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Ronald D. Asmus gestorben : Ein liberaler Falke

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Ronald D. Asmus Bild: picture-alliance / ZB

Ronald D. Asmus gehörte zu den Architekten der Europapolitik Amerikas. Der Sohn deutscher Einwanderer kämpfte leidenschaftlich für die Erweiterung der Nato nach Osten und ins Baltikum.

          Er war ein Knotenpunkt im Gewebe der transatlantischen Beziehungen, einer, dem das Verhältnis der Vereinigten Staaten zu Europa nicht nur Beruf und Berufung war, sondern Herzensangelegenheit. Ronald D. Asmus, den alle Welt nur Ron nannte, war von kräftiger Gestalt, klug, witzig und einer sympathisch ausladenden Präsenz.

          Das Motto, das Präsident Clinton seiner Europapolitik nach dem Ende des Kalten Kriegs gab - ein geeintes, demokratisches Europa zu schaffen, das in Frieden mit sich selbst lebt -, stammte in gewisser Weise von ihm. Es beschreibt besser als jede andere Formel die Hoffnungen und Ziele, die sich Asmus für Europa und damit für die amerikanische Europapolitik nach der Zeitenwende gesetzt hatte.

          In der zweiten Regierung Clinton stieg Asmus bis zum stellvertretenden Abteilungsleiter für Europa im State Department auf. Leidenschaftlich kämpfte er für die Erweiterung der Nato, wie er überhaupt in den neunziger Jahren des vergangenen und dann im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts im „alten“ Westen unbeirrt für die Anliegen der Mittel- und Osteuropäer und um Verständnis für deren Eigenheiten warb, auch, was nicht einfach ist, für die der Länder des Südkaukaus. Im russisch-georgischen Konflikt stand er auf der Seite der Kaukasus-Republik; ein Büchlein über den „kleinen Krieg, der die Welt erschütterte“, zeugt von seiner Sympathie.

          Im Jahre 2002 wurde der ehemalige Diplomat „Transatlantic Fellow“ beim German Marshall Fund in Washington; später wurde er dessen Büroleiter in Brüssel. Asmus hatte großen Anteil daran, dass der „GMF“ seine Aktivitäten in den vergangen Jahren ausgeweitet hat.

          Am vergangenen Samstag verlor Ronald D. Asmus, geboren 1958 in Milwaukee als Sohn deutscher Einwanderer, im Alter von 53 Jahren seinen langen Kampf gegen den Krebs. Er gehörte zur Spezies „liberaler Falke“, war akademisch hervorragend ausgebildet, Architekt einer starken und großen atlantischen Gemeinschaft, vernetzt wie wenige andere in seinem Gewerbe. Viele in Mittel- und Osteuropa schulden ihm großen Dank - und nicht nur dort.

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