10.11.2010 · Oberstudiendirektoren beanstanden Strukturdebatten
oll. BERLIN, 10. November. Einen "großen Schulkompromiss" und eine einheitliche Grundlage für Schulstrukturen hat die Bundeskonferenz der Direktoren (BDK) am Mittwoch in Berlin gefordert. Konkret plädieren die Oberstudiendirektoren für ein zweigliedriges System mit einem achtjährigen Gymnasialgang und einem neunjährigen Weg zum Abitur mit einem bundeseinheitlichen Namen. In diesem System sollen auch mittlere Abschlüsse erworben werden können. Es müsse Schluss sein mit dem Schulchaos. Die Schullandschaft in Deutschland transparenter und einheitlicher zu gestalten und die Qualität und Vergleichbarkeit der Abschlüsse sicherzustellen sei im Blick auf die demographische Entwicklung, die Bildungsgerechtigkeit und die Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland unabdingbar. Schulstrukturänderungen im Vier- oder Fünfjahresrhythmus zermürbten die besten Schulen, seien bildungspolitisch eine Katastrophe und nicht zu rechtfertigen.
Ständig würden neue Schulformen erfunden, in die Kinder nach Abschluss der Grundschule gehen könnten: Regionalschule, Erweiterte Realschule, Realschule plus, Mittelschule, Oberschule, Regelschule, Sekundarschule, Stadtteilschule, Werkrealschule, Gemeinschaftsschule - neben den Schulformen Haupt-, Real- und Gesamtschule sowie Gymnasium. Anlässlich des vierzigjährigen Bestehens der BDK beklagen die Oberstudiendirektoren in ihrer Berliner Erklärung, dass jedes Bundesland sein eigenes bildungspolitisches Süppchen koche. Für Eltern mit Schulkindern werde ein Umzug in ein anderes Bundesland daher zunehmend problematisch.