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Thorsten Frei Hoffnungsträger der Südwest-CDU

 ·  Thorsten Frei tritt als Direktkandidat bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr an. Der 39 Jahre alte Bürgermeister von Donaueschingen setzte sich im Wahlkreis Schwarzwald-Baar gegen Siegfried Kauder durch. Für die zerstrittene Südwest-CDU ist Frei ein Hoffnungsträger.

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„Der schwätzt wie ein Pfarrer, er kommt bei den Jungen an und ist auch noch was für die Frauen“, kommentierte jüngst ein Schwarzwaldbauer eine Vorstellungsrede Thorsten Freis. Dem 39 Jahre alten Oberbürgermeister von Donaueschingen fehlt wohl nichts für eine große Karriere in der baden-württembergischen Politik. Am Wochenende wählte ihn eine Mitgliederversammlung der CDU zum Direktkandidaten im Wahlkreis 286. Die Direktkandidaten der CDU haben bisher stets diesen Wahlkreis Schwarzwald-Baar gewonnen. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird Frei also dem nächsten Bundestag angehören.

Für die zerstrittene und mit ihrer Oppositionsrolle hadernde Südwest-CDU ist Frei ein Hoffnungsträger. Bereits vor der Niederlage der CDU bei der Landtagswahl von 2011 waren in ihn große Erwartungen gesetzt worden. Der Katholik hält Wahlkampfreden, die nicht blechern klingen, und zu Freis Stärken gehört seine schier unerschöpfliche Freundlichkeit.

Zur rechten Zeit am rechten Ort

Die erfolgreichsten Ministerpräsidenten Baden-Württembergs der letzten dreißig Jahre - Lothar Späth und Erwin Teufel - hatten das politische Geschäft im Rathaus erlernt. Auch in dieser Hinsicht bringt Frei gute Voraussetzungen mit. Er ist seit 2004 Oberbürgermeister von Donaueschingen, einer Stadt mit 22000 Einwohnern. Erst Ende September bestätigten ihn die Donaueschinger mit 99,2 Prozent im Amt. Dass er seine Stadt so kurz nach der Wiederwahl verlässt, hat Frei, der seit 2007 auch stellvertretender CDU-Landesvorsitzender ist, dem Zufall und dem Frust über den Bundestagsabgeordneten Siegfried Kauder zu verdanken.

Hätte er sich nicht als Kandidat zur Verfügung gestellt, hätte er in den nächsten Jahren aber nur begrenzte Möglichkeiten gehabt, außerhalb Donaueschingens politisch zu wirken. Von den zwei in der Region liegenden Landtagswahlkreisen hätte Frei keinen mit Sicherheit erlangen können; einer ist fest in der Hand von Parlamentspräsident Guido Wolf (CDU). Eine Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2015 schließt Frei „eigentlich“, wie er beteuert, aus. Die CDU will ihren Spitzenkandidaten auf jeden Fall über eine Mitgliederbefragung wählen. Als Kommunalpolitiker nimmt Frei gesellschaftliche Veränderungen stärker wahr als mancher Funktionär. „In der Familienpolitik würde ich vieles, was ich vor zehn Jahren vertreten habe, heute anders sehen“, sagt Frei. Den Begriff Nachhaltigkeit verwendet der CDU-Politiker fast immer, wenn er über Haushalts- und Wirtschaftspolitik spricht.

Der 1973 geborene Frei ist in Bad Säckingen am Hochrhein unweit der Grenze zur Schweiz aufgewachsen. Sein Vater war Polizist, die Mutter Industriekauffrau. In Säckingen war er - nach dem Wehrdienst bei der Deutsch-Französischen Brigade - einige Jahre Gemeinderat. Die Familie interessierte sich für Politik nicht übermäßig. Der Fall der Mauer war für Frei dann aber ein Schlüsselerlebnis, und er trat der CDU bei. Der Jurist, der in Freiburg studiert hatte, ist mit einer Gymnasiallehrerin verheiratet. Anfang 2013 erwarten die Freis die Geburt ihres dritten Kindes.

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