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Ekmeleddin Ihsanoglu Globaler Akteur

 ·  Die Organisation Islamische Konferenz (OIC) hat Syrien aus ihren Reihen suspendiert. Der weltgewandte Generalsekretär Ihsanoglu hat aus der OIC, die 57 Staaten vertritt, einen globalen Akteur der muslimischen Welt gemacht.

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Zu einem außerordentlichen Gipfeltreffen hat der Generalsekretär der „Organisation für islamische Zusammenarbeit“ (OIC) nach Mekka eingeladen. Von den 57 Mitgliedstaaten fehlt aber einer: Syrien. Vor neun Monaten hatte die Arabische Liga Syriens Mitgliedschaft suspendiert; nun folgt der (nach den Vereinten Nationen) zweitgrößte Zusammenschluss von Staaten. Der vertritt 1,5 Milliarden Muslime und will Syrien nicht mehr in seinen Reihen haben.

Die OIC ist keine religiöse Organisation, sondern ein politischer Zusammenschluss der Staaten mit überwiegend muslimischer Bevölkerung. Er war 1969 gegründet worden, hatte aber lange ein Schattendasein geführt. Erst Ihsanoglu machte aus ihm einen globalen Akteur aus der muslimischen Welt. Seine Vorgänger als Generalsekretäre kamen aus Niger, Senegal, Pakistan und Malaysia, Tunesien und Marokko. Sie waren ernannt worden und blass geblieben.

Im Juni 2004 setzte sich der Türke Ihsanoglu in der ersten Wahl eines Generalsekretärs durch. Er sollte sich als ein Glücksgriff für die OIC erweisen. Denn dem 1943 in Kairo Geborenen sind die arabische Welt und die Türkei gleichermaßen vertraut, als Wissenschaftler hatte er sich mit der Geschichte der Wissenschaften in der islamischen Welt beschäftigt, leicht bewegt er sich zwischen den Kulturen hin und her.

Chemiker und Wissenschaftshistoriker

Zunächst hat der osmanische Gentleman in Kairo Chemie studiert, 1970 siedelte er in die Türkei über, wo er an der Universität Ankara mit einer Arbeit über organische Chemie promoviert wurde. Dann forschte er an der Universität Exeter. Nach der Rückkehr in die Türkei tauchte er immer tiefer in die Erforschung der Wissenschaftsgeschichte in der islamischen Welt ein. 1980 berief ihn die „Organisation der islamischen Konferenz“, wie die OIC damals noch hieß, als Direktor an das in Istanbul gegründete „Forschungszentrum für islamische Geschichte, Kunst und Kultur“ (Ircica). Seine Forschungen wurden mit 16 Ehrendoktoraten aus der islamischen Welt, Europa und Nordamerika belohnt.

Von 2005 an baute der weltgewandte und vielsprachige Chemiker und Wissenschaftshistoriker die OIC zu einer aktiven und modernen Institution aus. Er ließ einen Hinweis auf die Menschenrechte in die Charta aufnehmen, ein auf zehn Jahre angelegtes Aktionsprogramm zielt auf die Förderung des Dialogs zwischen den Kulturen und die Bekämpfung des Terrorismus. Sein Wirtschaftsprogramm setzt sich zum Ziel, dass die Mitgliedstaaten 20 Prozent ihres Handels untereinander abwickeln.

Zudem gibt es keinen Konflikt in der islamischen Welt, in den er seit 2005 nicht als stiller Vermittler eingegriffen hätte. Um das Profil der OIC zu schärfen, hat er deren Namen im vergangenen Jahr in „Organisation für islamische Zusammenarbeit“ umbenennen lassen.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, schätzt die OIC als „strategischen und entscheidenden Partner der Vereinten Nationen“. Denn sie spiele bei der Lösung vieler Probleme eine bedeutende Rolle.

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