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Der Bundesadler im ehemaligen Plenarsaal in Bonn wird von der Sonne angestrahlt

Von Adenauer bis Merkel : Kollektive Richtlinienkompetenz?

Auf eine absolute Mehrheit der Wählerstimmen kann derzeit keine der ehedem großen Volksparteien mehr ernsthaft spekulieren, und auch dass eine Partei die absolute Mehrheit der Parlamentssitze erringt, ist ziemlich unwahrscheinlich. So ist Deutschland ein Land der Koalitionen.
Weiter auf dem Weg zum Einheitsstaat? Angela Merkel (CDU), Christian Lindner (FDP) und Katrin Göring-Eckardt (Grüne) auf dem Balkon der Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin.

Bund und Länder : Jamaika und die Wilde 13

Dem Bürger kann es nicht egal sein, woher das Geld kommt. Ein Buch über den Föderalismus und den Irrweg, auf dem auch Jamaika ist.
Die Nürnberger Gesetze im National Archiv in Washington im Oktober 2010

Nürnberger Gesetze von 1935 : Was Freisler an Amerika schätzte

Haben Hitlers Juristen bei ihrem Vorgehen insbesondere gegen jüdische Deutsche ausgerechnet bei der amerikanischen Gesetzgebung gegen Schwarze und andere rassische Minderheiten Anleihen gemacht? Haben sie sich gar von der genuin amerikanischen Rechtstradition anleiten lassen?

FAZ.NET-Countdown : Jamaika ist tot. Es lebe Jamaika!

Der Bundespräsident hat die Parteien daran erinnert, dass sie für die Willensbildung zuständig sind, aber nicht für die Regierungsbildung. Vielleicht fällt ja der Groschen noch.

Sondierungsgespräche : Verlängerung für Seehofer

Das Scheitern der Jamaika-Koalition am Montag schockte die ein oder andere Partei. Nun könnte es für die CSU in mehrere Richtungen gehen. Eine Verlängerung der Ära Seehofer ist dabei nicht der einzige Weg.

Die EU und Jamaika : Die nächste Unsicherheit

Es ist ironisch: Vor ein paar Jahren beschwerten sich viele Europäer noch über das starke Deutschland. Nun machen sie sich Sorgen angesichts eines Landes, das mit sich selbst beschäftigt ist.

Jamaika-Kommentar : Die Notbremse der Liberalen

Die FDP konnte in dieser Koalition nichts gewinnen. Die Grünen waren am Drücker. Also noch einmal wählen? Das Grundgesetz spricht eine andere Sprache. Und eine Neuwahl könnte auch Merkel in die Sackgasse führen.

FAZ.NET-Countdown : Das Versprechen des Herrn Lindner

Lindners Leid und Aigners Angriff: Während der FDP-Chef in Berlin Wort hält, dürfte das Scheitern von Jamaika auch in München bei manchem für neuen Mut sorgen. Dabei könnte man es doch auch so machen wie ein gewisser Daniel Bahr.

Kommentar : Polnische Demokratie

Die Regierung in Polen ist dabei, das Fundament der Demokratie zu verlassen, auf dem Streit und Meinungsverschiedenheiten ausgetragen werden können. Da hilft es wenig, sich regelmäßig zu demokratischen Werten zu bekennen.

Niedersachsen-Kommentar : Sorgenfreier Weil

Bei den niedersächsischen Koalitionsverhandlungen verhielten sich CDU und SPD vorbildlich. Sollte sich diese Harmonie über die nächsten Jahre halten, würden vor allem einer davon profitieren.

Jamaika-Kommentar : Unter Streithähnchen

Angela Merkel und ihre CDU können sich ein Scheitern von Jamaika nicht leisten. Doch die Verhandlungen sind an ihrem ersten Tiefpunkt angelangt – und weitere werden folgen.

Kommentar : Unzumutbar

Keine Beförderung von Israelis? Die Zeiten, da Menschen aufgrund ihrer Ethnie oder Staatsangehörigkeit diskriminiert werden, sollten vorbei sein.
Mauthausen, 7. Mai 2017

Enric Marco : Selbsterfinder und Lebenslügner

Der Spanier Enric Marco gab sich über Jahrzehnte als Häftling Nr. 6448 des deutschen Konzentrationslagers Flossenbürg aus. Er erhielt Ehrungen und Auszeichnungen, darunter den höchsten zivilen Orden der katalanischen Regierung, das Sankt-Georgs-Kreuz. Am 27. Januar 2005, als das spanische Parlament erstmals der 10 000 von den Nationalsozialisten deportierten Republikaner gedachte, hielt er als Zeitzeuge eine Rede, die das Publikum zu Tränen rührte.
Teilnehmer der Kundgebung «Steh auf! Nie wieder Judenhass!» des Zentralrats der Juden in Deutschland am 14.09.2014 vor dem Brandenburger Tor in Berlin

Juden in Berlin 1942 : Letzte Liste

Im Herbst 1941 stellte die Gestapo die Jüdische Gemeinde in Berlin vor die Alternative, bei der Abholung von Juden und Unterbringung in Sammelstellen mitzuwirken oder die Arbeit gleich der SS zu überlassen. Blanka Alperowitz und andere wirkten bei den Deportationen mit, in der Hoffnung, humanitäre Hilfe bieten zu können.
Klatschmohn oder Hanf: Dann hat das Hauen und Stechen schnell ein Ende.

Fraktur : Lasst Blumen sprechen!

Sondieren ist Silber, Flowerpower ist Gold: Auch „Jamaika“ muss mehr auf die nonverbale Kommunikation setzen.

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  • Warnschild vor sowjetischen Minen ist am 20.02.2015 in der Gedenkstätte Point Alpha zu sehen.

    Militärpolitik der DDR : Kreml-Spitzen ließen Vasallen schwitzen

    Oliver Bange gelingt der Nachweis, dass die im Zuge des Nato-Doppelbeschlusses dislozierten amerikanischen Pershing II und Cruise Missiles von den Strategen des östlichen Militärbündnisses als „Teilaspekt eines umfassenden Innovationsschubes“ auf Seiten der Nato wahrgenommen wurden.
  • Ein Flüchtlingsboot aus Holz im Landesmuseum in Hannover

    Flucht aus Syrien : Katastrophe im Mittelmeer

    Doaas anrührende und Betroffenheit auslösende Geschichte ist so, wie Melissa Fleming sie aufbereitet hat, zu einer Art Erbauungsbuch der Willkommenskultur geworden. Der Resonanzraum für solche Literatur ist begrenzt.
  • Palast der Republik 1976

    Letzte DDR-Volkskammer : Herausragende Beschlüsse

    Je mehr Zeit vergangen ist, umso schöner werden die Erinnerungen an die am 18. März 1990 gewählte Volkskammer, die im permanenten Ausnahmezustand operierte. Dieses gilt mit dem zeitlichen Abstand von einem Vierteljahrhundert als „Höhepunkt europäischen Parlamentarismus“
  • Heinrich Zeiss (1944) im Dienstzimmer der Militärärztlichen Akademie

    Heinrich Zeiss : Wie ließ sich Stalins Reich helfen?

    Die Hilfsexpedition, die 1921 nach Moskau aufbrach, war nicht nur eine medizinische, sondern auch eine politische Gesandtschaft. Ihr gehörte auch der Hygieniker Heinrich Zeiss an, der in Moskau im Auftrag des Deutschen Roten Kreuzes ein bakteriologisches Zentral-Laboratorium gründete.
  • Büste von Hoffmann von Fallersleben auf Helgoland

    Nationalhymnen-Suche 1949-1952 : Menschlichkeit, Du über alles!

    Ausgangspunkt des Hymnen-Streits war der „Coup“ des Bundeskanzlers Adenauer vom April 1950 im West-Berliner Titania-Palast; zum Abschluss seiner Rede ließ er die dritte Strophe des Deutschlandliedes anstimmen. Nicht nur die SPD fühlte sich düpiert, sondern auch Bundespräsident Heuss.
  • Freizeit eines Geheimdienstlers, Aufnahme Mitte der 70er Jahre

    Misstrauensvotum 1972 : Kundschafter als Stimmenkäufer

    Horst Kopp rühmt sich, er habe „in seinen besten Zeiten“ immerhin 27 inoffizielle Mitarbeiter „gesteuert“. Sein Buch beginnt mit der wohl wirksamsten Einflussnahme der DDR-Geheimpolizei auf die Politik der Bundesrepublik: dem Misstrauensvotum gegen Willy Brandt im April 1972.
  • Gedenktafel in Auschwitz (2017)

    Massengewalt im „Dritten Reich“ : In der Exekutionsgemeinschaft

    In Christian Gerlachs außerordentlicher Studie ist keineswegs allein von der Ermordung der Juden Europas, sondern in umfassender Weise von dem entfesselten deutschen Vernichtungswillen in allen seinen Ausformungen die Rede, der den alten Kontinent vor bald acht Jahrzehnten heimsuchte.
  • Beim „Marsch der Lebenden“ vergessen: Schild vom 24. April 2017

    Antisemitismus in Europa : Die Dokumente in ein Raster gezwängt

    Götz Aly hat seinen früheren widersprüchlichen Thesen von Sozialneid und interessengeleiteter Gleichheitssucht Europa übergestülpt. Sein Deutungsmodell des Antisemitismus wird weder der umfassenden Verwandlung der Welt im 19. Jahrhundert noch der Komplexität der darauffolgenden Entwicklungen gerecht.
  • Besucher im „Jewish Museum and Tolerance Center“ in Moskau am 13. Juni 2013

    Pogrome im Zarenreich : Gewaltorgie bei schönem Wetter

    Das eigentliche Schlüsselereignis war wohl die Ermordung Zar Alexander II. am 1. März 1881 gewesen. Unter den vielen Gerüchten, die sich in Russland verbreiteten, war auch eines, das „den Juden“ die Schuld daran gab – verbunden mit der Drohung, dass sie dafür noch würden büßen müssen.
  • Skigebiet in Crans-Montana

    Die Schweiz 1917/18 : Wilson statt Wilhelm

    Im letzten Kriegsjahr weiteten die Vereinigten Staaten ihre Propagandatätigkeit in der Schweiz massiv aus. Bereits im Frühjahr 1917 war das „Committee on Public Information“ gegründet worden, das die Kriegspropaganda mit Mitteln der Produktwerbung revolutionierte.
  • Plakat der Initiative „Pulse of Europe“ am 23. April 2017 in Köln

    Wildt kontra AfD : Wer ist denn, bitte, das Volk?

    Ausführlich setzt sich Michael Wildt mit dem „Volk der AfD“ auseinander, mit deren kulturellen und ethnischen Kriterien; sie betreibe eine Rehabilitierung von Begriffen, die durch den Nationalsozialismus kontaminiert seien.
  • Rainer Barzel (stehend) am 24. April 1972

    CDU/CSU-Fraktion 1969-1972 : Lieber Boxkampf als Ehescheidungsrecht

    Die internen Sitzungsprotokolle der Jahre 1969 bis 1972 zeigen anschaulich, wie die CDU/CSU während der Hochphase der sozialliberalen Reformen um Einfluss rang. Die freimütig formulierten Wortbeiträge reichten dabei von der Ostpolitik über Sozialfragen bis hin zur Reform des Eherechts.
  • Prinz Asfa-Wossen Asserate am 2. August 2010 in Frankfurt

    Afrikas Zukunft : Kaum Optimismus für Afrika

    Warum nimmt Korruption in Politik und Wirtschaft in Afrika im weltweiten Vergleich einen Spitzenplatz ein? Asfa-Wossen Asserate verfügt über alle Zahlen und Statistiken und vergisst trotzdem nie, dass es nicht um Kennziffern und Jahresbilanzen geht, sondern um Menschenschicksale.
  • Die amerikanische und die UN-Flagge wehen am 23.09.2014 in New York vor dem Gebäude der Vereinte Nationen.

    Gewaltsame Konflikte : Ein Kamm für alle Fälle

    Der Schweizer Historiker Daniele Ganser arbeitet gern mit Provokationen. Während er zum Beispiel gütige Worte für Gaddafi und Assad findet, verdächtigt er viele Entscheidungsträger in den Vereinigten Staaten und in Nato-Staaten, Kriegsverbrecher zu sein.
  • Friedrich Wilhelm von Loebell

    Friedrich Wilhelm von Loebell : Dem Strom der Zeit das Bett abgraben

    Friedrich Wilhelm von Loebells politisches Handeln war an drei Grundprinzipien orientiert, die zum Wesenskern des deutschen Konservatismus der Epoche gehörten. Er trat ein für die Stärkung des Reiches, den Schutz von Monarchie und Staat sowie die Bekämpfung der Sozialdemokratie.
  • Das „Schlosshotel Kronberg“

    Haus und Land Hessen : Alte Familie

    Rainer von Hessen erzählt in einem reichillustrierten Bändchen die Geschichte seiner Familie, deren Erbe heute von der Kulturstiftung des Hauses Hessen und der Hessischen Hausstiftung betreut wird. Gerade bei Herrscherfamilien ist der Nachweis der Abstammung entscheidend: Je oller, desto doller.
  • Die Stasi und die Grünen : Mit gebundenen Händen beäugt

    In der DDR entstand schon 1984 eine Diplomarbeit über die Grünen. Diese seien „sicherheitsrelevant“, weil „Mitglieder der Grünen ständig nach neuen Wegen und Formen des Einwirkens in die DDR zur Kontaktaufnahme mit den unterschiedlichsten ,staatsunabhängigen‘ Gruppen suchen“.
  • Polen in Preußen : Bismarcks Feindbild machte viele wild

    Hans-Erich Volkmann widmet sich der Anbahnung des bitteren, für nahezu ein Jahrhundert schier unüberwindbaren nationalen Konflikts zwischen Deutschen und Polen, den maßgeblich das preußische Deutschland zu verantworten hatte.