22.02.2009 · Altkanzler Schröder diente in Teheran als Sendbote investitionswilliger deutscher Exporteure. Aber gehört dazu gleich ein Treffen mit Präsident Ahmadineschad? Ein wie auch immer formuliertes Mandat hat Schröder dafür nicht.
Von Jasper von AltenbockumDie größte Freude am mehrspurigen Auftreten Gerhard Schröders hat wieder einmal die Geschäftswelt. Deutsche Unternehmer stört es schon lange, dass Berlin die Handelssanktionen gegenüber Iran ernster zu nehmen scheint als andere in Europa.
Zuletzt entzündete sich ihr Ärger daran, dass die Bundesregierung keine Hermes-Bürgschaften für neue Geschäfte mit Iran mehr vergeben will und das persische Feld deshalb anderen überlässt. Schröder diente da in Teheran als Sendbote investitionswilliger Exporteure. Aber gehörte zu dieser Rolle, die immer noch als „privat“ durchgehen könnte, auch gleich ein Termin bei Ahmadineschad? Wohl nicht.
Es ist eine der Gelegenheiten, bei denen der ehemalige Bundeskanzler so wirkt, als wolle er sich in eine Reihe mit anderen ehemaligen Staats- und Regierungschefs stellen, die Beziehungen spielen lassen, um ihren Nachfolgern Türen zu öffnen. Die haben dafür aber in der Regel ein wie auch immer formuliertes Mandat. Schröder hat das nicht. Oder sollte es in Berlin noch jemand geben, der sich brüsten darf, auf mehreren Spuren gleichzeitig zu fahren?