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„Partnering“ in Afghanistan Verbunden im Kampf gegen die Taliban

 ·  Erst afghanische Soldaten und Polizisten ausbilden und dann der gemeinsame Einsatz: Das soll der Schlüssel für den Erfolg am Hindukusch sein. Doch deutsche Soldaten sind in Sorge. „Ich kann nicht mit einem Partner zusammenarbeiten, auf den ich mich nicht verlassen kann.“

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Nordafghanistan, irgendwann in diesem Frühjahr: Eine deutsche Einheit der internationalen Truppe Isaf hat eine Operation gemeinsam mit der afghanischen Armee geplant. Doch die Zusammenarbeit ist schwierig, wie sich aus Erzählungen von einem der Beteiligten ergibt. Um acht Uhr morgens sollte es losgehen - um elf war noch niemand da. 500 Afghanen sollten beteiligt sein - am Ende kamen 150. „Ich kann nicht mit einem Partner zusammenarbeiten, auf den ich mich nicht verlassen kann“, sagt ein erfahrener Soldat.

Als es dann endlich losgeht, zeigt sich, dass die Einsatzgrundsätze sich offenbar von denen der Deutschen unterschieden. Aufständische werden wie geplant aus einer Ortschaft verdrängt. Die afghanischen Kräfte „fließen nach“. Dann wird das Dorf geplündert: Geld, Lebensmittel, aber auch Fernseher. „Die Soldaten gehen durch und nehmen, was die brauchen können, und gehen dann schnell wieder raus.“

Auch das militärische Handwerk an der Basis ist nach diesen Schilderungen, vorsichtig formuliert, unausgereift. Eine gemeinsame Schießübung wird als „desaströs“ geschildert. Zwar ist für Afghanen - ob Soldaten oder Zivilisten - Waffenbesitz eine Selbstverständlichkeit. Doch wie bringt man einem Soldaten, der nicht lesen kann, die Funktionsweise von Waffenteilen oder gar den Vorgang in der Waffe beim Schuss bei? Als in einer Schießübung bei einem Afghanen eine Ladehemmung auftrat, da habe der Soldat die Störung durch kräftiges Schlagen des Gewehrs gegen den nächsten Baum zu beheben versucht - die Mündung in Richtung der nahen Kameraden schlenkernd.

Partnering: Der Schlüssel für den Erfolg?

Die Ausbildung afghanischer Soldaten und Polizisten und dann der gemeinsame Einsatz im sogenannten Partnering: Das soll der Schlüssel für den Erfolg sein, also die Voraussetzung dafür, dass die 43 Truppenstellernationen der Isaf ihre Soldaten irgendwann vom Hindukusch wieder abziehen können. Die heimischen Kräfte sollen nach und nach in die Lage versetzt werden, die Verantwortung für die Sicherheit in Afghanistan zu übernehmen. Doch auch dieser Weg wird mindestens steinig sein.

Dabei gilt bei Offizieren der Aufbau der afghanischen Armee noch als insgesamt positiv - zumindest im Vergleich zu dem der Polizei. Immer wieder kommt das in den Lagevorträgen an den verschiedenen Einsatzorten der Bundeswehr, ob in Kundus, in Mazar-i-Scharif oder in Faizabad, zum Ausdruck. Er habe im Laufe des vergangenen halben Jahres gemeinsame Operationen erlebt, „wo die Armee gute Arbeit gemacht hat und die Polizei dann plündernd und raubend hinterhergewütet hat“, berichtet Michael Matz. Der Oberst hat in dieser Zeit die schnelle Eingreiftruppe der Isaf für die Nordregion geführt, die sogenannte Quick Reaction Force (QRF).

Von Helfern beim Wiederaufbau zum Kampfeinsatz

Die QRF ist das frei verfügbare Manöverelement für den Isaf-Regionalkommandeur im Norden, derzeit der deutsche Brigadegeneral Frank Leidenberger. Die Truppe ist nicht durch ständige Aufgaben an einen Ort gebunden, sondern kann für gezielte Operationen in einer bestimmten Gegend eingesetzt werden - Offensiven gegen die Aufständischen. Als die Bundeswehr diese Aufgabe vor fast zwei Jahren übernommen hat, zeichnete sich schon ab, dass sich das Bild des Afghanistan-Einsatzes vom Helfen im Wiederaufbauteam (PRT) zum Kampfeinsatz würde wandeln müssen. „QRF ist nicht PRT“, hieß es damals.

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21.04.2010, 08:35 Uhr

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