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Pegida : Falsche Führung

Der Bamberger Erzbischof Schick warnt Christen vor der Teilnahme an „Pegida“-Demonstrationen. Gegen was soll ein Christ demonstrieren dürfen, wenn nicht gegen die „Islamisierung Europas“?

          Dem Christenmenschen ist es nicht ganz fremd, geführt zu werden – sei es von göttlicher oder weltlicher Gewalt. Jeder ist von Zeit zu Zeit für etwas Orientierung dankbar. Doch die Ausführungen des Bamberger Erzbischofs Schick über die Pegida-Proteste müssen jeden Gläubigen in eine Krise stürzen. Gegen was soll ein Christ demonstrieren dürfen, wenn nicht gegen die „Islamisierung Europas“?

          Das ist per se weder ausländerfeindlich – eine Religion ist nicht an Herkunft oder Staatsangehörigkeit gebunden – noch lehnt es eine Religion in Gänze ab. Natürlich muss jeder, das sollte auch in Dresden bekannt sein, den Islam leben und verbreiten dürfen. Ein Christ darf aber, wie jeder Bürger, pointiert zum Ausdruck bringen, dass er nicht unter islamischer Herrschaft leben will. Ein Popanz? Gewiss eine Übertreibung, wenn man allein auf die Zahlen der Gläubigen blickt. Aber es gibt keinen Zweifel daran, das bestätigen nicht nur deutsche Politiker jeder Partei Tag für Tag, dass es seit Jahren mehr als ein Problem mit Terror und Gewalt unter dem Banner des Islam gibt – und nicht dem des Christentums.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“, „Staat und Recht“ sowie Frankfurter Allgemeine Einspruch.

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