Home
http://www.faz.net/-gpf-6l656
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

"Schulchaos endlich beenden"

10.11.2010 ·  Oberstudiendirektoren beanstanden Strukturdebatten

Artikel Lesermeinungen (0)

oll. BERLIN, 10. November. Einen "großen Schulkompromiss" und eine einheitliche Grundlage für Schulstrukturen hat die Bundeskonferenz der Direktoren (BDK) am Mittwoch in Berlin gefordert. Konkret plädieren die Oberstudiendirektoren für ein zweigliedriges System mit einem achtjährigen Gymnasialgang und einem neunjährigen Weg zum Abitur mit einem bundeseinheitlichen Namen. In diesem System sollen auch mittlere Abschlüsse erworben werden können. Es müsse Schluss sein mit dem Schulchaos. Die Schullandschaft in Deutschland transparenter und einheitlicher zu gestalten und die Qualität und Vergleichbarkeit der Abschlüsse sicherzustellen sei im Blick auf die demographische Entwicklung, die Bildungsgerechtigkeit und die Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland unabdingbar. Schulstrukturänderungen im Vier- oder Fünfjahresrhythmus zermürbten die besten Schulen, seien bildungspolitisch eine Katastrophe und nicht zu rechtfertigen.

Ständig würden neue Schulformen erfunden, in die Kinder nach Abschluss der Grundschule gehen könnten: Regionalschule, Erweiterte Realschule, Realschule plus, Mittelschule, Oberschule, Regelschule, Sekundarschule, Stadtteilschule, Werkrealschule, Gemeinschaftsschule - neben den Schulformen Haupt-, Real- und Gesamtschule sowie Gymnasium. Anlässlich des vierzigjährigen Bestehens der BDK beklagen die Oberstudiendirektoren in ihrer Berliner Erklärung, dass jedes Bundesland sein eigenes bildungspolitisches Süppchen koche. Für Eltern mit Schulkindern werde ein Umzug in ein anderes Bundesland daher zunehmend problematisch.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Die Wahl der Ägypter

Von Wolfgang Günter Lerch

Die Ägypter haben sich in der ersten Runde der Präsidentenwahl für Kandidaten entschieden, die für Sicherheit stehen. Denn seit dem Sturz Mubaraks hat die öffentliche Ordnung im Land gelitten. Mehr