http://www.faz.net/-gpf-772wd

Papstwahl : Proteste gegen Kardinal Mahony

  • Aktualisiert am

Roger Mahony soll versucht haben, Kindesmissbrauch durch Priester in den USA vertuscht zu haben. Bild: reuters

Der frühere Erzbischof von Los Angeles, Kardinal Roger Mahony, soll pädophile Priester gezielt vor einer Strafverfolgung geschützt haben. Gegen seine Teilnahme an dem Konklave zur Wahl des Nachfolgers von Benedikt XVI. regt sich Widerstand in den Vereinigten Staaten und in Italien.

          Gegen die Teilnahme eines umstrittenen amerikanischen Kardinals an der Wahl des nächsten Papstes regt sich in den Vereinigten Staaten Widerstand. Der frühere Erzbischof von Los Angeles, Kardinal Roger Mahony, soll versucht haben, Fälle sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche zu vertuschen und beschuldigte Geistliche zu schützen. Die Organisation „Catholics United“ fordert von Mahony nun in einer Petition, nicht zum Konklave zur Wahl des Nachfolgers von Benedikt XVI. nach Rom zu fahren. Auch mehrere amerikanische Medien äußerten sich kritisch.

          Mahony habe das Recht, an der Papst-Wahl teilzunehmen, sagte der vatikanische Jurist und Kurienkardinal Velasio de Paolis. „Sicher, die Situation ist befremdlich, die Regeln (für die Wahl eines Papstes) werden jedoch respektiert“, sagte er der römischen Tageszeitung „La Repubblica“. Da werde es schon notwendig sein, Kardinal Mahony davon zu überzeugen, nicht anzureisen. „Er muss nach seinem Gewissen entscheiden, ob er kommt“, erläuterte der Kurienkardinal.

          In Italien setzte sich auch die katholische Wochenzeitung „Famiglia Cristiana“ ausführlich und kritisch mit dem Fall Mahony auseinander. Online lancierte das katholische Medium eine Umfrage zu der Frage: „Mahony beim Konklave, ja oder nein?“

          „Brutal und schmerzlich zu lesen“

          Der 76 Jahre alte Mahony soll in seiner Zeit als Bistumsleiter von 1985 bis 2011 laut Archivunterlagen, die das Erzbistum im Januar veröffentlichte, pädophile Priester gezielt vor der staatlichen Strafverfolgung geschützt haben. Sein Nachfolger Erzbischof Jose Gomez nannte die Akten „brutal und schmerzlich zu lesen“. In einem für die amerikanische Kirche beispiellosen Vorgang enthob er Mahony von allen verbliebenen Ämtern und untersagte ihm ein öffentliches Wirken in Los Angeles.

          Von seinem Amt als Erzbischof von Los Angeles hatte Mahony sich bereits 2011 aus Altersgründen zurückgezogen. Er blieb aber Kardinal und kann damit im März über den nächsten Papst mitentscheiden. Der umstrittene Geistliche wurde im Zusammenhang mit Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche bereits mehrfach von der amerikanischen Justiz befragt, eine weitere Anhörung ist für diesen Samstag geplant.

          Quelle: DPA

          Topmeldungen

          Nach der Wahl : Wo Jamaika schwierig wird

          Wenn Union, FDP und Grüne über eine Koalition verhandeln, dann liegen einige umstrittene Fragen vor ihnen – aber auch einige überraschende Übereinstimmungen.
          Im Plenarsaal ist auch für 709 Abgeordnete Platz.

          Neuer Bundestag : Und wo sitzt die AfD?

          Im größten Parlament der Bundesrepublik Deutschland suchen 709 Abgeordnete ihren Sitz, 78 mehr als bisher. Wo sollen all die Parlamentarier und ihre Mitarbeiter untergebracht werden?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.