28.04.2009 · Der Vorstoß für vorgezogene Wahlen in Schleswig-Holstein von Ministerpräsident Carstensen galt für jedermann sichtbar der eigenen Partei, um dort endlich wieder Ruhe zu bekommen.
Von Frank PergandeDa hatte der scharfzüngige Ralf Stegner recht. Von „Theaterdonner“ sprach der SPD-Vorsitzende von Schleswig-Holstein, nachdem sein Konkurrent von der CDU, Ministerpräsident Peter Harry Carstensen, vorgeschlagen hatte, nicht erst in einem Jahr den neuen Landtag zu wählen, sondern schon im September. Carstensen hatte das mit Aufforderungen aus der SPD begründet.
Aber das war ziemlich windschief. Für jedermann sichtbar galt der Vorstoß der eigenen Partei, um dort endlich wieder Ruhe zu bekommen, rechtzeitig vor dem 15. Mai. An dem Tag soll Carstensen zum Spitzenkandidaten gewählt werden – möglichst mit einem noch besseren Ergebnis als Stegner bei der SPD.
Die SPD will keine vorgezogene Wahl, die CDU muss sich fügen, hatte aber wohl auch nicht ernsthaft anderes erwartet. Wie auch immer, die große Koalition in Kiel ist ein mühsames Geschäft. Fortan wird es noch mehr Hauen und Stechen geben. Das scheint ein Wesenszug von Politik im Norden zu sein. Dennoch: Dass die Partner es einigermaßen anständig zu Ende bringen wollen, ist in Ordnung.
Frank Pergande Jahrgang 1958, politischer Korrespondent für Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern mit Sitz in Schwerin.
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