07.09.2008 · Bei seinem Trefffen mit Medwedjew an diesem Montag darf Sarkozy sich nicht noch einmal über den Tisch ziehen lassen. Eine Lizenz zum Intervenieren darf Europas Führung Russland nicht geben.
Von Klaus-Dieter FrankenbergerWenn der französische Präsident Sarkozy an diesem Montag im Kreml wieder mit Putins Frontmann Medwedjew zusammenkommt, dann muss man ihm und der EU wünschen, dass er sich nicht noch einmal über den Tisch ziehen lässt und sein Krisenmanagement mehr ist als gutgemeinter Aktivismus.
Es rächt sich bis heute, dass beim ersten Versuch, als ein im Wesentlichen von Moskau diktierter Sechs-Punkte-Plan verabredet wurde, Russland faktisch Pufferzonen in Georgien zugestanden worden sind. Was in diesen Zonen, außerhalb Südossetiens und Abchasiens, geschieht, beschreibt die Bundestagsabgeordnete Beck mit drastischen Worten: Vertreibung unter den Augen der russischen Truppen.
Diese Truppen müssen Georgien verlassen - hier darf Sarkozy nicht nachgeben. Er selbst wird wissen, dass ihm in dieser Lage nicht noch einmal ein Satz wie der über die Lippen kommen darf, dass es völlig normal sei, wenn Russland die Interessen Russischsprechender im Ausland verteidige. Eine Lizenz zum Intervenieren unter fadenscheinigen Gründen darf Europas Führung nicht geben.
Klaus-Dieter Frankenberger Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.
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