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„Vatileaks“ Ein Papst sieht schwarz

 ·  Die „Raben“ machen Benedikt XVI. das Leben schwer. Solange der „Vatileaks“-Skandal nicht beendet ist, treten seine seelsorgerischen Anliegen in den Hintergrund.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (14)

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Gabi Heintz

"vatikanische Sexparties" - eine diffamierende und vor allem in die Irre führende Wortwahl

Wie Ihrem eigenen Kommentar bei genauem Lesen zu entnehmen ist, Herr Acassuso, sind an den (angeblichen) "Sexparties" keineswegs - wie das Attribut "vatikanisch" einem flüchtigen Leser suggeriert, Priester, Kardinäle oder gar der Papst beteiligt gewesen.

Es waren (angeblich) Diplomaten, also nicht dem Klerus angehörende Botschafter aus anderen Ländern.

Diplomaten sind in jedem Staat vor strafrechtlicher Verfolgung geschützt. Es ist heuchlerisch, dem Vatikan zu unterstellen, er unterstütze oder decke irgendwelche (ANGEBLICHEN) Machenschaften von Botschaftern, wenn er sie nicht der Polizei übergibt. Diplomaten können höchstens ausgewiesen werden.

Das passiert aber nur, wenn ein Fehlverhalten erwiesen ist und nicht schon dann, wenn die Klatschpresse etwas behauptet.

Die moralische Autorität der Kirche beschädigen ist leichter, als den - inzwischen ohnehin weitgehend orientierungslosen - Menschen Werte zu vermitteln.

Deshalb: berechtigte Kritik - ja. Diffamierung - nein!

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Abgründe!

Im Mittelpunkt des Skandals steht natürlich die mögliche Ermordung der damals 15-jährigen Emanuela Orlandi. Anstoß für die neuesten Ermittlungen waren Aussagen des ehemaligen Chef-Exorzisten (so etwas gibt es wirklich, ernannt von Paul II) Gabriel Amorth.

Amorth hatte in einem Interview mit "La Stampa"ausgesagt, der verstorbene Vatikan-Archivar Simeone Duca habe ihm anvertraut (vielleicht bei einer Teufelsaustreibung?), er sei damit beauftragt gewesen, in Zusammenarbeit mit der päpstlichen Gendarmerie junge Mädchen für vatikanische Sexpartys zu rekrutieren.

Der Zirkel soll auch Diplomaten von Botschaften im Vatikan eingeschlossen haben, beteuert Amorth. In diesem Zusammenhang soll auch Emanuela verschwunden sein.

Im Grunde sollte die italienische Polizei den Vatikan besetzen und nach dem italienischen Gesetzen versuchen die Wahrheit über die Ereignisse herauszufinden. Päpste und Kardinäle sollten dem Gesetz unterworfen sein wie alle anderen Normalsterblichen auch.

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Gerhard Storm

Ich wehre mich dagegen,

Gesetzesbrecher im päbstlichen Umfeld verharmlosend mit "Raben" zu titulieren.

Straftäter sollten umgehend u. durch kompetente Stellen verfolgt werden. Ob das die jahrtausendalte u. gegen Verbesserungen resisente Vatikanorganisation gewährleisten kann, ist fraglich.

So bleibt uns nur die Hoffnung, dass der Heilige Vater seine Gespräche mit Gott bald wieder unbelauscht u. unkopiert aufnehmen kann.

Die Geheimhaltung der Gespräche mit den Gläubigen erübrigt sich, denn der Kontakt zu ihnen ist leider abgerissen.

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Hans-Jörg Rechtsteiner

Es ist das Heil uns kommen her ..

Von Gnad und lauter Güte
Die Werk, die helfen nimmermehr,
Sie mögen nicht behüten.
Der Glaub sieht Jesum Christum an,
Der hat gnug für uns all getan,
Er ist der Mittler worden.

Nun, der Papst kann geistige wie geistliche Kraft auch in der Rabenaffaire nicht zuletzt aus diesem Choral schöpfen – selbst wenn sein Autor, Paul Speratus, als abtrünniger Priester und späterer Reformationsanhänger aus Benedikts Sicht womöglich auch zu den Raben gehört.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.06.2012 21:39 Uhr
Gabi Heintz

"Gottlob - wir wissen den RECHTEN Weg zur Seligkeit...!"

Jaja, Herr Rechtsteiner, ich weiß, ich weiß - die Katholiken denken, sie könnten mittels "Werkgerechtigkeit" in den Himmel kommen ... und sie dürfen auch nie und nimmer direkt zu Gott /Jesus/dem Heiligen Geist beten - sondern sie müssen immer den Umweg über den Papst oder einen Priester machen. Ach ja - und über Maria. Und außerdem beten sie Maria an. Und die Heiligen auch. Und "Magie"-gläubig sind sie.

Liebes Lottchen ... !

Ich kenne diese Vorurteile alle so gut, weil ich selber mal evangelisch war.

Wäre es nicht schön, wenn wir Christen über die wirklichen Unterschiede in der Glaubensauffassung (Realpräsenz, Ämter etc) in geschwisterlicher Liebe diskutieren und Gottes Willen suchen könnten, statt irgendwelche unsinnigen Vorurteile zu pflegen...?

Die Zeiten sind doch schwer genug. Jesus hat gebetet: "Ich will, daß sie eins sind." Was für ein Bild geben wir Christen ab?

Uns eint doch viel mehr als uns trennt.

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Martin Frosch
Martin Frosch (totalk) - 09.06.2012 22:26 Uhr

nicht zu fassen

100 Tage Untersuchungshaft - ja das ist Vatikanstaat

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fred meier
fred meier (Sikasuu) - 09.06.2012 19:49 Uhr

Ist das nicht ein wenig viel Aufmerksamkeit.....

...um den letzten undemokratischen Feudalstaat Europas?
.
Die Beschreibung im Artikel könnte wortgleich mit jeweils -50 Jahren versetztem Datum über die letzten 1.500 Jahre Kirchengeschichte berichten. Auch wenn sie vor A.D. 1800 etwas blutiiger gewesen wäre.
.
Lasst die alten Leute doch in RUHE! Die sollen ihre Spielchen spielen und friedlich oder wie angedeutet unfriedlich aussterben.
.
Kopfschüttelnde Greusse
Sikasuu
.
Ps. Es ist immer wieder erhellend wie christlich und brüderlich gerade die Kurie mit einander umgeht. :-((

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Antworten (6) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.06.2012 20:51 Uhr
Cornelia  Holtmann

@ Herrn Burghauser (Ergänzung)

Natürlich bleibt ein getauftes Kind aus Sicht der Kirche katholisch. Aber niemand ist gezwungen, sich diese Sicht zu eigen zu machen.

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Cornelia  Holtmann

@ Herrn Burghauser

Nun gut, die Unschuldsvermutung gilt natürlich, aber eine Untersuchungshaft zur Beweissicherung ist ja nun in einem Rechtsstaat nicht ungewöhnlich. - Ich denke übrigens, dass nicht nur der Dalai Lama bescheiden auftritt (obwohl ich ihn in einer französischen Dokumentation gegen tibetische "Dissidenten" schon anders gesehen habe). Das tut auch der Papst. Aber die Katholische Kirche zu kritisieren ist einfach angesagter.

Wahrscheinlich bin ich so kompromisslos, weil die Kritik an dem Papst oft so zeitgeistig-trivial ist oder einfach auf schlichter Unkenntnis beruht (die meisten, die ihn z. B. als Großinquisitor beschimpfen, kennen noch nicht einmal den Unterschied zwischen Römischer und Spanischer Inquisition).

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Günther Burghauser

@Frau Holtmann

Warum so kompromisslos im Ton? Und warum dann die Taufe Neugeborener, die diese wehrlosen Geschöpfe mir nix dir nix auf ewig (bitte im Kirchenrecht nachlesen!!) zu Katholiken macht? Und warum bezeichnen Sie den Kammerdiener als "Straftäter". Gilt in diesem "Staat" nicht die Unschuldsvermutung? Im Gegensatz zum eher bescheiden auftretenden Dalai Lama hat ihr Staatsoberhaupt sich völkerrechtlich gleich doppelt abgesichert (Heiliger Stuhl).

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Cornelia  Holtmann

@ Herrn Burghauser

Wen meinen Sie denn mit "einfache Bürger", die eingekerkert werden können? Den Straftäter, der mit den Dokumenten des Papstes Geld verdient hat? - Und überlassen Sie es doch bitte den Katholiken, wie sie ihre Kirche organisiert sehen wollen. Das dürfte Ihrer demokratischen Grundhaltung doch nicht zuwiderlaufen. Schließlich ist niemand gezwungen, der Katholischen Kirche anzugehören.

Und wenn Sie meinen, der "Vatikan" dürfe eigentlich kein Staat sein, wenden Sie sich bitte an die Vereinten Nationen. Vielleicht sehen die das so wie Sie. Vielleicht bringen Sie es dann auch zur Sprache, dass der Anspruch des Dalai Lama, Oberhaupt der tibetischen Regierung zu sein, ebenfalls völlig absurd ist.

@ Herrn Meier

Es ist schon erstaunlich, wie Sie den Begriff "alte Leute" verwenden, fast schon eine Umschreibung für "Schwachsinnige". Na, immerhin wollen Sie sie in Ruhe lassen.

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Günther Burghauser

Wahlmonarchie ohne Wahlrecht

Es ist aber eher fragwürdig und seltsam, dass in dieser Wahlmonarchie nur einigen Wenigen (Kardinälen) das Wahlrecht zusteht. Schlimm ist aber die Tatsache, dass einfache Bürger dieses "Staates" auch eingekerkert werden können und werden. Das sollte den Mitgliedern dieser Religionsgemeinschaft zu denken geben. Die Inanspruchnahme brachialer weltlicher Macht sollte den Verkündern der Botschaft Jesu eigentlich verboten sein. Das Geschehen dort entlarvt m.E. den Papst und die Mitglieder der Kurie als machtverliebte Egomanen.

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Weitere Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen
Cornelia  Holtmann

Nun, das sehen die Katholiken der Welt anders,

und von denen gibt es ja dann doch einige. In der Weltkirche erfährt der Papst große Anerkennung.

Darüber hinaus scheinen Sie dem Thema ja auch ein wenig Aufmerksamkeit zu schenken. Aus welchem Grund schreiben Sie sonst einen Kommentar.

Und zu Ihrer Information: Eine Wahlmonarchie ist schon etwas anderes als ein "Feudalstaat" und der Kammerdiener des Papstes gehört nicht zur Kurie.

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Stefan Neudorfer
Stefan Neudorfer (sttn) - 09.06.2012 18:10 Uhr

Schuld? Was tun?

Nun kann man lange nach Schuld und anderem Dingen suchen. Traurige Tatsache ist das wohl jeder große Mann oder jede große Frau Verrat zu befürchten hat, selbst Jesus wurde durch Judas verraten.
Aber auch andere. Mahatma Ghandi genauso wie Nelson Mandela und viele viele andere.

Was tun? "Deutschland pro Papa" hat eine Postkartenaktion ins Leben gerufen (DIE WELT + REUTERS berichteten) und das "Vatikan Magazin" ruft zum Gebet auf. Ich denke diesen Aufrufen kann ein jeder Mensch der an Gott glaubt folgen, ob nun Katholik oder nicht. Denn Verrat kann jeden treffen (wie ich, obwohl nun wirklich kein großer Mann, aus eigenster Erfahrung weiß).

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Jahrgang 1952, politischer Korrespondent für Italien und den Vatikan mit Sitz in Rom.

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