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Frank Stronach Der Erste sein

Frank Stronach will mit seiner eurokritischen Partei im kommenden Jahr stärkste Kraft in Österreich werden. Für den erfolgreichen Unternehmer ist es das wichtigste, ökonomisch frei zu sein. Das ist auch der Kern seines politischen Programms.

© REUTERS Auf ihn allein kommt es an: Frank Stronach möchte im nächsten Jahr ins österreichische Parlament gerwählt werden

In einer merkwürdigen Mischung aus Selbstbezogenheit und Selbstlosigkeitsbekundungen trat am Donnerstag der Mann in Erscheinung, der bei den Wahlen im kommenden Jahr die österreichische Parteienlandschaft durcheinanderwirbeln will. Frank Stronach will mit der nach ihm benannten Neugründung gleich stärkste Kraft werden. Man müsse seine Ziele hoch stecken; es sei nicht seine Art, für den zweiten Platz anzutreten, sagte er. Auf anderen Feldern hat er es tatsächlich geschafft, ganz oben anzukommen. Der von ihm gegründete Autoteilezulieferer Magna ist der größte in Nordamerika, und Pferde aus seinem Rennstall haben zweimal den Breeder’s Cup gewonnen.

Stephan Löwenstein Folgen:

Stronach leitet aus diesen Erfolgen seinen Anspruch ab und seine Erfolgserwartung, auch in der Politik seiner alten Heimat zu reüssieren. Ein am Donnerstag vorgestellter Werbefilm spulte wie mit Fanfarenklängen seine Biographie ab. Er zeigt, wie Stronach den amerikanischen Traum verwirklicht hat, wenn auch in Kanada. Dorthin wanderte er, der 1932 als Frank Strohsack im Dorf Kleinsemmering in der Steiermark geboren wurde, 1954 aus. „Das Schönste ist, wenn man ökonomisch frei ist“, sagt er. Das ist auch der Kern seines politischen Programms.

Dem Leben und Österreich etwas zurückgeben

Auf ihn allein kommt es an, eine Partei im herkömmlichen Sinne soll das „Team Stronach“ gar nicht sein, sondern - nach seinen Worten - eine „Bewegung“. So ist es folgerichtig, dass bei Vorstellung dieses „Teams“ außer ihm selbst und zwei jungen Adlaten niemand auf der Bühne war. Die mehr oder minder bekannten und mit Mandaten ausgestatteten Politiker, die von den Freiheitlichen, der Volkspartei und der SPÖ zu ihm gefunden haben und die eine umweglose Anmeldung der Partei zu Wahlen überhaupt erst ermöglichen, blieben im Parkett. Dennoch ist sein Auftritt nicht eine folgenlose Selbstinszenierung eines Egomanen. Umfragen trauen ihm aus dem Stand den Einzug ins Parlament zu, sogar mit einem zweistelligen Ergebnis. Ob das bis zur Nationalratswahl hält, die in mehr als einem Jahr stattfindet, wird sich zeigen.

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Einmal schon hat Stronach einen Versuch in die Politik unternommen, Ende der achtziger Jahre in Kanada. Damals scheiterte er als Kandidat der Liberalen. Mehr Erfolg hatte seine Tochter Bellinda, eines von zwei Kindern, die es zur Unterhausabgeordneten und zur Ministerin brachte. Frank Stronach führt für sich namhafte Unterstützer ins Feld, von Bill Clinton bis Larry King. In Deutschland machte er vor drei Jahren von sich reden, als Magna den angeschlagenen Autokonzern Opel übernehmen wollte, was scheiterte. In Österreich engagiert er sich seit zwanzig Jahren. Er unterstützte Fußballvereine und amtierte als Präsident der hiesigen Bundesliga. Dafür, dass er sich jetzt in der Politik engagiere, hätten ihn Freunde für verrückt erklärt, berichtet er freimütig. Doch er wolle dem Leben - und Österreich - etwas zurückgeben. Und so glaubt Stronach: „Der 27. September 2012, da bin ich sicher, das ist ein sehr wichtiger Tag, der in die Geschichte Österreichs eingehen wird und der auch in die Geschichte der Welt eingehen wird.“

Quelle: F.A.Z.

 
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