08.05.2009 · Wie auch bei der „Östlichen Partnerschaft“ mit sechs ehemaligen Sowjetrepubliken müht sich Berlin nach Kräften, den russischen Verdacht zu zerstreuen, die Unternehmungen der EU, sich unabhängiger bei der Gasversorgung zu machen, könnten gegen Moskau gerichtet sein.
Von Reinhard VeserAuf Drängen Deutschlands ist Russland als Beobachter zu dem Prager EU-Treffen über den „Südlichen Korridor“ der Gasversorgung hinzugebeten worden. Wie auch bei der einen Tag zuvor gegründeten „Östlichen Partnerschaft“ mit sechs ehemaligen Sowjetrepubliken müht sich Berlin nach Kräften, den russischen Verdacht zu zerstreuen, die Unternehmungen der EU könnten gegen Moskau gerichtet sein.
Das kann nicht schaden - aber dass der gegensätzliche Eindruck überhaupt entstehen konnte, liegt nicht an der EU, sondern an Moskau selbst. Auf westliche Versuche, Vertrauen zu schaffen, antwortet der Kreml regelmäßig mit misstrauenbildenden Maßnahmen.
Es ist das russische Gerede über Einflusszonen - bei denen Moskau nach dem Willen der betroffenen Länder gar nicht erst fragt -, das der EU eine derartige Konkurrenz geradezu aufzwingt; und es ist die Neigung des Kremls, Energie als politische Waffe einzusetzen, die im Westen Europas der Vorstellung zum Durchbruch verholfen hat, dass man die Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen verringern muss.
Wirtschaftsminister zu Guttenberg + NorthStream
Robert Hamacher (harohama)
- 09.05.2009, 00:15 Uhr