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Rechtsextremismus NPD holt militante Neonazis an Parteispitze

05.10.2004 ·  Nach ihrem Wahlerfolg in Sachsen öffnet die rechtsextreme NPD ihre Parteispitze für militante Neonazis.

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Nach ihrem Wahlerfolg in Sachsen öffnet die rechtsextreme NPD ihre Parteispitze für militante Neonazis. Während des Bundesparteitags am 30./31. Oktober sollen mit Thomas Wulff und Thorsten Heise erstmals zwei einflussreiche Führungsfiguren aus dem zersplitterten Lager der parteiunabhängigen Rechtsextremisten für den Bundesvorstand kandidieren.

Beide seien von Kreisverbänden vorgeschlagen worden, sagte NPD-Sprecher Klaus Beier am Dienstag. Er bestätigte damit in Teilen einen Bericht der „Berliner Zeitung“. Wulff und Heise, die in „Kameradschaften“ in Norddeutschland, Hessen und Thüringen aktiv sind, waren gemeinsam mit ihrem Gesinnungsgenossen Ralph Tegethoff („Kameradschaft Rhein-Sieg“) im September der NPD beigetreten. Wo der Parteitag veranstaltet wird, steht nach Beiers Angaben noch nicht fest.

„Nationales Bündnis“

Die NPD war bei der Landtagswahl in Sachsen am 19. September auf einen Stimmenanteil von 9,2 Prozent gekommen und damit erstmals seit 1968 wieder in ein Landesparlament eingezogen. Für die Bundestagswahl 2006 strebt die Partei ein „nationales Bündnis“ an, das zu einer gemeinsamen Wahlliste mit anderen „nationalen“ Parteien führen soll.

Nach den Worten Beiers will der NPD-Vorsitzende Udo Voigt in den nächsten Tagen abermals mit DVU-Chef Gerhard Frey über Möglichkeiten der Zusammenarbeit sprechen. „Hauptziel ist 2006 der Einzug in den Bundestag“, sagte Beier. „Es wird in Zukunft kein Gegeneinander mehr geben.“ Bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen vor knapp drei Wochen hatten die beiden rechtsextremen Parteien mit Absprache Erfolg: In Brandenburg blieb die DVU im Landtag, in Sachsen gelang der NPD der Sprung ins Parlament. Die andere Partei trat jeweils nicht an.

Nach Angaben aus der Extremistenszene war die NPD-Führung in den vergangenen Monaten auf die parteiunabhängige Neonazi-Szene zugegangen und hatte über gemeinsame Strategien verhandelt. Im Ergebnis gab die NPD-Führung kürzlich das Ziel einer „Volksfront von rechts“ aus. „Entscheidender Fehler in der Konstruktion der nationalen Nachkriegsbewegung war der Umstand, daß sich nationale Parteien zu stark am Parlamentarismus orientiert und die außerparlamentarische Opposition vernachlässigt haben“, heißt es unter der Überschrift „Volksfront statt Gruppenegoismus“ in einer im Internet veröffentlichten Erklärung des NPD-Parteipräsidiums.

Brandanschlag auf Auto eines Rechtsextremen

Unbekannte haben auf einen Firmentransporter des Vorsitzenden des rechtsradikalen „Nationalen Bündnisses“ in Dresden, Frithjof Richter, einen Brandanschlag verübt. Bei der Tat sei das Fahrerhaus vollständig ausgebrannt, bestätigte die Polizei in Dresden. Die Tat ereignete sich auf dem Grundstück von Richters Wohnhaus, in dem auch der Vorsitzende der künftigen NPD-Landtagsfraktion von Sachsen, Holger Apfel, leben soll.

Am Auto sei ein Graffiti mit dem Spruch „Gute Heimreise, NPD“ hinterlassen worden. Das „Nationale Bündnis“ gilt in Dresden als lokaler Ableger der NPD und ist im dortigen Stadtrat mit drei Abgeordneten vertreten.

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