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Fritz Gerlich : Nicht versagen, Resl fragen!

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„Der gerade Weg“ vom 17. Juli 1932 Bild: Verlag Schöningh

Durch einen hochadeligen Mäzen gefördert, konnte Fritz Gerlich Ende 1930 die Zeitung „Illustrierter Sonntag“, die er in „Der gerade Weg“ umbenannte, kaufen. Er warnte vor Hitler in einer aggressiven Sprache, titelte mit „Hat Hitler Mongolenblut?“, fand jedoch mit seinen Artikeln nur ein begrenztes Echo.

          Hitler hasste ihn, attackierte ihn in Reden, weil Fritz Gerlich schon Mitte der zwanziger Jahren vor dem „Führer“ und dem Nationalsozialismus warnte. Nun legt Rudolf Morsey, der 89 Jahre alte erstklassige Historiker mit einem Faible auch für zweitrangige Akteure, eine mustergültige, äußerst präzise und hochinteressante Biographie über den 1883 in Stettin geborenen promovierten Mediävisten vor.

          Gerlich bekam Ende 1911 eine Stelle am Geheimen Staatsarchiv in München. Nebenher publizierte er über „Geschichte und Theorie des Kapitalismus“, die Entente-Mächte, „Volkswirtschaft und Politik“, „Freihandel, Schutzzoll und Friede“ und „Kirche und Staat“. Aus gesundheitlichen Gründen vom Militärdienst befreit, scheiterte er 1916 mit seiner Absicht, sich für Volkswirtschaftslehre zu habilitieren. 1917 ließ er sich vom Archivdienst beurlauben, weil er in Forst-Akten Unterlagen über die Gewinnung von Ersatzfetten entdeckt hatte. Experimentell wollte er sich mit der „Verwandlung von Waldabfällen in tierisches Fett und Eiweiß mit Hilfe der verschiedenen Arten des Heerwurms“ befassen, was sich als Riesenpleite erwies.

          Durch die Novemberrevolution 1918 änderten sich für den Verfechter weitreichender Kriegsziele, der sich der Deutschen Vaterlandspartei angeschlossen hatte, die Koordinaten. Jetzt trat er der linksliberalen Deutschen Demokratischen Partei bei, gründete den „Landesverband der Beamten bayerischer Anstalten für Wissenschaft und Kunst“ im Rahmen des „Bayerischen Beamten- und Lehrerbundes“ und vertrat aktiv die Belange der Staatsdiener gegen Kurt Eisner und die Räterepublik. Der „Redner gegen den Kommunismus“ setzte sich im Frühjahr 1919 vorübergehend ins Fränkische ab, warb auch für „Volkswehren“, um München wieder von den „Roten“ zu befreien.

          Anfang Mai kehrte Gerlich nicht in den Archivdienst zurück, sondern übernahm eine politische Funktion, ohne dafür seine Beamtenstelle aufgeben zu müssen. Er engagierte sich im halbstaatlichen, von der Schwerindustrie finanzierten „Heimatdienst Bayern für Ordnung, Recht und Aufbau“, pflegte Kontakte zu völkischen Kreisen, geriet aber auch ins Visier von Dietrich Eckart. In dessen Zeitschrift „Auf gut Deutsch“ erschien der Artikel „Gerson Ehrlich?“, um ihn laut Morsey „wegen vermeintlich jüdischer Herkunft unglaubwürdig zu machen“. 1920 verfehlte Gerlich das angestrebte Mandat für die DDP im Bayerischen Landtag und im Reichstag. Dafür fiel er durch sein Buch „Der Kommunismus als Lehre vom Tausendjährigen Reich“ auf, so dass die Besitzer der liberalen „Münchner Neuesten Nachrichten“ (MNN) den „Marxistentöter“ zum Chefredakteur bestellten.

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