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Schavans Doktortitel Uni Düsseldorf eröffnet Plagiatsverfahren

Die Universität Düsseldorf eröffnet ein Verfahren zur Aberkennung des Doktortitels von Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Das kündigte der Vorsitzende des zuständigen Fakultätsrats an.

© dpa Muss um ihren Doktortitel fürchten: Bundesbildungsministerin Annette Schavan

Der Fakultätsrat der Universität Düsseldorf hat beschlossen, das Verfahren zur Aberkennung des Doktorgrades von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) zu eröffnen. 14 Fakultätsratsmitglieder stimmten mit ja, einer enthielt sich der Stimme.

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In den nächsten Wochen würden sich die Mitglieder des Rates intensiv mit den Unterlagen des Promotionsausschusses und der Stellungnahme der Betroffenen auseinandersetzen. Für den 5. Februar sei eine weitere Sitzung geplant, in der die Fortsetzung des Verfahrens auf der Tagesordnung stehen werde.

Ergebnisoffenes Verfahren

Das Verfahren sei ergebnisoffen, heißt es in einer Erklärung der Philosophischen Fakultät der Universität vom Dienstagabend. Der Fakultätsrat hat seine Entscheidung allein auf der Grundlage des Gutachtens des Düsseldorfer Judaisten Stefan Rohrbacher gefällt, der Vorsitzender des Promotionsausschusses und stellvertretender Vorsitzender des Fakultätsrats ist.

Ein Kurzgutachten des emeritierten Direktors des Max-Planck-Instituts für ausländisches Recht und Völkerrecht in Heidelberg Rüdiger Wolfrum, das der F.A.Z. vorliegt, hatte sich kurz vor der Entscheidung noch einmal mit dem Verfahren auseinandergesetzt. Wolfrum nimmt Stellung zum Gutachten seines Bonner Kollegen Klaus Ferdinand Gärditz und sieht den entscheidenden Fehler seines Kollegen in der Annahme: „Plagiate könnten ohne Bezug zum fachlichen Kontext festgestellt werden.“ Die Zitatkultur des betreffenden Faches könnte aber nicht unberücksichtigt bleiben. Damit widerspricht Wolfrum der Behauptung Gärditz’, jeder mit Texten befasste Wissenschaftler sei in der Lage, Plagiate festzustellen.

Wolfrum sieht im Unterschied zu Gärditz, der Düsseldorf ein einwandfreies Verfahren bestätigte, verschiedene Defizite, „die sich zwar nicht aus dem Verwaltungsverfahrensrecht, aber aus allgemeinen rechtsstaatlichen Grundsätzen ergeben“. Kritisch zu sehen sei die fehlende Trennung von Berichterstattung und entscheidendem Gremium, die fehlende fachliche Nähe des Berichterstatters zu dem wissenschaftlichen Schwerpunkt der Arbeit, das fehlende Eingehen auf die Zitatkultur in dem Gebiet der Erziehungswissenschaften in der Zeit von 1980 an und davor. Außerdem fehle bisher die Auseinandersetzung mit der Frage, inwieweit die vorgeworfenen Plagiate wirklich die eigene wissenschaftliche Leistung der Dissertation in Frage stellten, so Wolfrum.

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Quelle: FAZ.NET

 
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