzen und das politische System kann nur zwischen zwei Alternativen wählen, um harte Sanierungsschritte umzusetzen. Entweder mehr direkte Demokratie oder eine Entwicklung zu autoritären Notstandregimes, wovon wir schon einen Vorgeschmack erleben mussten.

Empfehlen
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.05.2012 18:00 Uhr
Carlos Anton

@Werner Gläser

Ich kann nicht sehen, was die Durchführbarkeit von Volksabstimmungen mit der Grösse der Bevölkerung zu tun haben soll. Das ist nur eine billige Ausrede.

Empfehlen
Werner Bläser

Farce

Auch in der Schweiz sind Volksabstimmungen längst zur Farce geworden, leider. Über die Formulierung der Fragen wird der Manipulation Tür und Tor geöffnet, und wenn die Antwort des Volkes nicht passt, betreibt das etablierte Polit-System Obstruktionspolitik.
In Deutschland mit seinen 80 Millionen Bürgern wäre eine direkte Demokratie schon garnicht durchführbar. Wie sollte man denn das organisieren?

Empfehlen
Peter Slater

"Herr Frankenberger" Wenn Sie sagen, das Problem eines Landes, sei das Probleme aller ...

... so ist ihre These m.E. falsch. Denn schon vor der Aufnahme zur Europaischen Union haben einige Staaten ihre Korruption und Schwindel-Politik nicht aufgeben wollen und haben gefalsche Bilanzen vorgelegt, wissentlich, das eines Tages der grosse Knall kommt. Sie wissen, das fuhrende Finanz - und Wirtschaftsexperten Griechenland und Spanien und Italien naturlich eindringlich ermahnt haben, ihre Haushaltspolitik nach den verhandelten Regelungen auszurichten und das wurde bei Athen grundsatzlich nicht gemacht und genau wengen deren Verweigerungshaltung ist es zum Knall gekommen und solange die Verweigerungshaltung eines Landes nicht bekampft wird, solange ist dass das Problem aller. Wird Griechenland die Daumenschrauben angelegt und die deutsche Geldschatulle bleibt zu, erst dann wird sich der Staat Griechenlands sich zu den Reformen bekennen und jetzt kommt die Wahl, indem radikale Parteien die Regierung bilden ... Herr Frankenberger, vergessen Sie Athen, denken Sie ein solides Europa!

Empfehlen
Closed via SSO
Walter Kunz (waltk) - 05.05.2012 12:14 Uhr

Problem bekannt, nur die Politiker wollen es nicht durchführen

es nutzt nichts, wenn auch die fAZ immer wieder auf das Problem hinweist.
leide rhat sie keinen Kommentar in der letzten Woche zu Illner ( Finanzkrise ) geschrieben, denn dort konnte man sehr schön die Problematik erkennen.
z.B. Gabriel ist resistent gegen Sparen.
Aber auch in Griechenland und bald in Frankreich wird die verschuldung der Länder ( also politische Entscheidung ) auf andere geschoben ( Finanzmärkte.
Sommer (DGB) macht den 1.Mai zum Agitationstag schlimmster Art, mit seinen Vorstellungen und Vorschlägen.

Empfehlen
otto sundt
otto sundt (drto) - 05.05.2012 11:27 Uhr

Wann war der Reformstau?

1998 machten SPD und Grüne den Wahlkampf mit dem Vorwurf des Reformstaus. Es waren auch Interessenverbände die den europäischen Binnenmarkt mit dem europäischen Agrarhaushalt und Ausnahmerichtlinien verwässerten, so dass eine für einen Binnenmarkt notwendige Einheitswährung, die zur Haushaltsdisziplin und Wettbewerb beigetragen hätte, fast wirkungslos blieb. Bescheidene Reformansätze wie Hartz IV kamen zu spät und wurden nicht einmal von den Parteien in Regierungsverantwortung, geschweige denn von den Arbeitsmarktparteien mitgetragen, sondern noch heute bekämpft. Die heute federführenden Staaten in Europa, Frankreich und Deutschland, und besonders die Interessenverbände in beiden Staaten, haben nie Haushaltsdisziplin gewollt und wollen es auch heute nicht. Wen wundert es da, wenn sich die Interessenverbände der südeuropäischen Staaten dem anschlossen, nachdem sich diese Staaten schon der unsinnigen Klimapolitik der EU beugten und faktisch das dt. EEG oktroyiert bekamen

Empfehlen
Matthias Elger
Matthias Elger (melger) - 05.05.2012 11:10 Uhr

Ein Partner fährt finanziell voll gegen die Wand! Aber dabei wird es nicht bleiben!

Es wird nicht bei Griechenland bleiben. Auch Frankreich richtet sich haushaltspolitisch schon gen Süden aus. Und wenn alle Sicherheiten verprasst sind, wird das große Hauen und Stechen los gehen. Wer ist der Schuldige am Dillemma? Wo wird noch etwas zu holen sein und wer bekommt den Rest? Extremisten(Links und Rechtspolitisch) werden überall gestärkt hervorgehen. Ja, mit Friede, Freude wird es komplett vorbei sein.
Der Euro hat kein Versprechen eingehalten. Deutschlands Exportwirtschaft profitiert momentan noch vom niedrigen Umtauschkurs des Euros, auf Kosten von gigantischen positven Salden der Bundesbank. Aber bald ist die letzte Sicherheit in Deutschland dahin. Der Bundesbankchef verlangte ja nach wesentlich höheren Rücklagen für allgemeine Wagnisse, also für die riesigen negativen Salden der finanzschwachen Eurostaaten. Diese Salden wird die Bundesbank abschreiben müssen. Und wer haftet dafür, der Steuerzahler? Oder lässt man sich zur Verzögerung noch ESM2 und ESM3,… einfallen.

Empfehlen
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.05.2012 13:59 Uhr
Holger Baade

Die "gigantisch positiven Salden der Bundesbank",

von rührigen deutschen Unternehmen und dessen hart arbeitender Belegschaft erwirtschaftet, stehen nur auf dem Papier. Wie bereits im gesamten vergangenen Jahrzehnt gehen diese Erfolge zur Deckung der gigantisch-negativen Salden fast aller unserer Euro-Partner (F,I,ES,P,GR, IR etc) drauf.

Während China mit seinen riesigen Devisenüberschüssen weltweit zur Zukunftssicherung seiner Wirtschaft auf Einkaufstour gegangen ist und geht, verplempert Deutschland seine Resourcen zum Ausgleich für Misswirtschaft, Korruption und völlig unangemessene soziale Wohltaten der weit über ihre Verhältnisse lebenden Oliven-Euro-Staaten.

Insgesamt sind der deutschen Volkswirtschaft dadurch bisher rund 1,3 Bio Euro entzogen worden, die jedoch (wohlweislich) in keinem Bericht auftauchen.

Empfehlen
Rüdiger Noll
Rüdiger Noll (krn) - 05.05.2012 13:14 Uhr

ESM2 und ESM3 ? Nein, ein ESM1 reicht völlig aus, es besteht eine unbeschränkte Nachschusspflicht.

.. Der Bundestag ist dabei, seine Haushaltshoheit einer EU-Clique zu übergeben, welche mit an hoher Wahrscheinlichkeit nicht in einem korruptionsfreien Raum arbeitet und sich selbst aber mit einer 100%igen Immunität absichert. Deren Präsident seine Urlaube auf der Mega-Luxus-Yacht eines griechischen Milliardärs verbringt, der zu den größten Profiteuren der ILLEGALEN Bail-Outs zu zählen ist (kann man in den Zeitungsarchiven nachlesen). Der beizeiten eine seiner Finanzgesellschaften, inkl. dem Bestand an griechischen Anleihen in Höhe von 15 Mrd. €, rechtzeitig von der Schweiz nach Luxemburg verlegt hat, um vermutlich bei den Ankäufen durch die EZB mit dabei zu sein - statt bei dem Haircut! Doch niemand kümmert sich darum. Auch nicht darum, dass kurz bevor die Misere Griechenlands offenbar wurde (Geheimverhandlungen mit dem IWF liefen bereits), CDS auf gr. Anleihen unter seltsamen Umständen von der gr. Postbank zu einer privaten Finanzgesellschaft in Genf wechselten-Schaden ca. 20 Mrd €

Empfehlen
Closed via SSO
Jochen Wegener (Malchik) - 05.05.2012 11:07 Uhr

Das Problem ist die EU selbst, ist der Euro:

was nutzt es etwa Portugal von den Lohnstückkosten her durch ständige Lohnsenkungen international numerisch "wettbewerbsfähig" zu sein, wenn a) nichts da ist was exportiert werden könnte, wenn b) der einzige Außenbeitrag im Tourismus liegt, der aber durch den überteuerten Euro einbricht, wenn c) die Binnenkonjunktur immer weiter abgewürgt wird da die Menschen schlicht kein Geld mehr haben? Das nutzt alles allein der Internationale der Investoren, die billig kaufen und arbeiten lassen können. Solange der Euro die unselige Klammer ist, bleibt alles am Boden.

Empfehlen
Wolfgang Graf von Ballestrem

Das reicht für die Praxis allein nicht!

Zur Konsolidierung gehört ein realistischer Plan, wie die nationalen Wirtschaften der "An-die-Wand-Gefahrerenen" wieder in die Gänge kommt - auch durch Wachstumsimpulse und wie sie finanziert werden. Erst das schafft Vertrauen und in der Praxis ist Vertrauen einfach unentbehrlich.
Zur Konsolidierung der EU und der Währungsgemeinschaft selbst: Allein "Länderkonsolidierung" genügt nicht. Es ist nicht zu erwarten, dass der momentane Verbleib einiger Länder in der Euro-Währung für sie wie für die Gemeinschaft wirklich hilfrteich ist. Die Unterschiede sind zu groß!
Auf vielen Gebieten ist die EU noch völlig uneins, angefangen vom Verkehrswesen bis hin zu Forschung, Entwicklung und gemeinsamer Rohstoffebeschaffung. Eine vorrangige Einigung hier würde die EU im globalen Markt enorm stärken und somit auch den an die Wand gefahrenen Ländern!

Empfehlen
Weitersagen

Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

Jüngste Beiträge

Wir sind Jonny

Von Philip Eppelsheim

Die Kriminalstatistik sagt: Die Gewalt nimmt ab. Aber über die Angst spricht niemand. Im öffentlichen Raum wurden jeden Tag etwa 175 Menschen geschlagen und getreten. Mehr 45 37