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Prävention von Kindesmissbrauch : Vatikan weist Vorwurf der Verzögerung zurück

  • -Aktualisiert am

Der Petersdom im Vatikan Bild: dpa

Der Heilige Stuhl hat einen Fragenkatalog der UN nach Maßnahmen gegen Kindesmissbrauch in der Kirche nicht fristgerecht beantwortet. Gleichwohl tritt er dem Vorwurf entgegen, sich hinter „juristischen Formalitäten“ zu verschanzen.

          Der Heilige Stuhl in Rom will doch auf den Fragenkatalog des UN-Ausschusses für die Rechte von Kindern bei der Menschenrechtskommission in Genf antworten, mit dem dieses Gremium die Vergehen pädophiler Geistlicher in aller Welt an ihren Schutzbefohlenen untersuchen will. Das sagte am Mittwoch Monsignore Massimo De Gregori von der ständigen Vertretung des Heiligen Stuhls bei der UN-Menschenrechtskommission in Genf. Er wies damit eine Meldung der BBC vom Vortag zurück. Allerdings habe man den Abgabetermin am 1. November nicht einhalten können. Doch die ersten Fragen seien schon bearbeitet worden, und die übrigen Antworten kämen rechtzeitig vor der Anhörung Mitte Januar.

          Die BBC hatte am Dienstag mit Berufung auf die „National Secular Society“ britischer Humanisten berichtet, der Vatikan weise die Beantwortung zurück und verberge sich dabei hinter „juristischen Formalitäten“.

          An die falsche Adresse

          Im Juli hatte die UN-Kommission in Genf den Heiligen Stuhl um Auskunft darüber gebeten, welche Maßnahmen die katholische Kirche ergriffen habe, um mutmaßliche Täter von ihren Kinderopfern fernzuhalten und diesen Opfern beizustehen. Das UN-Papier ging dabei speziell auf zwei konkrete Fälle ein: die irischen katholischen Waisenhäuser „Magdalene’s Laundries“ und die Ordensgemeinschaft der „Legionäre Christi“, deren Neuordnung als Konsequenz aus dem Skandal um den 2008 gestorbenen Ordensgründer Marcial Maciel Degollado noch von Papst Benedikt XVI. angeordnet worden war. Schon im Sommer hatte De Gregori die Beantwortung in Aussicht gestellt. „Wir werden definitiv darauf antworten“, hatte er gegenüber dem Internetportal der Zeitung „La Stampa“, dem „Vatican Insider“ gesagt.

          Inoffiziell hieß es dazu am Mittwoch aus dem Vatikan, die Kirche treibe im Innenverhältnis zu ihren Priestern die Aufklärung wie schon unter Benedikt XVI. weiter „ohne Pardon“ voran und halte sie zur Kooperation mit staatlichen Behörden an, aber im Außenverhältnis zur UN sei nicht die Kirche sondern der Heilige Stuhl als Völkerrechtssubjekt des Papstes und Beobachter bei den Vereinten Nationen der Ansprechpartner; der aber könne nicht auf die Bischöfe einwirken, die in ihren Diözesen die Verantwortung und Hauptlast bei der Verfolgung der Missbrauchsfälle trügen. Mithin richteten sich die Fragen eigentlich an die falsche Adresse und sollten an die zuständigen Bischöfe weitergeleitet werden.

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