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Mordfall Susanna : Polizei hatte Ali Bashar deutlich früher im Visier als bisher angegeben

Am 9. Juni wird der in den Irak geflohenen mutmaßliche Mörder von Susanna F, Ali Bashar, nach Wiesbaden zurückgebracht. Bild: Helmut Fricke

Bashars Name war im Zusammenhang mit einer möglichen Vergewaltigung bereits rund eine Woche vor dem Verschwinden von Susanna F. bekannt – die Polizei vernahm ihn jedoch nicht.

          Die Wiesbadener Polizei hat offenbar deutlich früher als bisher angegeben Kenntnis von einer möglichen Verbindung Ali Bashars mit der Vergewaltigung einer Elfjährigen gehabt – rund eine Woche vor dem mutmaßlichen Mord an Susanna F.  Die Person Ali Bashar habe sich „von Anfang an“, ermitteln lassen, nachdem der Polizei am 17. Mai durch den Vater der Elfjährigen eine mögliche Vergewaltigung angezeigt worden war, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wiesbaden am Mittwoch dieser Zeitung. Bashar sei in dem Zusammenhang jedoch nicht vernommen worden. Susanna F. war in der Nacht vom 22. Auf den 23. Mai verschwunden.

          Julian Staib

          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Der Polizeipräsident Westhessens, Stefan Müller, hatte hingegen bei der Pressekonferenz in Wiesbaden Anfang Juni geäußert, die Zeugenaussagen hätten „keinen konkreten Tatverdacht“ zugelassen, der Name Ali sei zwar gefallen – doch in der Unterkunft habe es vier Alis gegeben. Von der Staatsanwaltschaft hieß es nun dazu, die Aussage Müllers beruhe auf einem „Missverständnis“. Der Polizei sei jedoch „definitiv“ keine Verfehlung in dem Fall vorzuwerfen. Fraglich bleibt jedoch, warum sie nicht bereits zu diesem Zeitpunkt gegen Bashar ermittelte und ihn etwa zu den Vorwürfen befragte.

          Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft kam die Polizei aufgrund der Beschreibung des Zimmers, in dem die Vergewaltigung geschehen sein soll, mit Hilfe des Hausmeisters der Flüchtlingsunterkunft auf den Namen Bashars. „Man konnte Bashar schnell ermitteln“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wiesbaden der F.A.Z. Bashar wurde nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft nicht vernommen, da das Mädchen keine Aussage gegenüber der Polizei habe geben wollen. Es habe daher keinen „Sachverhalt“ gegeben, auch wenn der Name Bashar bekannt gewesen sei.

          Die Polizei habe bis zum 29. Mai vier Mal das Mädchen aufgesucht und vergebens versucht, es zu befragen. Es habe nichts sagen wollen, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Auch die Mutter und die Schwester des Mädchens seien vernommen worden. Die Elfjährige hatte sich offenbar am 17. Mai ihrer Mutter anvertraut und von einer Vergewaltigung im März berichtet.

          Der Iraker Bashar wird der zweifachen Vergewaltigung der Elfjährigen sowie des Mordes an Susanna F. verdächtigt. Der Einundzwanzigjährige gestand, Susanna umgebracht zu haben, bestritt aber eine Vergewaltigung.

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