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Chemnitz-Kommentar : Respekt vor dem Opfer

Der Respekt vor Opfer und Verfahren gebietet es, diese nicht zu instrumentalisieren. Auch über Versammlungen sollte allerdings nicht vorschnell der Stab gebrochen werden.

Kavanaugh-Kommentar : Maximaler Effekt

Wer auch immer Christine Ford geraten haben mag, den Vergewaltigungsvorwurf gegen Brett Kavanaugh erst jetzt öffentlich zu machen, hat den Opfern sexueller Gewalt keinen Gefallen getan – sondern eher Trump.

Brexit-Kommentar : Das Volk ist nicht unfehlbar

Der Brexit wird aller Voraussicht nach sowohl der EU als auch Großbritannien schaden. Deshalb muss es dem Volk erlaubt sein, seine Entscheidung von 2016 noch einmal zu überprüfen.

Unions-Fraktionsvorsitz : Kauder und die CSU

Ralph Brinkhaus will Volker Kauder um den Fraktionsvorsitz der Union bringen. Die Wahl wird die aktuelle Haltung der Fraktion gegenüber dem Merkel-Unterstützer aufdecken – und auch für die Kanzlerin ist das Ergebnis nicht unwichtig.

Kommentar : Sümpfe austrocknen

An Polizeipräsenz hat es nicht gefehlt, als jetzt in Berlin das Mitglied eines arabischen Clans zu Grabe getragen wurde. Doch es wäre wünschenswert, wenn der Rechtsstaat nicht nur auf Beerdigungen ausreichend vertreten wäre.

Asyl-Kommentar : Es geht auch leise

Nun hat Horst Seehofer auch mit Italien ein Abkommen über die Rückführung von Flüchtlingen abgeschlossen. Kaum zu glauben, dass daran einmal fast die Koalition zerbrochen wäre.

Kommentar zum Hambacher Forst : Brandgefahr

Mitunter gilt Gewalt als notwendig, um die Welt ein Stückchen besser zu machen. Da muss der Staat zum letzten Mittel greifen: Räumung wegen Brandgefahr.

Schlechte Umfragewerte : Absturz der SPD

Auf Landesebene spielt die SPD keine Rolle mehr, von einer Volkspartei kann man nicht mehr sprechen. Wäre die Partei nicht in den Kommunen verankert, müsste man sie ganz abschreiben.

Kommentar : Mit dem Holzhammer

Die Generaldebatte im Bundestag wäre eine gute Gelegenheit gewesen, die AfD zu bekämpfen – mit Lösungen für Schwierigkeiten, die zweifellos bestehen. Doch was wurde daraus!

Fraktur : Wunderbare Weidel

Stimmt Kahrs’ kühne These, dass Hass hässlich macht? Jedenfalls macht er beweglich.

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  • Das Containerschiff „CSCL Indian Ocean“ liegt am 06.02.2016 auf der Elbe

    Global Kooperation : Dem Zwiespalt auf der Spur

    Gescheiterte Staaten oder gar „failed regions“ machen Armuts- und Kriegsmigration zum Dauerproblem. Asymmetrische Kriege im Zeichen eines globalen religiös-fundamentalistischen Terrorismus bestehen fort. Gleichwohl Brennpunkte sozialer Konflikte funktionieren Mega-Cities als Globalisierungsknoten weltweiter Vernetzung. Wie ist auf diese zwiespältige Globalisierung zu reagieren?
  • Ein Mann schaut am 15. Juli 1995 in Bonn durch ein Fernglas

    BND und Partnerdienste : Von Schnüfflern und Unterwanderern

    Es gehört zum Selbstverständnis von Geheimdiensten, sich mit eigenen Mitteln Informationen aus den Regierungskanzleien und der Wirtschaft befreundeter Staaten zu beschaffen, anstatt sich auf den Wissensstand der Medien und der diplomatischen Vertretungen zu verlassen. Ungeachtet aller Bündnisverflechtungen hat das nationalstaatliche Interesse jedes einzelnen Landes bis heute den Vorrang behalten vor den anderen Möglichkeiten der internationalen Zusammenarbeit.
  • Soldatenfriedhof in Kursk Besedino

    Kursk 1943 : Verlogene Schlachten

    Das deutsche „Unternehmen Zitadelle“ führte im Sommer 1943 zur größten Panzerschlacht der Geschichte. Roman Töppels übersichtliche Studie ist auch für den militärhistorisch interessierten Laien gut lesbar geschrieben. Generalfeldmarschall Erich von Manstein, der als größtes operative Talent an Hitlers Ostfront gilt, verschwieg in seinen Memoiren, dass die Idee zu einer letzten deutschen Großoffensive im Osten von ihm selbst stammte.
  • Reichstagsgebäude in Berlin

    Georg Schreiber : Akten des Reichsprälaten

    Der Münsteraner Kirchenhistoriker Georg Schreiber war seit 1920 Reichstagsabgeordneter für Westfalen-Nord und unterrichtete am 23. März 1933 Hitlers Reichsinnenminister Wilhelm Frick darüber, dass das Zentrum dem Ermächtigungsgesetz zustimmen werde. In einer jetzt von Rudolf Morsey edierten Aufzeichnung hielt Schreiber fest, dass er das Votum als „Zeichen einer Partnerschaft“ erläutert habe, „die Vertrauen gegen Vertrauen bekunde“.
  • Das Sowjetische Ehrenmal an der Straße des 17. Juni am 9. Mai 2015

    Der 9. Mai als Gendenktag : Familienfest als Erinnerungstest?

    Gedenken wird nicht nur „von oben“ inszeniert, sondern auch „von unten“ gestaltet. Beide Prozesse sind eng aufeinander bezogen und miteinander verflochten. Dieses komplexe Wechselspiel versuchen die Autorinnen und Autoren eines Sammelbandes für den 9. Mai als Gedenktag des Kriegsendes 1945 in fünf Ländern des postsozialistischen Europas (Belarus, Deutschland, Estland, Russland, Ukraine) vor allem mit Hilfe ethnographischer Forschungsmethoden zu analysieren.
  • Ulrich Wegener 1987 bei Helmut Kohl

    Ulrich Wegener und GSG9 : Letzter Preuße verteidigt Bonner Demokratie

    Die Bescheidenheit, Authentizität und Ehrlichkeit der Publikation verraten bereits einiges über den Mann, der hier sein Leben erzählt und Rechenschaft abgibt. Wenn der 1929 geborene Ulrich Wegener im Zentrum des öffentlichen Interesses stand, so geschah das gewissermaßen im dienstlichen Auftrag. Sonst aber hat er nie die Öffentlichkeit gesucht, auch seine Autobiographie haben andere erst ermöglicht. Ulrike Zander und Harald Biermann haben lange Interviews mit ihm geführt.
  • Exponate der Ausstellung „Die Welt der DDR“ in Dresden

    Verhältnis der SED zum Staat : Der Sekretär weiß meistens mehr . . .

    Nach dem V. Parteitag der SED im Juli 1958, auf dem Walter Ulbricht den Ausbau der Macht der Partei und die Vollendung des sozialistischen Aufbaus verkündete, erfolgte auch eine Erhöhung der Durchsetzungsfähigkeit und Effizienz des ZK-Apparates. Die Parteizentrale, in der die Zahl der Altkommunisten bis 1970 auf neun Prozent sank, warb den Ministerien qualifizierte Mitarbeiter ab.
  • Gemeinsam schwimmen - nur in welche Richtung?

    Union und Grüne : Versöhnte Verschiedenheit

    In der heißen Phase des Bundestagswahlkampfs deutete schon viel auf ein Sechs-Fraktionen-Parlament hin – wie zuletzt 1953. So ist es nun gekommen. Nicht ganz so alt, aber dennoch mit Patina versehen ist die Idee einer schwarz-grünen Koalition im Bund, wenn sich „Nachhaltigkeit“ (Grüne) und „Die Schöpfung bewahren“ (Union) begegnen.
  • Der rechtsextreme Publizist Götz Kubitschek am 21. Dezember 2016 in Berlin

    Die „Neue Rechte“ : Auf dem Rittergut macht das Lesen Wut

    Die „Neue Rechte“ soll im Konzept der kulturellen Hegemonie des italienischen Kommunisten Antonio Gramsci wurzeln. Solche antibürgerlichen Personen stoßen in dem charakterisierten Milieu auf Sympathie, wohl selbst bei Thomas Wagner. Heftig attackiert er die Politik der als „neoliberal“ geltenden SPD.
  • Die Todeszelle des Huntsville-Gefängnisses in Texas

    Todesstrafen-Geschichte : Hingerichtet

    Die Geschichte der Todesstrafe mit ihren wechselnden Hinrichtungsmethoden, namentlich die jüngere, ist, wie Helmut Ortner deutlich macht, die Geschichte des fehlgeschlagenen Versuchs ihrer Humanisierung.
  • Helmut Kohl : Mit Fortune und Gottes Hilfe

    Die Widersprüche in Helmut Kohls Leben arbeitet der Berliner Journalist und Zeithistoriker Ralf Georg Reuth gekonnt heraus: Prinzipientreu hielt der Bundeskanzler – trotz der Zusammenarbeit mit dem Unrechtsstaat DDR – am Ziel der Wiedervereinigung fest.
  • Kampf gegen den Terror : Eindämmung des Dschihadismus

    Grünen-Politiker Omid Nouripour analysiert die Vorstellungswelt des gewalttätigen Islamismus und spricht sich für verbesserte, behutsam und mit viel Geld umzusetzende Deradikalisierungsprogramme aus.
  • Boris Palmer : Keine Schonkost für grüne Bildungsbürger

    Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer ist immer mal wieder in die Nähe der AfD gerückt oder gar zum „grünen Thilo Sarrazin“ gemacht worden. Wer die gut 250 Seiten seines neuesten Buches liest, der kann solche Thesen nur als verunglimpfend empfinden. Palmer stellt sich vor als an der kommunalen Front handelnder Politiker, als pragmatischer Grüner.
  • Erster Weltkrieg : Wenn ältere Forschung über neuere siegt

    Die deutsch-russische Historikerkommission beleuchtet mit der Frage nach der Verantwortung für die Auslösung des Ersten Weltkriegs ein Schlüsselproblem, das wiederholt deutsch-russische Kontroversen provozierte, zeigten sich doch beide Seiten immer wieder darum bemüht, die „Hauptschuld“ für die Auslösung des Ersten Weltkriegs dem jeweils anderen Land in die Schuhe zu schieben.
  • Heinz Oskar Vetter und Ludwig Rosenberg 1969

    Mitbestimmung 1976 : Die böse Saat: Gewerkschaftsstaat?

    Mit einer Rede des DGB-Vorsitzenden Ludwig Rosenbergs begann Anfang Oktober 1965 ein maßgeblich von den deutschen Gewerkschaften vorangetriebener Prozess, der mit dem am 4. Mai 1976 in Kraft getretenen Mitbestimmungsgesetz seinen Abschluss fand. Die Idee der Mitbestimmung war keineswegs neu.
  • Helmut Kohl (l), der ehemalige Luftwaffeninspekteur der Bundeswehr Johannes Steinhoff (2.v.l.), Ronald Reagan (M) und US-General Matthew Ridgeway, am 5. Mai 1985 auf dem Militärfriedhof in Bitburg.

    Waffen-SS : Die fünf Prozent, die jeder nennt . . .

    Dem Propagandaapparat der Waffen-SS gelang es im Laufe der Jahre 1943/44, die Selbstdarstellung der Wehrmacht immer mehr zurückzudrängen und die Bedeutung von Himmlers Armee für die deutsche Kriegführung weit zu überzeichnen.
  • Bonner Außenpolitik 1885 / 86 : Viel Überschwang im Übergang

    Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) und das Auswärtige Amt unter Hans Dietrich Genscher (FDP) arbeiteten sich 1985/86 vielfältig an den Herausforderungen aus den späten 1970er Jahren ab, etwa der Nachrüstung oder den Problemen in der EG. Zugleich verweisen die Dokumente aus dem AA-Archiv auf die Anfänge der neuen Ordnung Europas, etwa mit dem Auftreten von Michail Gorbatschow und Jacques Delors. Die Wahrnehmungen der Politiker und Fachleute zeigen, wie wenig sie diese Zukunft erahnten und der Kalte Krieg weiterhin ihre Sicht prägte.
  • Irena Sendler am 14. März 2007 in Warschau

    Rettung jüdischer Kinder : Todesmutiges Netzwerk

    Schon vor 1939 arbeitete Irena Sendler nach ihrem Studium an der Freien Polnischen Universität aus sozialpolitischer Überzeugung in städtischen Sozialämtern. Kolleginnen aus der Wohlfahrtstätigkeit und ehemalige Kommilitonen engagierten sich wie Irena während der deutschen Besatzung im Widerstand. Fast alle der von ihnen geretteten Kinder stammten aus assimilierten jüdischen Familien mit berufstätigen Eltern, darunter befanden sich viele aus dem Freundes- und Bekanntenkreis.