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Portrait Der Amtsinhaber

20.05.2005 ·  Ministerpräsident Steinbrück führt die nordrhein-westfälische SPD erstmals in eine Landtagswahl. Der Druck auf Steinbrück ist derweil groß: In den Umfragen liegt die SPD, die seit 39 Jahren regiert, klar hinter der CDU.

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Für Ministerpräsident Peer Steinbrück ist es eine Premiere: Erstmals führt der 58 Jahre alte Hanseat die nordrhein-westfälische SPD in eine Landtagswahl.

Der Druck auf Steinbrück ist groß: In den Umfragen liegt die SPD, die seit 39 Jahren an Rhein und Ruhr regiert, klar hinter der CDU.

Kluger Kopf

In das Amt des Ministerpräsidenten kam Steinbrück Ende 2002 durch Zufall. Als sein Vorgänger Wolfgang Clement nach der Bundestagswahl überraschend ins Bundeskabinett wechselte, sprang der Finanzminister in die Bresche.

Portrait Steinbrück

Zwar galt Steinbrück als kluger Kopf. Jedoch wurde ihm angelastet, er könne die Seele der sozialdemokratischen Genossen nicht erreichen. Diesem Image setzte Steinbrück ironisch das Bild des „Kabeljaus“ im Rheinland entgegen.

„Ungeschminkte“ Wahrheit

Galt Johannes Rau als der Anekdoten erzählende Landesvater und Clement als rastloser Manager der NRW-AG, so fand sich Steinbrück in das Image des pragmatischen Ministerpräsidenten, der Fehler einräumt und die „ungeschminkte“ Wahrheit sagt.

Im Frühjahr 2003 kam es zu einer mehrwöchigen, schweren Krise zwischen den Koalitionspartnern SPD und Grünen - und viele spekulierten damals, Steinbrück wolle mit der FDP koalieren. Offenbar auf Druck aus Berlin blieb es bei Rot-Grün. Damals räumte Steinbrück seit langem schwelende Konflikte mit den Grünen vom Tisch.

Dafür opferte er das bei den Grünen ungeliebte Transrapid-Projekt im Rhein-Ruhr-Gebiet. Nach der Krise war der Weg frei für eine ruhige Zusammenarbeit der Koalitionspartner in den vergangenen anderthalb Jahren. Im Vorfeld der Landtagswahl sprach sich Steinbrück dann auch für eine Fortsetzung von Rot-Grün aus.

Trockener Humor

Der studierte Volkswirt wurde in Hamburg als Sohn eines Architekten geboren und machte früh Karriere auf Bundesebene, unter anderem im Bundeskanzleramt. 1985 wechselte er nach Düsseldorf und wurde ein Jahr später Büroleiter des damaligen Ministerpräsidenten Rau.

1992 zog es ihn zurück in den Norden - er wurde in Kiel Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, 1993 Wirtschaftsminister im Kabinett von Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD). 1998 holte Clement ihn zurück nach Düsseldorf, zunächst als Wirtschafts-, später als Finanzminister.

Steinbrück ist verheiratet und hat drei Kinder. Er liest gerne Geschichtsbücher und spielt Schach - zuletzt sogar gegen einen Weltmeister, der ihn matt setzte. Bekannt ist Steinbrück für seinen trockenen Humor.

Quelle: FAZ.NET mit Material von ddp
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