29.03.2009 · Das Kölner Chaos, das Kölns Oberbürgermeister Schramma nach dem Einsturz des Historischen Archivs nicht eindämmen konnte, sondern eher noch vergrößerte, ist zum Sinnbild eines gründlichen Scheiterns geworden. Eine mühselige Amtszeit geht zu Ende.
Von Jasper von AltenbockumNach knapp neun Jahren geht für Fritz Schramma eine mühselige Amtszeit zu Ende. Das lag auch an den Besonderheiten, die ihn Ende 2000 ins Amt trugen. Damals gewann die CDU in Köln die Oberhand, nicht weil sie so viel kompetenter wirkte, sondern weil es nach vierzig Jahren SPD einfach genug war.
Das war auch die Zeit, zu der in Nordrhein-Westfalen die Rollen der Stadtregierung im Alltag einer geänderten Kommunalverfassung neu ausgefüllt werden mussten. Das Stadtoberhaupt, das bis dahin nur repräsentativ wirken durfte und allenfalls durch ein Parteiamt Macht entfalten konnte, musste sich fortan gegenüber einer Verwaltung Gehör verschaffen, an deren Spitze jahrzehntelang ein Fachmann, der Oberstadtdirektor, die Stadt regiert hatte.
Dieser Kraftakt wurde Schramma erschwert durch eine Abwärtsbewegung seiner CDU und durch wechselnde Mehrheiten im Stadtrat. Das Kölner Chaos, das Schramma nach dem Einsturz des Historischen Archivs nicht eindämmen konnte, sondern eher noch vergrößerte, ist in diesem Panorama zum Sinnbild eines gründlichen Scheiterns geworden.