Sicherheitskräfte in Saudi-Arabien haben die Geiselnahme in der Stadt Chobar am Sonntag nach 25 Stunden blutig beendet. Bei der Schießerei und der anschließenden Geiselnahme in einem ausländischen Wohnviertel der saudiarabischen Stadt El Chobar sind 22 Menschen ums Leben gekommen, teilte das Innenministerium am Sonntagabend mit. Bei den Opfern handele es sich um acht Inder, drei Philippiner, zwei Srilanker, einen Amerikaner, einen Briten, einen Italiener, einen Südafrikaner, einen Schweden, einen Ägypter sowie drei Einheimische. Das britische Außenministerium bestätigte am Sonntag den Tod eines Briten bei dem Überfall. Es handele sich um einen Mitarbeiter einer der beiden angegriffenen Ölfirmen.
25 weitere Personen seien bei dem mutmaßlichen Terrorschlag verletzt worden. Einer der Angreifer wurde bei der Befreiung der Geiseln durch die Sicherheitskräfte gefaßt, drei weitere konnten entkommen, wie es in der im Fernsehen verlesenen Erklärung hieß. Die Sicherheitskräfte hätten 241 Menschen aus einer Wohnanlage und einem Hotel evakuiert, die von den Bewaffneten angegriffen worden seien.
Hinweis auf Al Qaida
Die Angreifer hatten am Samstag zunächst das Gelände von zwei ausländischen Ölfirmen erstürmt und anschließend nach Schußgefechten mit Sicherheitskräften eine Wohnanlage für Ausländer besetzt. Diese wurde am Sonntagmorgen von Spezialkräften der Polizei gestürmt. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen hatten die Angreifer bis zu 60 Menschen in ihrer Gewalt. Ein im Internet verbreitetes Bekennerschreiben deutet auf eine Zelle des Terrornetzwerks Al Qaida hin.
am Samstag zunächst das Gelände von zwei ausländischen Ölfirmen erstürmt und anschließend nach Schußgefechten mit Sicherheitskräften eine Wohnanlage für Ausländer besetzt. Diese wurde am Sonntagmorgen von Spezialkräften der Polizei gestürmt. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen hatten die Angreifer bis zu 60 Menschen in ihrer Gewalt.
Ein im Internet verbreitetes Bekennerschreiben deutet auf eine Zelle des Terrornetzwerks Al Qaida hin. Die Webseite war mit den Worten „Al Qaida für die Arabische Halbinsel“ unterzeichnet. Darin wurde den ausländischen Ölgesellschaften vorgeworfen, den Reichtum der Muslime zu plündern und zu stehlen. Es hieß, mehrere Kreuzritter seien getötet worden. „Das Ziel der Terroristen ist, die saudische Wirtschaft zu stören und unser Land zu destabilisieren“, sagte der saudiarabische Botschafter in den Vereinigten Staaten, Prinz Bandar bin Sultan. „Sie werden keinen Erfolg haben.“
Dritter Anschlag auf Ausländer
Der arabische Fernsehsender Al Arabija berichtete, der saudiarabische Ölminister habe sich mit Vertretern der Ölkonzerne getroffen, um ihnen zu versichern, daß der Anschlag die Produktion nicht behindern werde. Die amerikanische Botschaft in Saudi-Arabien bekräftigte die Aufforderung an alle Amerikaner, das Land zu verlassen. Auch das Auswärtige Amt hat wegen des Geiseldramas seine Sicherheitshinweise für das Land verschärft. Auf nicht unbedingt notwendige Reisen nach Saudi-Arabien sollte verzichtet werden, hieß es weiter. Bei einem Aufenthalt in Saudi-Arabien sollten Reisende größtmögliche Vorsicht walten lassen.
Es war bereits der dritte Anschlag auf Ausländer in Saudi-Arabien in den vergangenen Monaten. Im November waren bei einem Selbstmordanschlag auf eine Wohnanlage in Riad 17 Menschen getötet worden, überwiegend arabische Gastarbeiter. Am 1. Mai hatten Bewaffnete in der Hafenstadt Janbu das Büro des in Houston ansässigen Konzerns ABB Lummus gestürmt und sieben Menschen getötet. Bei den Opfern handelte es sich um sechs westliche Ausländer und einen Saudiaraber.
In Saudi-Arabien sind Ausländer und ausländische Firmen in den vergangenen Monaten verstärkt Ziel von Anschlägen geworden, für die islamische Extremisten verantwortlich sein sollen. Allein im vergangenen Jahr waren bei Anschlägen auf Wohnkomplexe für Ausländer in Riad mehr als 50 Menschen getötet worden.