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Russlands Ziele im Kaukasus-Konflikt Furcht und Schrecken

10.08.2008 ·  Medwedjew hat mit seiner Militärmaschinerie nicht nur die Oberhoheit über den südossetischen Flecken Erde zum Ziel, sondern auch Russlands Ansehen in der Welt.

Von Georg Paul Hefty
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Mit einer Großmacht in der Hauptrolle gibt es keinen Regionalkonflikt. Eine Großmacht kämpft auch auf vermeintlichen Nebenkriegsschauplätzen immer um ihre gesamte Stellung in der Welt, vor allem im Vergleich mit den anderen Großmächten.

Russlands Militärmaschinerie hat nicht nur die Oberhoheit über den südossetischen Flecken Erde zum Ziel, sondern das ungeschmälerte oder gar vergrößerte „Ansehen“ – in diesem Fall: Furcht und Schrecken – in seiner Nachbarschaft, aber auch bis hin nach Brüssel, Peking und Washington.

Russland lässt nicht mit sich spielen

Russland, ob Medwedjew oder Putin, ist gleichgültig, will nicht und wird nie „mit sich spielen lassen“. Die rasche und schreckerfüllte Reaktion der am meisten „russlanderfahrenen“ Länder Europas – Polens, Litauens, Lettlands und Estlands – auf das Eingreifen Moskaus in Südossetien und Abchasien ist von dieser Kenntnis der russischen Psyche und den aus dieser folgenden Methoden geprägt. Immer wieder haben kleine Länder, die mit dem Kreml, gleich unter welchem Namen sein Staat eben firmierte, in Konflikt gerieten, dieselbe Erfahrung gemacht.

Dies hätte der georgische Präsident wissen können, werden die Diplomaten einander zuraunen, die nun in den westlichen Hauptstädten an „einer Lösung“ arbeiten. Doch Saakaschwili wusste auch anderes: dass sein Staat nur in den Grenzen zur Zeit seiner Unabhängigkeit vollständig ist, dass Abchasien und Südossetien vielleicht Mittel der landsmannschaftlichen Selbstbestimmung, ganz gewiss aber der Moskauer Einflussnahme ins „nahe Ausland“, also in die einstigen russisch oder sowjetisch unterworfenen Gebiete sind, dass die Zeit gegen Georgien arbeitet, zumindest seit es den albanischen Kosovaren gelungen ist, ihre Eigenständigkeit von wichtigen Staaten völkerrechtlich anerkennen zu lassen, und Nachahmerstreben nicht auszuschließen ist.

Es folgt das Kräftemessen der Politiker und Diplomaten

Moskau hatte die westliche Kosovo-Politik stets bekämpft, am Ende aber das angebliche serbische Brudervolk „im Stich gelassen“ – der vom Westen geschaffene Präzedenzfall war wertvoller als die Solidarität mit einem ohnehin nach Europa strebenden Belgrader Staat.

Noch beruft sich Moskau auf die Verteidigung seiner jenseits der Grenze lebenden neuen Staatsbürger. Doch nach dem Ende der Kämpfe (wann auch immer) wird das Kräftemessen der Politiker und Diplomaten folgen. Russland ist auch dafür gerüstet.

Zur Leserdebatte: Krieg im Kaukasus (Diskussion abgeschlossen)

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