http://www.faz.net/-gpf-76i6n
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 12.02.2013, 18:51 Uhr

Papst-Rücktritt Keine eigene Abschiedsveranstaltung für Benedikt XVI.

Vatikansprecher Federico Lombardi hat am Dienstag das Restprogramm des amtierenden Papstes vorgestellt. Am 27. Februar wird Benedikt XVI. auf dem Petersplatz seine letzte Generalaudienz abhalten.

© dpa Viel beschäftigt: Vatikansprecher Federico Lombardi am Dienstag in Rom

Es wird keine eigene Veranstaltung zur Verabschiedung von Papst Benedikt XVI. geben. Das hob Vatikansprecher Federico Lombardi am Dienstag hervor. Am 27. Februar werde die letzte Generalaudienz mit Benedikt XVI. auf dem Petersplatz stattfinden, zu der „sehr viele Menschen“ erwartet würden. Die Messe zum Beginn der Fastenzeit an diesem Mittwoch, die traditionell auf dem Aventin-Hügel gefeiert wird, sei in den Petersdom verlegt worden, „weil es dort viel mehr Platz gibt“, sagte Lombardi weiter. Der Gottesdienst werde der letzte sein, den Benedikt XVI. dort feiern werde; danach hätten die Gläubigen noch während des Angelusgebetes an den Februarsonntagen Gelegenheit, Benedikt XVI. im Amt zu erleben.

Lombardi bekräftigte, dass Benedikt XVI. bis zum Ende seiner Amtszeit alle Verpflichtungen wahrnehmen und etwa die Staatsoberhäupter Rumäniens und Guatemalas empfangen werde. Als unwahrscheinlich bezeichnete er Spekulationen, der Papst werde noch seine geplante Enzyklika zum Glauben veröffentlichen: Die Arbeiten seien nicht so weit abgeschlossen, dass eine Publikation vor dem 28. Februar möglich sei.

Lombardi: Keine akuten gesundheitlichen Probleme

Für diesen Tag hatte der 85 Jahre alte Benedikt XVI. am Montag seinen Rücktritt angekündigt. Lombardi hob hervor, der Papst habe sich nicht aufgrund akuter gesundheitlicher Probleme, sondern wegen des altersbedingten Nachlassens seiner Kräfte zu diesem Schritt entschlossen. Zuvor hatte Lombardi bestätigt, dass sich Benedikt XVI. vor einigen Monaten einem Routineeingriff am Herzen unterzogen habe, bei dem die Batterien eines Schrittmachers ausgewechselt worden seien; dieser sei Joseph Ratzinger schon vor dessen Wahl zum Papst vor bald acht Jahren eingesetzt worden. Zugleich stellte Lombardi klar, dass Benedikt XVI. keinen Einfluss auf das künftige Konklave nehmen werde: Dieser habe angekündigt, nach seinem Amtsverzicht ein Leben in Gebet und Meditation zu führen.

Der Bruder des Papstes, Georg Ratzinger, äußerte sich überzeugt, dass Benedikt XVI. auch nach dem Rücktritt viel arbeiten werde. „Er wird nicht völliger Pensionist werden“, sagte der 89 Jahre alte Ratzinger der Deutschen Presse-Agentur. Auch im Kloster „Mater Ecclesiae“ in den Vatikanischen Gärten, in das Benedikt XVI. ziehen will, werde wie schon im Apostolischen Palast sicher Platz für ihn sein. Derweil sagte Berlins Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki über Benedikt XVI., dieser drücke in „radikaler Weise“ aus, dass er, „im Gegensatz zu anderen in Kirche und Gesellschaft“, nicht an der Macht klebe.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Nordfrankreich Hollande: Angriff in Kirche war schändlicher Terroranschlag

Zwei Bewaffnete haben in einer Kirche in Nordfrankreich Gläubige als Geiseln genommen und einen Priester getötet. Die Polizei erschoss darauf die Geiselnehmer. Der IS bezeichnet die Angreifer als seine Soldaten. Die Polizei nahm einen Mann fest. Mehr

26.07.2016, 16:31 Uhr | Politik
Beten für den Frieden Papst Franziskus ruft Armenien und Türkei zur Versöhnung auf

Bei einem Besuch in der armenischen Hauptstadt Eriwan feierte Franziskus eine Messe und bat Tausende Teilnehmer des Gottesdienstes, für die Aussöhnung zwischen den Staaten zu beten. Zuvor hatte er an die Opfer des Massakers an den Armeniern im Osmanischen Reich erinnert und abermals von einem Völkermord gesprochen. Mehr

28.06.2016, 17:30 Uhr | Politik
Papst auf dem Weltjugendtag Franziskus sieht die Welt im Krieg

Der Papst nimmt den katholischen Weltjugendtag in Krakau zum Anlass, Polens Regierung zu kritisieren. Er fordert Offenheit gegenüber Flüchtlingen – und erinnert an einen seiner Vorgänger. Mehr Von Jörg Bremer, Krakau

27.07.2016, 21:30 Uhr | Politik
Rückzug Messi tritt aus Nationalelf aus

Lionel Messi hat seinen Rücktritt aus der argentinischen Nationalelf angekündigt. Er ist mit seiner Mannschaft im Finale der Copa America an Chile gescheitert. Im Elfmeterschießen hatte Messi selbst vergeben. Mehr

28.06.2016, 08:52 Uhr | Sport
Anschlag in Nordfrankreich Attentat mit Fußfessel

Einer der Täter in der Kirche ist zweimal daran gescheitert, nach Syrien zu reisen. Nicht nur den französischen Behörden war er schon bekannt, bevor er in der Normandie morden konnte. Mehr

26.07.2016, 23:43 Uhr | Politik

Der große Riss in der gläsernen Decke

Von Klaus-Dieter Frankenberger

Die Hürden, die Frauen am Aufstieg hindern, will Hillary Clinton mit ihrer Kandidatur einreißen. Fragt sich nur, ob das reicht, um Wähler davon zu überzeugen, für sie zu stimmen. Mehr 8 8

Abonnieren Sie den Newsletter „Politik-Analysen“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden