Der russische Präsident Wladimir Putin hat angesichts des anhaltenden Konfliktes in Tschetschenien die wichtigsten Minister im Sicherheitsbereich ausgetauscht. Es ist die erste große Regierungsumbidlung seit Putins Wahl zum Präsidenten vor einem Jahr.
Neuer Verteidigungsminister wurde Sergej Iwanow, der bisherige Sekretär des russischen Sicherheitsrates. Zum neuen Innenminister ernannte Putin Boris Gryslow, den Fraktionsvorsitzenden der Kreml-treuen Partei „Jedinstwo“ (Einheit). Den bisherigen Verteidigungsminister, Igor Sergejew, berief Putin zu seinem Berater für Fragen der strategischen Stabilität, wie in Moskau verlautete.
Erstmals Frau in der Spitze des Verteidigungsministeriums
Wie die russische Internetzeitung Gazeta.ru berichete, wurde Ljubow Kudelina erstmals eine Frau zur stellvertretenden Verteidigungsministerin ernannt. Sie war zuvor im Finanzministerium tätig.
Die neuen Minister und der Sicherheitsrat sollten sich verstärkt um die Lage in Tschetschenien kümmern, sagte Putin. Gleichzeitig sei die Ernennung von zwei Zivilisten an der Spitze von Innen- und Verteidgungsministerium „ein Schritt zur Demilitarisierung
des gesellschaftlichen Lebens in Russland“.
Bei Putins erstem großen Personalwechsel nach seinem Wahlsieg vor einem Jahr verlor auch Atomminister Jewgeni Adamow das Amt und wurde durch Alexander Rumjanzew ersetzt. Die Spitzen der Sicherheitsministerien werden in Russland vom Präsidenten selbst besetzt ohne Abstimmung mit dem Parlament.
Der bisherige Innenminister Wladimir Ruschailo wurde zum neuen Sekretär des Sicherheitsrates und damit engsten sicherheitspolitischen Berater Putins ernannt. Der bisherige Verteidigungsminister Igor Sergejew erhielt einen Posten als Berater
des Präsidenten ohne nähere Angaben.