Home
http://www.faz.net/-gpf-759bj
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Plagiatsaffäre Schavan denkt offenbar über Rücktritt nach

Der Druck auf Bildungsministerin Schavan wegen Plagiatsverdacht wächst. FDP-Politiker Neumann sagte der F.A.S., Frau Schavan wisse, welche Konsequenzen sie zu ziehen habe.

© dpa Vergrößern Hat sie oder hat sie nicht? Bundesbildungsministerin Schavan

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) denkt offenbar darüber nach, ihr Amt aufzugeben, falls die Universität Düsseldorf Anfang nächsten Jahres beschließen sollte, ein Verfahren einzuleiten, das die korrekte Abfassung von Schavans Doktorarbeit überprüft. Die F.A.S. berichtet mit Bezug auf Unionskreise, Schavan habe intern bereits die Frage aufgeworfen, ob sie Ministerin bleiben könnte, sollte die Universität ein Verfahren eröffnen. Die Promotionskommission der Universität hatte kürzlich dem Fakultätsrat empfohlen, das zu tun. Eine Entscheidung wird für den 22. Januar erwartet. Schavan wird vorgeworfen, bei ihrer vor mehr als 30 Jahren verfassten Doktorarbeit unsauber gearbeitet zu haben.

Der forschungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Martin Neumann, sagte der F.A.S.: „Je länger so ein Verfahren läuft, desto schwieriger wird es für beide Seiten.“ Mit Blick auf Schavan sagte er: „Sie ist verantwortungsvoll genug, um zu wissen, welche Konsequenzen sie - je nach Ausgang - zu ziehen hat.“ Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag Michael Kretschmer (CDU) lobte im Gespräch mit der F.A.S. die Bilanz Schavans als Ministerin. Er hieß es allerdings gut, dass die Universität Düsseldorf die Vorwürfe gegen Schavan prüft. „Es ist richtig, die Überprüfung der wissenschaftlichen Arbeit auch der Wissenschaft zu überlassen. Ich erwarte, dass die zuständigen Gremien der Universität Düsseldorf die Angelegenheit klären.“

Schavans Sprecher Robin Mishra wies am Samstag hingegen Spekulationen über mögliche Rücktrittsüberlegungen der Ministerin zurück. „Da ist nichts dran“, sagte Mishra der Nachrichtenagentur dpa, in Reaktion auf die Vorabmeldung der F.A.S.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Oberlandesgericht Düsseldorf Hohe Haftstrafen in Al-Qaida-Prozess verhängt

Im Düsseldorfer Al-Qaida-Prozess hat das Oberlandesgericht die vier Angeklagten zu Haftstrafen zwischen viereinhalb und neun Jahren verurteilt. Sie sollen im Auftrag Bin Ladins Terroranschläge geplant haben. Mehr

13.11.2014, 10:49 Uhr | Politik
Bundestag Hausverbote nach Hetzjagd auf Gysi

Zwei israelkritische Journalisten haben Gregor Gysi im Bundestag bedrängt, bis auf die Toilette verfolgt und das gefilmt. Parlamentspräsident Lammert will Hausverbote gegen die Beiden verhängen. Mehr

12.11.2014, 16:06 Uhr | Politik
Anti-Doping-Gesetz Sportler gegen Sportler

Im Streit um das neue Anti-Doping-Gesetz beanspruchen das Justiz-Ministerium und der Deutsche Olympische Sportbund jeweils das Votum der Spitzensportler für sich. Mehr Von Michael Reinsch, Berlin

13.11.2014, 13:20 Uhr | Sport
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 22.12.2012, 13:49 Uhr

Eine neue Ära

Von Daniel Deckers

Die politischen Eliten Portugals waren nicht gefeit gegen die Verlockungen der Macht und des Geldes und konnten sich lange sicher fühlen. Doch nun ist die Zeit der Straflosigkeit vorbei. Mehr 1 4

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden