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Vatikan Papst ermöglicht vorgezogenes Konklave

 ·  Papst Benedikt XVI. hat einige Wahlbestimmungen geändert, um das Konklave früher einberufen zu können. Kardinal O’Brien trat derweil wegen des Vorwurfs „unziemlichen Verhaltens“ zurück.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (18)
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Gerand Aichbichler

Vorverlegung des Konklaves . ist das Überrumpelung?

soll da mit dieser Vorverlegung verhindert werden, dass sich Reformkräfte konsolidieren können? Nach unserem Glauben wird der Papst vom Hl. Geist erwählt und geführt. Dem Hl. Geist sollte aber auch Zeit zu wirken gegeben werden, auch wenn der Stellvertreter Christi auf Erden Fahnenflucht begeht. Hat Benedikt XVI, den Hlf. Geist gefragt, ob er retireieren darf? Auch der letzte Papst, der aus der Schlangengrube geflüchtet ist, musste zuerst zum Sterben gebracht werden, damit der neue im Auftrag des Dreifaltigen sprechen konnte.

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Herr Fischer

Dann lesen Sie mal den Artikel von Herrn Deckers "Der Papst und die Kardinäle: Nicht nur Freunde":

"O’Brien sieht sich „nur“ dem Verdacht ausgesetzt, gegenüber jungen Priesteranwärtern übergriffig gewesen zu sein. Doch auch da versteht Papst Benedikt keinen Spaß. Noch in den neunziger Jahren konnte sich der Wiener Kardinal Groër, der mit seinen sexuellen Eskapaden Männer in den Tod getrieben hatte, der Protektion durch engste Mitarbeiter von Johannes Paul II. sicher sein. Doch Benedikt meinte es immer schon ernst, wenn er von der „Reinheit“ der Kirche sprach. Als Papst hat er seinen Worten Taten folgen lassen - und sich gerade unter Kardinälen nicht nur Freunde gemacht."

Die Kernaussage des Artikels passt nicht so ganz in Ihr Konzept.

Mittlerweile glaube ich, dass Sie Papst Benedikt deshalb so vehement angreifen, weil er gegen bestimmte Missstände so konsequent durchgegriffen hat.

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Paul Haverkamp
Paul Haverkamp (paule46) - 26.02.2013 09:19 Uhr

Mitschuld Ratzingers - Benedikts

Papst Benedikt selbst trägt an dieser augenblicklichen Schwemme an Pädophiliefällen, verjährten und noch nicht verjährten, in besonderem Maße die Schuld und Verantwortung .

Im Jahre 2001 verfasste Ratzinger das Schreiben„De delictis gravioribus“ (Von den schwersten Verbrechen). In diesen beiden Geheimschreiben wird die „ausschließliche Kompetenz des Vatikans“ betont, was die Ahndung von Pädophiliefällen anbelangt; gleichzeitig werden sämtliche Bischöfe unter Strafe der Exkommunikation aufgefordert, alle Pädophiliefälle ausschließlich und nur an den Vatikan zu melden.

Das Schreiben Ratzingers hatte nur ein Ziel: nichts aus den Gemäuern der katholischen Kirche nach außen dringen zu lassen.

Genau diese Geheimschreiben hatten die „reuigen“ irischen Bischöfe jahrzehntelang streng befolgt.

Paul Haverkamp, Lingen

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.02.2013 10:31 Uhr
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Bemerkenswert. Pädophile dürfen bleiben - jene, die diese Leute anzeigen, werden exkommuniziert.

...

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Papst hat avisiert, den Bericht dreier Kardinäle über homosexuelle Umtriebe im Vatikan seinem

Nachfolger übergeben und die Richtigkeit dieses Berichtes mit dem Hinweis bestätigt, die Untersuchung der Kardinäle habe "die Grenzen und Mangelhaftigkeit der menschlichen Komponente in jeder Institution" aufgezeigt. Für dieses Eingeständnis muss man ihm dankbar sein, auch wenn er in den letzten mehr als 30 Jahren als Präfekt der Glaubenskongregation und Papst derlei (und andere) Zustände hätte vermeiden müssen.

Allerdings: Die Kirche stellt sich ja sonst nicht auf dieselbe moralische Stufe wie andere Institutionen.

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Gabi Heintz

P.S. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, noch dazu, wenn Ranghöhere Rangniedrigere bedrängen,

ist immer widerlich und verachtenswert.

Das möchte ich noch klargestellt haben für den Fall, daß jemand aus meinem vorherigen Post herauslesen möchte, daß ich das - mutmaßliche - Fehlverhalten des Kardinals "entschuldigen" oder "schönreden" möchte.

Nein, ganz gewiß nicht!

Mir fällt nur auf, wie mit zweierlei Maß gemessen wird. Und da springt einem nicht nur das merkwürdige Verhältnis der GRÜNEN und der Humanistischen Union zu Pädophilen (sofern sie nicht der Kirche angehören, versteht sich) in die Augen.

Auch die Kommentare zum Artikel einer jungen Frau, die in der FAZ über ihre Erfahrungen an einer Ivy League Universität in den USA bzw. über die sexuelle Belästigung durch ihren Doktorvater berichtet, sprechen Bände.

Eine große Mehrheit der Foristen zweifelt den Wahrheitsgehalt des Berichtes an ("Studentinnen baggern Profs an!"), unterstellt Eifersucht und Rachegelüste als Motiv für die Veröffentlichung des Sachverhalts und macht sich über das Opfer lustig.

Seltsam, nicht?

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Clemens  Oppermann

CONTRA MOTU PROPRIORUM

Die Tragik bester Absicht erfahren Katholiken in der unwiderrufenen Rücktrittsankündigung des Papstes. Nicht nur vollzieht sich ihnen in den päpstlichen Mätzchen spöttisch die Paarung eines ratzingerianischen Individualismus mit selbigem Relativismus, sondern die Einheit ihrer Kirche, die seit der Todesohnmacht ihres Gründers am Kreuz Bestand hat, wird vom Nachfolger selbst insofern demontiert, wie er die Suche nach einem Erbnehmer provoziert, bevor dieser durch dessen Tod in die Nachfolge berufen ist. Nachfolge Christi endet nicht vor dem Tod! Will der Stellvertreter Christi kirchliche Einheit dennoch nicht mehr in eigener Ohnmacht tragen, so liegt es bei den Kardinälen, diese im Verzicht auf ein Konklave unschismatisch zu wahren bis erlösender und eben nicht inszenierter Tod in die Nachfolge ruft. Als Senatoren können sie zusammen mit den nicht mehr wahlberechtigten Kollegen kommissarisch nötige Geschäfte einvernehmlich (wenn auch unerlaubt) so doch gültig fortführen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.02.2013 15:38 Uhr
Thomas Anders
Thomas Anders (Luckner) - 26.02.2013 15:38 Uhr

Alternative

Neben der Verweigerung einer Durchführung des Konklave oder der vollkommen unüblichen, vorerst unbefristeten Einsetzung eines "geschäftsführenden Vorstandes" über die katholische Kirche gäbe es noch die dritte Möglichkeit, daß das Konklave ein Zeichen setzt und Benedikt XVI. als ersten Papst der Geschichte in eine zweite Amtszeit wählt.

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Gabi Heintz

Ja, Frau Holtmann, es ist in der Tat erschreckend, wie mit zweierlei Maß gemessen wird

Die Formulierung, das Fehlverhalten würde "bis in die 80er Jahre zurückreichen", läßt (absichtlich?) im Unklaren, daß es nicht über 30 Jahre lang stattfand, sondern vor 33 Jahren.

Da wäre selbst bei Totschlag die Tat inzwischen verjährt.

Ist es nicht seltsam?

Linke, die dafür gesorgt haben, daß Mißbrauch von Kindern juristisch nur als Vergehen (Strafmaß unter 1 Jahr) bewertet wird, wollen aber bei irgendwelchen angeblichen oder tatsächlichen Annäherungen unter Erwachsenen hier - weil es um die Kirche geht - anscheinend am liebsten Köpfe rollen sehen.

Wie gesagt:

- 1985 stellten die GRÜNEN im Parlament den Antrag Sex mit Kindern zu "entkriminalisieren",

- noch im Jahr 2000 konnten sich in der Humanistische Union (der Leutheusser-Schnarrenberger angehört) 44% NICHT dazu durchringen, für einen Beschluß zu stimmen, der besagt, daß die HU pädosexuelle Kontakte "weder billigt noch unterstützt" (HU-Mitteilungen 172, S. 85)

Aber Verstöße gegen den Zölibat? - Unverzeihlich!

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klaus keller (klkeller) - 25.02.2013 21:37 Uhr

Kardinal O’Brien ist undankbar,

da wird er trotz allem Kardinal und wird jetzt fahnenflüchtig das ist nicht nett und 75 wird er erst nach der Wahl wenn ich mich nicht irre. PS Das Bild wirkt schon ein wenig homoerotisch in Verbindung mit der Büßerhaltung mit Anteilen von Sado-Maso. Bitte jetzt aufregen.

PS Wer die katholische Kirche nicht mag sollte austreten, ich überlege mir einzutreten wegen der schönen Rituale und Liturgien und Gebäude , allein mir fehlt der Glaube. Das sie nicht demokratisch organisiert ist weis auch jeder. Warum also ständig diese Aufregung?

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.02.2013 11:44 Uhr
Gabi Heintz

Herr Keller, nur für den Fall, daß irgendwas halbwegs ernst Gemeintes

hinter Ihrem Post steht:

Wie wäre es, mal "Und wenn es ihn DOCH gibt?" zu lesen oder (für literarisch Anspruchsvollere und philosophisch ein wenig Vorgebildete) "Wunder - möglich? wahrscheinlich? undenkbar?" von C.S.Lewis?

Beides ist nicht nur informativ, sondern auch nett zu lesen (ersteres) bzw. ein absoluter Lese-Genuß (Lewis).

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Möchten Sie sich von Gott, oder von einer homo- und pädophilen Amtskirche regulieren lassen,

Herr Thielsen?

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Cornelia  Holtmann

Ich habe schon die Kommentare zu einem anderen Artikel gelesen und stelle fest:

Es ist erschreckend, wie schnell ein Mensch vorverurteilt wird. Verurteilt von Menschen die sich als aufgeklärt begreifen und voller Verachtung auf vergangene Zeiten blicken.

NICHTS ist bewiesen, und der Kardinal erklärt auch, fälschlich beschuldigt zu werden. Der Kardinal erklärt, er trete zurück, um seiner Kirche Diskussionen zu ersparen.

Ich kann nicht beurteilen, ob der Kardinal fälschlicherweise beschuldigt wird oder nicht. Es ist aber erschreckend, wie schnell die öffentliche Meinung den Rücktritt lediglich als ein Schuldeingeständnis wertet. Warum wird noch nicht einmal die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass er redlich ist?

Ich habe in der Schule erlebt, dass Schülerinnen einen Sportlehrer fälschlich sexueller Übergriffe beschuldigt haben. Der Schaden hielt sich in Grenzen, weil sich die beiden Mädchen recht schnell in Widersprüche verwickelt hatten. Aber wenn die Mädchen etwas geschickter gewesen wären, hätten sie das Leben des Sportlehrers ruinieren können.

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Antworten (5) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.02.2013 12:43 Uhr
Raika Geng
Raika Geng (Lailaps) - 26.02.2013 12:43 Uhr

@Bandas Naike: Wahrscheinlichkeitsrechnung

Herr Naike, wie Sie selbst zitiert haben, habe ich von "sofort vorstellbar" gesprochen und nicht von "wissen". Es ist oft genug vorgekommen, dass Sexualstraftäter ihre Tat geleugnet haben. Das dürfte in der "Regel" so sein, mit Ausnahmen natürlich, wie das bei Regeln eben so ist. Dem gegenüber ist es noch nicht so oft vorgekommen, dass Priester sich verabreden, um einen Glaubensbruder gemeinschaftlich zu Unrecht der sexueller Übergrifflichkeit zu bezichtigen. Das wäre nicht gerade die Regel, sondern ein extrem ungewöhnliche Ausnahme. Die 4 Priester sind also "wahrscheinlich" glaubwürdig, der Kardinal "wahrscheinlich" unglaubwürdig. Nicht mehr und nicht weniger habe ich gesagt.

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Bandas Naike

@Frau Geng: Woher wissen sie das schon wieder?

"Dass der Herr Kardinal lügen könnte, ist sofort vorstellbar. Das ist die Regel in solchen Fällen."

Haben Ihnen das ihre tiefenpsycholgischen Eklektizismen geflüstert, Frau Geng, oder woher wollen sie das wissen? Waren sie dabei?

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Raika Geng
Raika Geng (Lailaps) - 25.02.2013 20:09 Uhr

@Cornelia Holtmann: Frage nach dem Motiv für eine etwaige gemeinschaftliche Lüge

Da ein Beweis für die Anschuldigungen gegen den Kardinal schwerlich zu führen ist, bleibt die Frage nach der Glaubwürdigkeit der Priester.

Haben Sie den Hauch von einer Idee, welche Motive die geweihten Männer haben könnten, gemeinschaftlich zu lügen?

Dass der Herr Kardinal lügen könnte, ist sofort vorstellbar. Das ist die Regel in solchen Fällen.

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Cornelia  Holtmann

Die Möglichkeit, dass die Priester die Wahrheit sagen, habe ich in Betracht gezogen, Frau Geng.

Sonst hätte ich ja nicht geschrieben, dass ich nicht weiß, ob der Kardinal fälschlicherweise beschudigt wird.

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Raika Geng
Raika Geng (Lailaps) - 25.02.2013 19:18 Uhr

1 Kardinalsaussage schwergewichtiger als 4 Priesteraussagen?

"Es ist aber erschreckend, wie schnell die öffentliche Meinung den Rücktritt lediglich als ein Schuldeingeständnis wertet. Warum wird noch nicht einmal die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass er redlich ist?"(Holtmann)

Warum, Frau Holtmann, ziehen Sie noch nicht einmal die Möglichkeit in Betracht, dass die drei Priester und der ehemalige Priester redlich sind?

Welche schäbigen Absichten unterstellen Sie den Geistlichen, wenn Sie indirekt behaupten, sie hätten sich womöglich gegen den Kardinal mit dem Mittel der gemeinschaftlichen Lüge verschworen?

Wiegen etwa die vier Priesteraussagen in Ihren Augen weniger als die eine Kardinalsaussage? Ist das die neue römisch-katholische "Höhere" Mathematik?

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25.02.2013, 17:30 Uhr

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