Home
http://www.faz.net/-gpf-76i6n
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Papst-Rücktritt Keine eigene Abschiedsveranstaltung für Benedikt XVI.

Vatikansprecher Federico Lombardi hat am Dienstag das Restprogramm des amtierenden Papstes vorgestellt. Am 27. Februar wird Benedikt XVI. auf dem Petersplatz seine letzte Generalaudienz abhalten.

© dpa Vergrößern Viel beschäftigt: Vatikansprecher Federico Lombardi am Dienstag in Rom

Es wird keine eigene Veranstaltung zur Verabschiedung von Papst Benedikt XVI. geben. Das hob Vatikansprecher Federico Lombardi am Dienstag hervor. Am 27. Februar werde die letzte Generalaudienz mit Benedikt XVI. auf dem Petersplatz stattfinden, zu der „sehr viele Menschen“ erwartet würden. Die Messe zum Beginn der Fastenzeit an diesem Mittwoch, die traditionell auf dem Aventin-Hügel gefeiert wird, sei in den Petersdom verlegt worden, „weil es dort viel mehr Platz gibt“, sagte Lombardi weiter. Der Gottesdienst werde der letzte sein, den Benedikt XVI. dort feiern werde; danach hätten die Gläubigen noch während des Angelusgebetes an den Februarsonntagen Gelegenheit, Benedikt XVI. im Amt zu erleben.

Lombardi bekräftigte, dass Benedikt XVI. bis zum Ende seiner Amtszeit alle Verpflichtungen wahrnehmen und etwa die Staatsoberhäupter Rumäniens und Guatemalas empfangen werde. Als unwahrscheinlich bezeichnete er Spekulationen, der Papst werde noch seine geplante Enzyklika zum Glauben veröffentlichen: Die Arbeiten seien nicht so weit abgeschlossen, dass eine Publikation vor dem 28. Februar möglich sei.

Lombardi: Keine akuten gesundheitlichen Probleme

Für diesen Tag hatte der 85 Jahre alte Benedikt XVI. am Montag seinen Rücktritt angekündigt. Lombardi hob hervor, der Papst habe sich nicht aufgrund akuter gesundheitlicher Probleme, sondern wegen des altersbedingten Nachlassens seiner Kräfte zu diesem Schritt entschlossen. Zuvor hatte Lombardi bestätigt, dass sich Benedikt XVI. vor einigen Monaten einem Routineeingriff am Herzen unterzogen habe, bei dem die Batterien eines Schrittmachers ausgewechselt worden seien; dieser sei Joseph Ratzinger schon vor dessen Wahl zum Papst vor bald acht Jahren eingesetzt worden. Zugleich stellte Lombardi klar, dass Benedikt XVI. keinen Einfluss auf das künftige Konklave nehmen werde: Dieser habe angekündigt, nach seinem Amtsverzicht ein Leben in Gebet und Meditation zu führen.

Der Bruder des Papstes, Georg Ratzinger, äußerte sich überzeugt, dass Benedikt XVI. auch nach dem Rücktritt viel arbeiten werde. „Er wird nicht völliger Pensionist werden“, sagte der 89 Jahre alte Ratzinger der Deutschen Presse-Agentur. Auch im Kloster „Mater Ecclesiae“ in den Vatikanischen Gärten, in das Benedikt XVI. ziehen will, werde wie schon im Apostolischen Palast sicher Platz für ihn sein. Derweil sagte Berlins Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki über Benedikt XVI., dieser drücke in „radikaler Weise“ aus, dass er, „im Gegensatz zu anderen in Kirche und Gesellschaft“, nicht an der Macht klebe.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Raúl Castro bei Franziskus Höhere Diplomatie am Heiligen Stuhl

Der Vatikan betreibt aktive Außenpolitik: Gut 50 Minuten lang gewährt der Papst dem kubanischen Staatschef eine Audienz. Raúl Castro bedankt sich für die aktive Rolle des Papstes bei der Verbesserung der Beziehungen Havannas zu Washington - und setzt weiter auf Franziskus. Mehr Von Jörg Bremer, Rom

10.05.2015, 16:49 Uhr | Politik
78. Geburtstag Tausende Gläubige tanzen Tango für den Papst

Tausende Gläubige auf dem Petersplatz singen Ständchen und tanzen für Papst Franziskus. Er feierte seinen 78. Geburtstag. Mehr

17.12.2014, 16:25 Uhr | Gesellschaft
Enoch zu Guttenberg Ein Freiherr kämpft gegen den Windkraft-Wahn

Der Dirigent Enoch zu Guttenberg wanderte einst durch die oberfränkischen Täler – verwunschen und wild. Doch jetzt kommen auch dorthin immer mehr Windräder. Für ihn ist das ein brutaler Frevel an Landschaft und Menschen. Mehr Von Albert Schäffer, München

20.05.2015, 08:48 Uhr | Politik
Urbi et Orbi Papst spendet traditionellen Weihnachtssegen

Tausende Gläubige auf dem Petersplatz in Rom jubelten Franziskus am ersten Weihnachtstag zu. Mehr

25.12.2014, 16:29 Uhr | Aktuell
Vertragsabschluss mit Vatikan Palästina sichert Christen Religionsfreiheit zu

Der Vatikan und der Staat Palästina stehen kurz vor dem Abschluss eines Staatsvertrages. Darin sollen den katholischen Christen unter den Palästinensern weitgehende Freiheitsrechte zugesichert werden. Mehr Von Jörg Bremer, Rom

13.05.2015, 17:13 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 12.02.2013, 18:51 Uhr

Neigung zum Ekstatischen

Von Reinhard Bingener

Zungenrede, Heilungen, Dämonenaustreibungen - die Pfingstkirchen inszenieren die Präsenz des Heiligen Geistes so offensiv wie möglich. Der Unterschied zu den traditionellen Kirchen europäischer Prägung könnte kaum schärfer sein. Mehr 11 17

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden