17.09.2012 · Angesichts der Empörung in der islamischen Welt sieht es so aus, als müsse der öffentliche Friede wieder besonders verteidigt werden. Doch reicht dafür die Anwendung geltenden Rechts. Hetze gegen den Islam kann und muss unterbunden werden.
Von Reinhard MüllerRichtlinien für Lesermeinungen
Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.
Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.
Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.
Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.
@Wolfgang Hock "Hier karikiert der Mächtige den Schwachen. = Unfair!"
Haben Sie nicht gelesen, daß der Filmmacher ein koptischer Christ
ägyptischer Herkunft sein soll, der damit gegen die
Unterdrückung und Verfolgung seiner Landsleute und
Glaubensbrüder und -schwestern protestieren und für sie einen
eigenen ägyptischen Staat fordern will?
In der Tat ist die Situation der Christen in Ägypten - auch
abgesehen von blutigen Anschlägen - alles andere als rosig. Kirche
in Not und Christian Solidarity International informieren über die
systematischen Entführungen christlicher junger Mädchen, die
dann - verheiratet und "freiwillig" zum Islam konvertiert -
irgendwann wiedergefunden werden.
Auf einer Website gibt es Ratschläge, wie man die eigene
Entführung verhindern kann - z.B. daß weibliche Personen, die
allein das Auto fahren, niemals bei (meist vorgetäuschten)
Unfällen anhalten sollen; bei einer absichtlichen Verschmutzung der
Windschutzscheibe durch Milch oder Schlamm nicht den Scheibenwischer
betätigen und dergl.
Sowas kommt nicht in die Nachrichten...
Doch, schon - die 1000 Zeichen sind "besser als nichts"
Danke, Herr Hock, daß Sie nochmal geschrieben haben. Ich kann Ihre
Haltung jetzt viel besser verstehen.
Ihre Ansicht, daß es irgendwann später einmal einen
günstigeren Zeitpunkt geben könnte, Islamisten den Spiegel
vorzuhalten, kann ich trotzdem nicht teilen. Im Moment ist doch alles im
Umbruch - wenn sich erstmal alles (die Macht der Islamisten in
Ägypten z.B.) etabliert und verfestigt hat, wird die Chance der
Kopten, sich Gehör zu verschaffen und - wenn schon nicht einen
eigenen Staat (das ist unrealistisch) - dann doch wenigstens gerechtere
Gesetze ...
Aber ich merke gerade, daß auch das unrealistisch ist. Schon unter
Sadat und Mubarak konnten "weltliche Gesetze" nichts
ausrichten, wenn die Scharia gegen sie in Position gebracht wurde (s.a.
das Schicksal Nasr Hamid Abu Zaids, der unter Mubarak niemals hätte
zwangsgeschieden und an Leib und Leben bedroht werden dürfen. Sagt
aber einer: Willst du klüger sein als Allah? muß auch der
Präsident verstummen).
Ihnen alles Gute.
Frau Gabi Heintz
Ich weiß nicht, was es ist, aber Sie bringen mich immer wieder
dazu, noch etwas zu sagen.
Einer der "menschlichen Werte" ist sicherlich der Respekt vor
dem Andersartigen, vor dem mir Unverständlichen. Dieser Respekt
scheint mir z.Z. besonders abhanden gekommen zu sein, sowohl in unserer
christlichen, als auch in anderen, wie der islamischen Kultur.
Wenn jede Kultur der anderen kleinlich vorschreiben will, was aus ihrer
Sicht "besser" ist, kann es zu Missverständnissen kommen,
die bis zu gewaltätigen Auseinandersetzungen führen
können, ja sogar zu Kriegen.
Natürlich haben gute Karikaturen auch immer einen Funken Wahrheit,
manchmal auch viel mehr, sie bringen etwas auf den Punkt, was man anders
nicht treffender hätte sagen können.
Aber es ist imMoment in dieser aufgeheizten Situation eben nicht gerade
angebracht, massiv den Islamisten ihre Schwächen und Fehler
aufzuzeigen, denn das erscheint dann arrogant von der westlichen Kultur.
Leider sind 1000 Zeichen viel zu wenig ...
Herr Hock, es geht mir - anscheinend genau wie Ihnen - um eine Parteinahme für David gegen
Goliath.
Nein, ich denke nicht, daß der Film das Prädikat
"wertvoll" verdient. Die "Laienspielschar" wird
keine Preise für Kostüm und Maske gewinnen.
Ich kann aber auch nicht schweigen, wenn der Islam so unbekannt ist und
so idealisiert wird, daß nachgespielte Szenen aus den Hadithen
für "Schmähungen" gehalten werden.
Welche "menschlichen Werte" sehen Sie denn in Gefahr,
zerstört zu werden? Vor allem im Lichte Ihrer Beobachtung,
daß die Kopten auch schon vor dem Erstarken des Islamismus seit
den frühen 80er Jahren verfolgt wurden?
Ist es nicht tatsächlich so, daß diese Provokationen, seien
es die dänischen Karikaturen, Charlie Hebdo oder eben dieses Video
gerade deshalb so viel Wut erzeugen, weil sie eben nicht frei Erfundenes
und Abstruses zeigen?
Würde über die systemimmanente Gewalt auch diskutiert, wenn
die Provokationen fehlten?
Ist auch hier - wie beim ESM - nicht der Schrecken ohne Ende schlimmer
als ein Ende mit Schrecken (Vorbild Süd-Sudan)? Warum kein Süd-Ägypten?
Herr Wolfgang Hock, ich sehe dieses Video als politischen Protest, weil diese Intention des Filme-
machers so berichtet wurde. (Vielleicht meinen Sie, der Mann lügt,
vielleicht würde eine Psychoanalyse verborgene andere Motive zum
Vorschein bringen, aber Unterstellungen sind irrelevant.)
Nur weil Sie mal in Ägypten zu Besuch waren, wissen Sie nicht mehr
über die dortige Situation als jemand, der viel liest
(übrigens Bücher; aber auch das Internet bietet seriöse
Informationen. Wenn Sie das bezweifeln, warum sind Sie dann
überhaupt hier?)
Die Dhimmies werden seit 14 Jahrhunderten verfolgt und schikaniert, das
ist bekannt. Insofern sind wir alle "spät dran".
Ich fühle mich nicht berufen, die Kopten "zu befreien".
Aber wenn diese selbst im Zuge der Arabellion protestieren, werde ich
die Verunglimpfung eines politischen Aktivisten, der für
Entrechtete kämpft, zurückweisen. Okay?
Alle Inhalte des Films gelten im Islam als unstrittig, außer der
unehelichen Geburt und der Unterstellung der Homosexualität. Dies
sind Schmähungen.
Frau Gabi Heintz
Noch etwas:
Was ich bei all unseren Gesprächen bei Ihnen nicht verstehe, ist,
warum Sie dieses Video dieses Kopten als provokanten Film sehen wollen,
der die Welt aufrütteln und seine politischen Ziele (!)
bekanntmachen will.
Dieses Video ist von solch schlechter Qualität, ein solcher Schund,
dass es unmöglich ist, damit die Welt aufzurütteln. Diesem
Video geht es nur um eines: Ganz primitiv Aggressionen aufstacheln und
Revolten provozieren, die wieder Gewalt erzeugen.
Solche Machwerke haben keine ehernen Ziele, haben keine Ideale, dienen
nur zur weiteren Vernichtung menschlicher Werte, sind rein destruktiv.
Warum verteidigen Sie so etwas ?
Und wie ich schon sagte:
Die Verfolgung der Kopten in Ägypten ist keine Erscheinung nur in
der Zeit nach Sadat!
Wenn Sie sich für die christliche Minderheit in Ägypten erst
jetzt starkmachen, sind Sie sehr spät dran und sollten nicht diesen
Schund verherrlichen oder gar als Quelle von Wahrheiten ansehen.
Frau Gabi Heintz
Sie sagen: "die Kulturkreise im Ganzen haben nicht das Video
gedreht, um das es geht, sondern EIN KOPTE
... darum widerspreche ich Ihrem Verdikt, hier karikiere "der
Mächtige den Schwachen".
Das Video ist von einem Kopten gedreht worden. Richtig.
Aber der Inhalt des Videos betrifft die Kulturkreise im Ganzen, deshalb
haben wir ja die Ausschreitungen im Sudan und anderswo, nicht nur in
Ägypten. Und da trifft meine David-Goliath-Beschreibung eben doch
zu, wie schon so oft dargelegt.
Die Kopten waren eben auch schon früher "verfolgt und
entrechtet", nicht erst seit der Radiklalisierung ab 2001.
Ob sich die Lage der Kopten wesentlich verschlechtert hat seit 1981,
kann ich nicht beurteilen. Aus dem Internet abgeschriebene Dinge helfen
da nicht weiter.
Damals waren z.B. auch schon radikale Studentinnen zu sehen an der
Universität in Kairo, die fanatisch und provokativ Kopftücher
trugen, um gegen den Westen und seinen "Verfall" zu
protestieren. Anschläge auf Kopten waren an der Tagesordnung.
"die Kulturkreise im Ganzen" haben nicht das Video gedreht, um das es geht, sondern EIN KOPTE
... darum widerspreche ich Ihrem Verdikt, hier karikiere "der
Mächtige den Schwachen". Denn ein Angehöriger einer
verfolgten und entrechten Minderheit will per provokantem Film die Welt
aufrütteln und seine politischen Ziele bekanntmachen.
Zu diesem Behuf haben andere schon Bomben geworfen. Das hat dieser Kopte
nicht getan.
Zur Verschlechterung seit 1981:
Wenn Sie im Jahre 1981 vor Oktober in Ägypten waren, hat da sogar
noch Sadat regiert. Erst ab Anfang der 80er Jahre kam der Wahabismus
durch Gastarbeiter nach Ägypten und stärkte die
Muslimbruderschaft. In den 90er Jahren trugen die meisten Frauen noch
kein Kopftuch. 2006 wurde ein religiöses Beratungs-Gremium
abgeschafft, das bei strittigen "Konversionen" junger
Mädchen oftmals dafür gesorgt hatte, daß diese zu ihren
Familien und dem christl. Glauben zurück durften. In
"Märtyrer 2008" (idea Verlg.) ist von terrorist.
Angriffen auf Christen "in jüngster Zeit" die Rede. In
den letzten Jahren sind zig-Tausende ausgewandert.
Frau Gabi Heintz
"Die Situation der Kopten 1981 war sicher nicht annähernd so
verzweifelt wie heute"
Woher wollen Sie das wissen ? Nur weil 31 Jahre vergangen sind nehmen
Sie automatisch an, dass alles viel schlimmer geworden ist. Sie wissen
es nicht, Sie behaupten es einfach.
"Wie können Sie also sagen, die Kopten seien die Starken und
die Muslime in Ägypten seien die Schwachen?!"
Das habe ich nie gesagt, ich habe die Kulturkreise im Ganzen gesehen,
nicht die individuelle Situation nur in Ägypten.
"Es war doch nicht Cheney, Bush oder Romney - auch nicht Geert
Wilders oder Ayaan Hirsi Ali, die das Video gemacht haben, sondern ein Kopte!"
Es geht doch gar nicht um den Inhalt dieses Videos, der wird doch nur
als Vorwand benutzt.
Sie versuchen, meine Argumentation einseitig auf die Vorgänge in
Ägypten zu fixieren.
Was ich versuche, ist darzulegen, diese Radikalisierung im Umgang mit
andersartigen Kultruren auf beiden Seiten zu erklären, um besser zu
verstehen, wie wir darauf reagieren sollten.
Die Situation der Kopten 1981 war sicher nicht annähernd so verzweifelt wie heute
- inzwischen ist viel passiert (ich brauche es wohl nicht aufzuzählen).
Und es ist ein großer Unterschied, ob es um allgemeine
Kriminalität geht (unter der alle leiden) oder um Diskriminierung,
Verfolgung, Schikane, ja, faktische Rechtlosigkeit einer bestimmten
Bevölkerungsgruppe (Anzeigen werden oft nichtmal aufgenommen, die
Zeugenaussage eines Muslim zählt ohnehin doppelt so viel wie die
eines Dhimmi... Jedenfalls wagen die meisten erst gar nicht, eine zu
machen, weil sie eben ihr Haus nicht in Flammen aufgehen sehen wollen).
Wie können Sie also sagen, die Kopten seien die Starken und die
Muslime in Ägypten seien die Schwachen?!
Es war doch nicht Cheney, Bush oder Romney - auch nicht Geert Wilders
oder Ayaan Hirsi Ali -, die das Video gemacht haben, sondern ein Kopte!
Frau Gabi Heintz
Ich kenne die Situation gerade in Ägypten recht gut, weil ich 1981
länger dort verweilte, weil eine Bekannte von mir einen
Ägypter geheiratet hatte. Der Konflikt zwischen der koptischen
Minderheit und der muslimischen Mehrheit war damals auch schon zu sehen:
Eines Tages stand das Nachbarhaus in Flammen vor meiner Nase, es war das
Haus eines koptischen Christen.
Außerdem habe ich 18 Jahre in Brasilien gelebt, dort gibt es auch
solche Ratschläge, wie man der eklatanten Kriminalität
versucht zu entgehen.
Also meine Informationen stammen nun mal wirklich nicht nur von den
"offiziellen" deutschen Nachrichten !
Und:
Was Sie da beschreiben, trifft meine Darstellung überhaupt nicht,
denn es handelt sich um die Kulturen als Ganzes. Da gibt sich die
westliche "aufgeklärte" Kultur immer gerne als Leitkultur
in der Welt, allen anderen überlegen in Freiheit, Zivilisation,
Fortschritt, sozialer Gerechtigkeit, Technologie usw. Unfair ist, wenn
der Starke den Schwachen karikiert, das ist hier der Fal
und deren Anstiftern würde sehr schnell der Protest vergehen, wenn sie sähen, daß es auf der anderen Seite, unserer, keine Reaktion und Betroffenheitsadressen, die letztlich als Unterwerfung anzusehen sind, gäbe. So sieht man auf der Seite der „Demonstranten“ und deren „Führer“, wo sich die weiche Flanke befindet, in die man bei jeder sich bietenden oder heraufbeschworenen Gelegenheit, stechen kann.
Die Neutralität des Netzes ist kein Mythos
Hier muss ich dem Autor des Artikels widersprechen. Jedes Medium ist
inhaltlich gesehen zunächst völlig neutral, es kommt darauf
an, was der Autor -also wir Menschen- daraus machen. Papier ist
geduldig, so ist auch die Textsoftware oder das Foto-Video als Medium
inhaltlich zunächst neutral. Formal und technisch unterscheiden
sich die Medien sehr, so ist das Internet sofort weltweit erreichbar und
blitzschnell. Das ist ungewohnt für uns, deshalb können wir
noch nicht adäquat damit umgehen.
So bin ich auch für die absolute Meinungsfreiheit und auch Freiheit
der Kunst, alles andere kann sehr schnell unter falschen
Begründungen wieder zu Unterdrückungen führen.
Aber:
Man muss sich bewusst sein, was man anrichten kann mit so einem
machtvollen Instrument. Satire und Karikatur dienen in der Kunst
normalerweise dazu, aus einer David-Goliath-Beziehung heraus gegen die
Mächtigen angehen zu können. Das ist aber bei diesem Film
genau umgekehrt: Hier karikiert der Mächtige den Schwachen. =Unfair !
Freiheit, die das Grundgesetz garantiert
Vieles wurde von Herrn Müller richtig kommentiert. Doch es gibt auch Passagen, die falsch sind. Nein, nicht jeder Kommentar oder jeder Fim muss ins Netz. Aber wir leben nun mal - gottseidank säkular- in einer freien, demokratischen Weltordnung, die wir durch die Aufklärung hart erarbeitet haben. Da muss man auch mit Fehlern, religiösen Beleidigungen etc. leben. Wir adeln wie sie schreiben, Herr Müller, durch unsere Toleranz nicht die Produkte aus dem Internet. Aber wir sind wohl in der Lage, auch klerikale Schmähungen auszuhalten, oder wie Christus himself auch unsere andere Backe hinzuhalten.Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Wir, die Bürgergesellschaft, die Medien, würden mit einem Verbot ein Werkchen adeln, das den Namen Werk gar nicht verdient, es dadurch über Gebühr aufwerten. Und die Muslime in diesem Land müssen sich fragen lassen, ob sie mit der freiheitlichen Rechtsordnung dieses Landes im friedlichen Konsens leben wollen, oder solche Aktionen nur für eigene PR missbrauchen
Kritik darf nicht unterbunden werden
"Hetze gegen den Islam kann und muss unterbunden werden.“
Ich unterstelle, dass jede kritische Auseinandersetzung mit dem Islam zu
dem Vorwurf der Hetze führt.
„Hetze“ gegen den Islam, z. B. Kritik an Zwangshochzeiten,
darf nicht unterbunden werden.
Man muss Missstände kritisieren dürfen
Ach so, ja wirklich !!!
Ich bin dafür, dass man Missstände kritisieren kann, ob sie
nun unter dem Deckmantel einer Religion passieren oder nicht !!!
So konsequent bin ich gegen Freiheitsentzug !!!
Ach so
ja, wirklich? Erklären Sie wenigsten, wie konsequent sie gegen Freiheitsentzug sind.
Die schlimme Fratze entlarvt sich selbst. Ist es Toleranz, wenn ich zuschaue, wenn völlig unbeteiligte Menschen umgebracht werden und die Masse dazu jubelt. Was würde der Autor sagen, wenn ein Botschafter eines Landes bei uns umgebracht würde, aber die Staatsmacht nicht alles dafür tun würde die Täter dingfest zu machen und die Gruppe, den Verein, die Religion nicht augenblicklich verbieten lassen würde. Schlimm ist, wenn Vertreter dieser Religion, die bei uns leben wie der Zentralrat der Muslime nicht Lichterketten und Mahnwachen von seinen Anhängern für die unschuldigen Opfer fordert, sondern sich hinstellt und vor schlimmen Folgen warnt, falls der Film gezeigt wird und damit indirekt zu Gewalttaten gegen völlig unbeteiligte aufruft. Wie kann jemand, der immer sagt der Islam sei eine friedliche Religion solche Gewaltexzesse nicht als gottlos und unmenschlich verurteilen.
Das deutsche Modell ist nicht laizistisch
Deutschland ist kein laizistisches Land und das ist auch gut so. Wir brauchen weiterhin eine tolerante und zurückhaltende christliche Leitkultur, welche die Richtung weist und unter deren Schirm auch andere Wertvorstellungen Platz haben. Strenger Laizismus führt nur zu Kampf oder Orientierungslosigkeit und brennenden Vorstädten.
Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.09.2012 16:54 UhrWer definiert was?
Keiner von uns hat die Definitionshoheit über das Christentum. Man
kann genauso gut den Prozess der Rationalisierung, der übrigens
auch im Mittelalter schon kräftige Blüten trieb, als Teil
christlichen Denkens sehen. Der Religionsbegriff selbst verzeichnet die
Wirklichkeit, weil er kategorisch heterogene Phänomene unter einen
Nenner bringt.
Den Inhalt der christlichen Rede als Mystizismus zu beschreiben, ist
ebenfalls eine von außen herangetragene Kategorie, die den
theologischen Reflexionen nicht gerecht wird.
Glaube, Liebe, Hoffnung sind durchaus praktikabel.
Ebenso gut könnte ich übrigens sagen: Der Säkularismus
hat sich fleißig aus bereits Vorhandenem bedient und hat in der
gegenwärtigen Situation wenig Positives und Erbauendes zu bieten.
Zunächst einmal ist die christliche Religion eine unter vielen
und hat sich, wie viele andere auch, fleissig aus bereits vorhandenem bedient. Die von Ihnen genannten Werte sind sicher keine christl. Neuerungen. Die beschränken sich eher auf ein recht negatives Menschenbild (Erbsünde) und völlig impraktikablen Radikalpazifismus (Bergpredigt). Und selbst wenn heute relevante Werte christlichen Ursprungs wären, so sind wir doch mittlerweile in der Lage diese Werte besser weil rationaler zu argumentieren als auf uralten Mystizismus zurückzugreifen. Das Christentum mag die deutsche Geschichte geprägt haben, der Gegenwartsgesellschaft aber hat es so wenig positives zu bieten wie der Islam.
Welche Werte meinen Sie denn?
Individuelle Freiheit? Nächstenliebe? Gleichheit? Augustinische
Trennung von Kirche und Staat?
Viele unserer Werte sind zumindest christlich angehaucht.
Neutralität gibt es nicht. Die Säkularkultur ist Produkt
christlicher Dialektik.
Wenn Christentum jedoch nur unter einem abstrakten Religionsbegriff
gefasst wird, kommen diese Dimensionen nicht ans Licht.
Eine tolerante christliche Leitkultur
ist ein Widerspruch in sich, denn die christliche Ideologie hat letztlich, wie die islamische, einen totalitären Geltungsanspruch. Es ist der säkulare Staat, der diesem Anspruch Grenzen setzt. Wir sind nicht glaubwürdig und kommen in der Auseinandersetzung mit dem Islam keinen Schritt weiter, wenn wir ihm einfach nur eine andere Religion entgegensetzen. Werte und Toleranz benötigen keine religiöse Rechtfertigung.
Es gibt ein schamloses Video – und es ist unklar, wer das
eigentlich gesehen hat, denn von den meisten Empörern wird
angenommen, dass sie es noch nicht einmal gesehen haben. – Dies
genügt den Empörten jedoch, vor Botschaften zu demonstrieren,
diese zu stürmen und unbeteiligte umzubringen – was, so wird
vermutet, gezielt herbeigeführt wurde.
Vor diesem Hintergrund ist es verlogen, eine auf uns eingeschränkte
Diskussion von Grundwerten (und deren sinnhaften Einschränkung) zu
führen, denn wie die Empörten in ihrer Selbstermächtigung
zeigen, haben Sie kein Verhältnis zum Rechtsstaat und kennen selbst
keine Grenzen.
Der Artikel ist schön abgewogen. Also gut?
NEIN! Denn der Artikel geht ganz stillschweigend davon aus, dass unsere
eigene Religion, die einzige Religion, die funktionierende Demokratien,
Frauenwahlrecht etc herbeigeführt hat auch weiter geschmäht
werden darf, während empfindlichere Leute als wir doch
bitteschön nicht beleidigt werden sollen. Wir sind schliesslich
selbstbewusst tolerant.
Mumpiz! Wir klemmen den Schwanz ein und kaschieren es als Weltoffenheit.
Aber Gleichgültigkeit und Feigheit sind nicht Weltoffenheit.
Wer bei uns lebt muss damit umgehen können, dass unappetitliceh
Zeitgenossen seinen Glauben in den Schmutz ziehen, ohne dass er deshalb
gewalttätig wird (so heisst das von ihnen beschönigend
benutzte Wort "violent" auf Deutsch).
Dass hier man alles beleidigen DARF ist ein unschöner Sachverhalt
und man sollte sich überlegen, ob wir nicht zu weit gegangen sind.
Bis dahin haben aber auch die Empfindlichsten zu dulden, dass ihre
Religionsbegründer verunglimpft werden.
Wenn ich je eine schwache Replik gelesen habe,
ist es diese, Herr Heinrichs! Sie sehen die Bühne der
Ausschreitungen nicht dort, wo diese tatsächlich stattfinden.
Es geht auch um Anstand, man möge das auch Respekt vor Andersdenken
nennen. Irgendwann sollte gegen Hassprediger ebenso eingeschritten
werden, wie gegen diesen cineastischen Blödsinn. Jetzt wäre
der Zeitpunkt gekommen, klarzumachen was geht und was nicht. Wir leben
nicht in einem Staat, in dem die Sharia Gesetz ist. Soll der Islam seine
Rechte, seine Ansprüche in dem von ihm überdachten
Ländern ausüben: Der Islam gehört NICHT zum
deutschsprachigen Europa. Muslims sind Bürger, die das Recht der
freien Religionsausübung leben. Das steht ihnen zu. Nicht mehr,
nicht weniger als anderen Bürgern dieser Staaten.
Sie irren.
Eine funktionierende Demokratie muß so einen Blödsinn wie das
den "Glauben durch den Schmutz ziehen" aushalten!
Genauso muß sie gegen die hart durchgreifen, die meinen ihre
(zugegeben harte) Verletzung mit Gewalt beantworten zu müssen! -
Oder die die meinen noch mehr Öl ins Feuer gießen zu müssen.
Oder gehören Sie zu den Hardlinern die für ein paar Minuten
dümmlich in der Basiliuskathedrale mit dem Hintern wackeln für
Blasphemie halten und mit zwei Jahre Arbeitslager bestrafen ?
Deutschland sucht den "SuperMob"!?
Ich finde die ganze Diskussion um dieses Video genauso
überflüssig wie die Debatte um die Veröffentlichung der
"Möpse ihrer königlichen Hoheit", der Herzogin von
Cambridge!
Ich lasse mir nicht von einem aufgehetzten Mob vorschreiben, welches
Video oder welche Karikaturen "richtig" oder
"falsch" sind!
Ich lebe in einem laizistischen Land - Einmischungen in die Politik
seitens religiöser Vertreter verbitte ich mir.
Ferner widert es mich an, wenn mit voller Absicht und unter dem
Deckmantel der Presse- & Meinungsfreiheit religiöse
Gefühle von Menschen verletzt werden und Trittbrettfahrer ala
"Pro-Deutschland" damit Propaganda betreiben! Da werden die
Biedermänner zu Brandstiftern.
Ich kann nur hoffen, daß sich kein Kinobesitzer findet, der so
dämlich ist, seine Räumlichkeiten für das Zeigen dieses
Films zur Verfügung stellt.
Ein starkes Stück wäre jedoch, wenn die Politik die
Aufführung verhindert.
eher Gleichgültig
Der Vergleich mit den königlichen Brüsten soll doch einfach
nur humorvoll wirken, um ihrer Argumentation etwas darüberstehendes
zu verleihen. Letztendlich wirkt es aber nur Gleichgültig.
Denn sie machen sich nicht mal die Mühe die Sitiuation Ernst zu nehmen.
Sie ernten die Früchte, wollen aber nicht säen. Hier geht es
nicht darum, dass jemand absichtlich dieses Video zeigt um zu
provozieren, sondern darum, dass es egal sein muss aus welchen
Gründen er das macht. Solange es dem Gesetz entspricht, darf er
auch ein Arschloch sein. Das gehört eben auch dazu. Also muss ihr
Laizismus erweitert werden und auch die dämlichen Kinobesitzer und
Pro-Deutschland schützen.
Fehlende Empathie und "Meinungskampf"
Müllers Argumentation berücksichtigt zwei Dinge nicht:
1. Es sind Menschen ermordet worden wegen des Videos, und dennoch
demonstrieren Moslems weiter gegen das Video. Die
"Kollateralschäden" interessieren sie insoweit nicht,
jedenfalls werden sie nicht als so wichtig angesehen, als dass sie sie
von weiteren Demonstrationen abhalten könnten.
2. Niemand "adelt" das Video, jedenfalls nicht in der
seriösen Presse. Dass der Staat nicht die Kompetenz hat, eine
bestimmte Meinung zu verbieten, geht dabei unter. Um
"Meinungskampf". geht es aber (auch). Und je stärker die
eine Seite ihre Position "darlegt" (Hasspredigten z.B.), desto
intensiver darf denn auch die Reaktion der anderen Seite erfolgen. Im
Meinungskampf sind drastische Äußerungen erlaubt. Deshalb hat
das Bundesverfassungsgericht die Aussage, Soldaten seien Mörder,
als von der Meinungsfreiheit umfasst betrachtet.
"Hetze gegen den Islam kann und muss unterbunden werden."
Man möchte dem Autor zustimmen. In der Tat, für Hetze gegen Muslime und grundlose Beleidigungen und Provokationen sollte in der deutschen Öffentlichkeit kein Raum sein. Aber wieso gilt das offenbar nur für Muslime? Warum hat es in der FAZ keinen Aufschrei gegen die ebenso widerliche, vulgäre und verletzende Schmähung Christi auf der "Caricatura" in Kassel nicht gegeben? Wieso kann die Zeitung Die Welt vulgäre Abbildungen des Papstes veröffentlichen, ohne dass dies Konsequenzen hat? In solchen Veröffentlichungen der sogenannten deutschen Qualitätspresse wird mit genau denselben Methoden operiert, mit denen die deutsch-nationale Hetz-Presse einst Reichspräsident Friedrich Ebert zur Strecke brachte. Respekt vor anderen - wie er aus gutem Grund immer wieder bei Fussballspielen öffentlichkeitswirksam eingefordert wird scheint für manche Chefredaktion keine Rolle mehr zu spielen. Erst wenn Gewalt droht, dann finden auch solche Redaktionen, dass Respekt nötig ist. Ein Armutszeugnis.
Zensur versus freie Meinungsäusserung
Wenn ich hier die Meinungen lese, sehe ich eine recht starke Tendenz zu
pauschalisieren. In Anbetracht, dass es über 1,6 Milliarden Muslime
gibt (Quelle:citizentimes.eu), stelle ich fest, dass die Randalierer
sich im Komma Promille-Bereich bewegen.
Das Gros der Muslime ist entsetzt über die Todesopfer, über
die Reaktionen und den schändlichen Film! Auch wir in Nordafrika
leiden unter der Situation der Unruhen und Demonstrationen.
Freie Meinungsäusserung, ja die ist im Prinzip gut, aber bitte auf
sachlicher, fundierter Basis und mit Anstand!
Immer wieder wird nun die Frage sein, muss man das Internet zensieren?
Nun Verbote wird es immer mehr geben, wenn es Einzelne Menschen gibt,
die sich nicht an Anstand und Respekt halten!
Ziel dieses Filmes?
Nun diese Reaktion der Extremisten war voraussehbar.
- Wollte nun der Schreiber die Nordafrikanischen Staaten "aufmischen"?
- Obamas Wiederwahl vereiteln?
- Das langsame Annähern verschiedenen Glaubensrichtungen vereiteln?
- Gedankenlosigkeit?
Nach geltendem Recht eher legal
Sicherlich gibt es die genannte Strafnorm; allerdings war von seiten von Strafverfolgungsbehörden auch schon zu hören, dass der Film eher nicht strafbar ist. Das kann man natürlich nur überprüfen, wenn man (wie ich nicht) den ganzen Film kennt, um eine Gesamtschau zu betreiben. Vor dem Hintergrund von Meinungs- und Kunstfreiheit muss man aber die Verunglimpfung wohl eng auslegen. Vor dem Hintergrund eben dieser hohen Werte wird man hinsichtlich eines Aufführungsverbots (zu unterscheiden von der Strafe nach dem StGB!) wohl ein strafbares Verhalten als Voraussetzung forden müssen. Zu bedenken ist ja: die öffentliche Ordnung wird unmittelbar eigentlich nur von denjenigen, die mögliche Ausschreitungen begehen, gestört; eine Hinterzimmerfilmvorführung bedeutet ja wohl noch keine unmittelbare Störung. Ausschreitungen hierzulande können polizeilich verhindert werden. Und sollen Ausschreitungen im Ausland Grundrechtseinschränkungen hierzulande rechtfertigen können?
Warum messen wir mit zweierlei Maß?
Der Westen hat sich gegen die kommunistischen Diktaturen durchsetzen können; er hat das vermocht, weil er Stärke bewies. Wollen wir jetzt vor dem Islam/Islamismus einknicken, nur weil Religion scheinbar etwas Heiliges ist? Der Kommunismus hatte im Westen nie wirklich eine Chance, die Gesellschaft zu unterwandern. (In Deutschland war beispielsweise die KP verboten!) Bei dem Islam sieht das ganz anders aus – vor allem, wenn ihn eine breite Allianz aus Politkern und Journalisten quasi unter Naturschutz stellen will.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.09.2012 13:12 UhrUnterwanderung
Herr Tiemann, manchmal frage ich mich, wo bei Ihresgleichen (ich
pauschaliere jetzt einfach mal so wie Sie bei den Politikern und
Journalisten) diese Angst vor der Unterwanderung durch den Islam
herkommt? Ein atavistischer Reflex? Die Türken vor Wien? Um Gottes
Willen!!! Sie kommen zurück und holen sich unsere Frauen, Kinder,
unser Geld, unsere Autos??? Man nehme doch endlich zur Kenntnis: Hier
wird niemand unterwandert. Wir sind immer noch die gute alte
Bundesrepublik.
Auch wollen wir mal nicht vergessen, dass es zwischen Kommunismus und
Religion Unterschiede gibt: Der Staats-Kommunismus hat es nie und
nirgends geschafft, sich ohne Repression nach innen zu halten. In dem
Moment, wo staatliche Institutionen den Druck auf das eigene Volk
gelockert haben, war ihre Macht stets dahin und der Kommunismus perdu.
Ein Christ, Moslem oder Jude mag sich je nach Selbstverständnis
seinem Gott "unterwerfen", aber er tut dies stets aus freien
Stücken.
Herr Tiemann
Der Westen waere auch vor dem Kommunismus eingeknickst, waeren nicht die, bei uns so verhassten Amerikaner, dagewesen!
neues aus dem Gazastreifen Deuschland
Sarrazin hat prophezeit, dass unsere Gesellschaft den Bach runtergeht,
wenn die islamische Einwanderung nicht bald gestoppt wird und der
Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky hat gerade ein Buch
herrausgebracht: "Neuköln ist überall".
Wer noch Zweifel an diesen Szenarien hegte, kann derzeit anschaulich
lernen, wie das Verhalten von Moslems strukturiert ist. Sie fühlen
sich von irgendwas provoziert, rasten aus und drohen anschließend,
noch mehr auszurasten, wenn nicht alles unterassen wird, was sie
provozieren könnte. Das primitive Steinzeitgebahren wird über
Verbandsvorsitzende, wie die syrische Lamentiergestalt Aiman Mazyek, in
unsere Massenmedien transportiert.
Frau Schmidt,
Ihr Text schert alles und jeden über einen Kamm. Genausogut
könnte ich schreiben, alle Deutschen hätten keine Werte mehr,
unsere Gesellschaft würde in ein paar Jahren zerfallen, weil uns
die Moral und das Deutschsein abhanden gekommen sind. Garnieren
würde ich das dann mit der Behauptung, dass das Ende nahe
bevorstehen muss, weil ja bereits Bayern München schon das Siegen
verlernt hat.
Wo führt uns Ihre Statement und meine fiktive Replik aber hin? Zur
Einäugikkeit, zum Vorurteil, zum Unrechtsstaat, der den Anschein
über Fakten stellt. Sarazin hat viel Geschrieben und das meiste war
Unsinn. Neukölln ist mitnichten überall. Und nicht jeder
Moslem ist "gleich" strukturiert, ebenso wenig wie jeder
Christ oder Atheist. Primitiv ist lediglich das Gebaren von Menschen,
die das Gegenteil behaupten und selbst nichts tun, um unsere Demokratie
lebendig zu halten, anstatt zu meckern und zu menetekeln.
Wie ein guter Freund mal zu mir sagte:
Satire muss wehtun, sonst wird sie nicht verstanden.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.09.2012 00:33 UhrSatire?
Ja, da war der Dieter Hildebrand superstark. Der Autor des Videopamphlets tut nicht weh, und Satire sind Beschimpfungen auch nicht. Man sollte differenzieren können.
die Schlacht um unsere Werte hat schon längst begonnen
Die Islamkritikerin und Menschrechtlerin sagte kürzlich in einem
Interview: "Der Westen sollte endlich aufhören mit der
moralischen Relativierung und damit beginnen, seine Werte zu
verteidigen. Das wird im Endeffekt weniger Leben kosten, als sich
vorübergehend mit Diktatoren und Tyrannen zu verbünden."
In den USA ist "Eurabia" ein feststehender Begriff und steht
für eine dekadent zerfallende europäische Kultur, die sich
orientalisiert. Der Begriff konnotiert sowohl Mitleid als auch Verachtung.
Das ist keine Behauptung oder Meinung, sondern eine Tatsache.
Entsprechende Zitate aus New York Times und Los Angeles Times
können nachgelesen werden.
Die Sache ist insofern relevant, als es oft hilfreich ist, die
Wahrnehmung von unbeteiligten Dritten in die eigene Urteilsbildung einzubinden.
Frau Schmidt - das Sie ausgerechnet die USA zum Kronzeugen gegen europäische Dekadenz ausrufen...
.... hat gleich auf mehreren Ebenen hohes Amüsierpotential.
Was wird denn in den USA an WERTEN vorgehalten, was in Europa als
Vorbild dienen könnte?
In keinem anderen westlichen Land gibt es derart viele, auch
gewaltbereite, religiöse FUNDAMENTALISTEN wie in den USA, Bush war
einer von Ihnen.
Die pseudoreligiöse und faschistoide Scientology-sekte kommt von
dort, mehrere sekten haben dort schon Blutbäder und
Massenselbstmorde verübt.
Eine solidarische Bürgergesellschaft mit Krankenversorgung gilt
dort noch als "Kommunismus" und es ist kein Zufall, daß
dort das Gesetz des Dschungels gilt.
Vielmehr ist es der US-Lebensstil, den auch die gemäßigten
Muslime sowie ein christlich orientierter teil der kath Kirche -
übrigens meiner Meinung nach in Teilaspekten durchaus zu recht -
als DEKADENT brandmarkt.
Ein Land, in welchem ein für Sekunden Sichtbare weibliche Brust
einen Skandal hervorruft, aber Selbstjustiz und Gewalt als
Konfliktlösung pausenlos gepredigt wird, IST dekadent.
Herr Kolb, anders wählen würde durchaus zum Erfolg führen!
---
Korrektur
sollte heissen: die Islamkritikerin und Menschenrechtlerin Ayaan Hirsi Ali
Mir gleich wer hier wo wie wann oder warum seine Lebensweise lebt,
solange er mich damit nicht einschränkt oder gefährdet. Auch
habe ich etwas gegen Leute, dort sind auch Deutsche eingeschlossen, die
uns wegen unserer Vergangenheit ausnutzen, DAS ist ein Grund wütend
zu werden, als ob andere Länder nicht auch ihre Schandflecke in der
Geschichte haben.
Müssen wir Deutsche denn trotzdem so unseren Ar*** hinhalten und
alles dulden?
Kaum spricht man mal aus, was man denkt und dazu gar etwas kritisches,
wird man gleich abgestempelt, Meinungsfreiheit 2.0
Danke, da bin ich raus.
Ich gebe dem Autor vollkommen Recht. Ich habe das Video auch nicht
gesehen, doch das spielt überhaupt keine Rolle mehr. Wer hier
feinsinnig über den Inhalt des Filmes dozieren will, hat von der
gefährlichen Dynamik, die hier bereits in Gang ist, nichts begriffen.
Die arabische Welt ist nach den Ereignissen der letzten Jahre in einem
sehr instabilen Zustand. Was wir hier als idealistisch Meinungsfreiheit
zu verteidigen glauben, zeugt von einer gewissen saturierten
Abgehobenheit, die etwas von Marie Antoinette hat, die auch nicht
begriff, dass ihre aristokratische Welt nicht unerschütterbar ist,
als die Massen auf den Straßen protestierten.
Sprechen wir hier
von Meinungsfreiheit oder perfider, gezielter Provokation?
Gutmenschen mögen im Garten am Grill darüber diskutieren, was
tolerierbar ist und sich dabei grossartig fühlen. In den
Ländern, in denen jetzt wegen des Blödsinns in bewegten
Bildern Menschen zu Tode kommen, Häuser brennen, stehen
wahrscheinlich nur wenige Grillöfen im Garten! Man muss nicht
tolerieren, dass jemand, in ein aus welchen Gründen immer
existierendes Pulverfass noch ein brennendes Streichholz wirft!
Tut mir leid...
...aber Ihr Kommentar, @Herr Wunsch, befremdet. Kritik hat nichts mit "saturierter Abgehoben heit" zu tun. Und auf jeden Fall gehört Meinungsfreiheit verteidigt; auch und gerade als idealistisch. Es ist und bleibt ein hohes Gut, was in vielen islamischen politischen Systemen leider nicht der Fall ist, weil es den eigenen Zielen, der eigenen Ideologie widersprechen würde (siehe Iran!). Und Ihr Griff in die Geschichte der Aristokratie erweist sich hier leider nicht als hilfreich...und taugt überhaupt nicht!
Reinhard Müller Jahrgang 1968, in der politischen Redaktion verantwortlich für „Zeitgeschehen“ und für „Staat und Recht“.
Jüngste Beiträge