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Parteien Von Unionisten und Nationalisten

 ·  Es gibt viele politische Strömungen, „Lager“ und Parteien in Nordirland. FAZ.NET erklärt, wer sich hinter den Abkürzungen UUP, DUP und SDLP verbirgt, und woher „Sinn Féin“ kommt .

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Nordirland hat ein eigenständiges Parteien-System, dass die speziellen politischen und historischen Umstände der Provinz widerspiegelt.

Unionisten und Nationalisten

Es gibt, vereinfacht gesehen, zwei politische Hauptströmungen. Die Unionisten, die vorwiegend von protestanen unterstützt werden, möchten Nordirland weiter als Teil Großbritanniens sehen. Die Nationalisten wollen hingegen, vornehmlich von Katholiken gewählt, Nordirland mit der Republik Irland vereinigen.

Das unionistische Lager

Innerhalb des Unionisten-Lagers sind die Ulster British dem Vereinigten Königreich loyal, während sich die Ulster Loyalist auf Nordirland selbst konzentrieren. Die beiden maßgeblichen Parteien des unionistischen Lagers, die Ulster Unionist Party (UUP) und die Democratic Unionist Party (DUP) haben ihre gemeinsamen Wurzeln in der „Ulster Loyalist“ - Tradition.

Die UUP ist die älteste Partei Nordirlands. Konservativ und als Partei des Establishments hat sie enge Verbindung zu den britischen Tories. Vorsitzender der UUP ist der Friedensnobelpreisträger David Trimble.

Die DUP ist weniger konservativ. Sie wurde 1971 als radikal protestantische Alternative zur UUP gegründet und findet Unterstützung vor allem in der Arbeiterschaft und bei fundamentalistischen Protestanten.

Das nationalistische Lager

Die Überzeugung, Nordirland solle nicht Teil Großbritanniens sein, sondern mit dem Rest Irlands vereinigt werden, formt das nationalistische Lager. Das Gefühl der katholischen Minderheit, diskriminiert zu werden, ist Quelle der Unterstützung nationalistischer Parteien.

Die Social Democratic and Labour Party (SDLP) ist die maßgebliche nationalistische Partei. Sie wurde 1970 als Nachfolger der Nationalist Party gegründet. Die SDLP tritt für eine gewaltfrei zu erreichende Union mit Irland und eine Ablösung von Großbritannien ein. Sie setzt auf Kooperation und Einbindung der Protestanten. SDLP - Vorsitzender ist John Hume, der ebenso wie Trimble für die Aushandlung des Karfreitagsfriedensabkommens von 1998 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Im September 2001kündigte Hume an, dass er sein Amt als SDLP-Vorsitzender im November aus gesundheitlichen Gründen aufgeben werde.

Die Partei „Sinn Féin“ - „Wir selbst“ entstand als Alternative zur etablierten SDLP. Sie feiert seit den 80er Jahren mit Führungsfiguren wie Gerry Adams Wahlerfolge. Da sie als politischer Arm der IRA gilt, konzentrieren sich hier extremistische katholische Strömungen. Die Trennlinie zwischen den Terroristen der IRA und Sinn Féin ist nicht einfach und eindeutig zu ziehen.

Das Wahlergebnis von 2001

Bei den Wahlen 2001, die eine Wahlbeteiligung von 68 Prozent verzeichnen konnten, büßten die gemäßigten Parteien beider Lager an Stimmen ein. Die UUP erhielt mit 26,8 Prozent 5,9 Prozent weniger als 1997. Die DUP steigerte ihr Wahlergebnis gegenüber den vorangegangenen Wahlen um 8,9 Prozent auf 22,5 Prozent. Sie hat mit fünf Sitzen nur einen Sitz weniger als die UUP. Auch Sinn Féin gaben mit 21,7 Prozent zusätzliche 5,7 Prozent der Wähler ihre Stimme und verhalfen der partei so zu vier Sitzen. Die SDLP verlor hingegen 3,2 Prozent ihrer Stimmanteile. Sie konnte mit 21 Prozent nur noch drei Sitze für sich gewinnen.

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