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Ressourcen Knapp und umkämpft: Wasser

16.08.2009 ·  Wasser wird immer kostbarer. Etwa eine Milliarde Menschen leben ohne sauberes Trinkwasser. Wo immer es fehlt, haben vor allem Kinder darunter zu leiden. Der Klimawandel macht die Lage noch schlimmer.

Von Carsten Germis und Oliver Hoischen, Berlin
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Wasser wird immer kostbarer. Wo es fehlt, haben vor allem Kinder darunter zu leiden. „Wassermangel trifft Kinder am härtesten. Wir brauchen größere Anstrengungen, um das Überleben von Millionen Mädchen und Jungen zu sichern“, sagte Unicef-Geschäftsführerin Regine Stachelhaus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der Klimawandel verschärfe die Lage.

Täglich stürben 4500 Kinder in Entwicklungsländern durch schmutziges Wasser und mangelnde Hygiene. „Regierungen müssen besser dafür sorgen, dass trinkbares Wasser als Allgemeingut auch den ärmsten Bevölkerungsschichten zur Verfügung steht“, sagte Stachelhaus. Zwar hätten 87 Prozent der Weltbevölkerung Zugang zu trinkbarem Wasser, doch fast eine Milliarde Menschen seien immer noch nicht ausreichend versorgt.

Bewusstseinsbildung nötig

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) rief anlässlich der an diesem Sonntag beginnenden Weltwasserwoche in Stockholm dazu auf, die Wasserknappheit stärker auf die politische Agenda zu setzen. „Hier ist sicherlich noch Bewusstseinsbildung nötig“, sagte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. In Deutschland sei der Wasserverbrauch der privaten Haushalte im Vergleich zu anderen Industrieländern zwar auf einem niedrigen Niveau. Das sei aber nur die eine Seite der Medaille.

„Denn unser tatsächlicher Wasserverbrauch ist um ein Vielfaches höher, wenn man das sogenannte virtuelle Wasser hinzurechnet - das ist jenes Wasser, das erforderlich ist, um all die Waren zu produzieren, die wir täglich benötigen.“ So sind zum Beispiel 16.000 Liter Wasser nötig, damit der Konsument ein Kilo Fleisch kaufen kann.

Innovationen in der Agrartechnik

Die Grünen-Entwicklungsexpertin Uschi Eid forderte daher ein Umdenken auch hierzulande. „In Zukunft wird es wohl auch in Deutschland trockener und wärmer werden. Wir müssen uns darum überlegen, ob wir kostbares Trinkwasser weiter als Transportmittel für Fäkalien in unseren Toiletten nutzen wollen“, sagte die Bundestagsabgeordnete der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Zudem dürfe Wasser nicht mehr in der Landwirtschaft verschwendet werden.

„Wir brauchen Innovationen in der Agrartechnik. Dazu könnten deutsche Ingenieure einen wichtigen Beitrag leisten“, äußerte Frau Eid. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Christian Ruck forderte, weniger Waren einzuführen, die mit hohem Wasserverbrauch in Trockengebieten hergestellt worden seien; dazu gehöre Rindfleisch aus manchen Regionen Afrikas. „Wasser ist künftiges Krisen- und Kriegsrisiko Nummer eins“, sagte Ruck.

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Jahrgang 1959, Wirtschaftskorrespondent für Japan mit Sitz in Tokio.

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