02.01.2009 · Einen „entscheidenden Sieg“ nennt der sri-lankische Präsident die Eroberung Kilinochchis. Aber die Rebellen greifen auf die in ihren Augen „bewährten“ Terrormethoden zurück. Eine Lösung des Problems ist nicht in Sicht.
Von Peter SturmVon einem „entscheidenden Sieg“ sprach der sri-lankische Präsident Rajapakse: Die Armee des Landes hat die „Rebellenhochburg“ Kilinochchi erobert. Das ist ein wichtiger Erfolg der Militäroffensive, die vor einem Jahr begann und die „Befreiungstiger von Tamil Eelam“ (LTTE) endgültig zerschlagen soll.
Wie wenig davon aber die Rede sein kann, zeigte sich kurz nach der Ansprache des Präsidenten. In der Hauptstadt Colombo sprengte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft, als dessen Auftraggeber die LTTE vermutet werden. So könnte es noch lange weitergehen.
Die Armee ist den „Tigern“ in offener Feldschlacht überlegen. Aber die greifen auf die in ihren Augen „bewährten“ Terrormethoden zurück. Eine Lösung des Problems ist nicht in Sicht. Sie ist sogar wahrscheinlich so lange unmöglich, wie der Anführer der „Tiger“, Prabhakaran, noch lebt.
Aber auch nach einem Tod des alten Kämpfers, der sich ein Leben ohne Krieg nicht vorstellen kann, müsste die sri-lankische Regierung den Tamilen ein attraktives politisches Angebot machen. Davon ist erschreckend wenig zu hören.