http://www.faz.net/-gpf-76gpy
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 11.02.2013, 12:27 Uhr

Papst-Rücktritt Aus heiterem Himmel

Plötzlich und unerwartet bricht die Nachricht über den Rosenmontag hinein. Um 11.48 Uhr meldet die Nachrichtenagentur ANSA, dass Papst Benedikt zurücktreten will. Verfolgen Sie die aktuellen Ereignisse rund um die Demission des deutschen Papstes auf FAZ.NET.

von
© dpa Papst Benedikt XVI. tritt zurück.

15:30 Uhr: Bundespräsident Joachim Gauck hat dem Papst „außerordentlichen Respekt“ für seinen Rücktritt gezollt. „Dass ein Deutscher die Nachfolge von Johannes Paul II. antrat, war von historischer Bedeutung für unser Land“, sagte Gauck. Die Menschen in Deutschland hätten „tief bewegt“ vom Rücktritt erfahren. Für diesen Schritt seien „großer Mut und Selbstreflexion“ nötigt. „Sein Glaube, seine Weisheit und seine menschliche Bescheidenheit haben mich tief beeindruckt“, sagte Gauck, der den Papst vor Anfang Dezember im Vatikan besucht hatte.

Lorenz Hemicker Folgen:

14:42 Uhr: In der Zeit zwischen dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. und der Wahl seines Nachfolgers ist der Heilige Stuhl in Rom unbesetzt. Während der „Sedisvakenz“ übernimmt der Camerlengo, Kardinal und Kirchenkämmerer, kommissarisch die exekutiven Aufgaben des Papstes.

14:33 Uhr: Der Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Rainer Brüderle würdigte die Verdienste des Papstes. „Er hat sich um die Ärmsten dieser Welt gekümmert und immer den Dialog auch mit Andersgläubigen gesucht.“

14:20 Uhr: Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Freiburgs Erzbischof Robert Zollitsch, bezeichnet den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. als eine „große menschliche Geste.“ Zollitsch schreibt in einer Erklärung: „Wir deutschen Bischöfe sind erfüllt von großem Respekt und von Bewunderung für seine Entscheidung.“ Er gebe „ein leuchtendes Beispiel wirklichen Verantwortungsbewusstseins und lebendiger Liebe zur Kirche.“

14:11 Uhr: Papst Benedikt XVI. ist der 265. Papst in der Nachfolge des heiligen Petrus. Bei seiner Wahl 2005 war er 78 Jahre alt und damit zugleich bei Amtsantritt der älteste Papst seit 1730. Mit seiner Wahl wurde zum ersten Mal seit knapp 500 Jahren ein Deutscher zum Papst ernannt. Sein letzter deutscher Amtsvorgänger, Hadrian VI., hatte 1522 bis 1523 auf dem Stuhl Petri Platz genommen.

14:09 Uhr: Als Kardinal Joseph Ratzinger 2005 zum Papst gewählt wurde, galt er in Kirchenkreisen vielerorts als Übergangskandidat. Mit einer fast achtjährigen Amtszeit hatten nur wenige gerechnet.

Papst Benedikt gibt Pontifikat auf- Reaktion Kanzlerin Merkel © dpa Vergrößern Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht am Montag im Kanzleramt in Berlin

14:06 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel tritt in Berlin vor die Presse und dankt Papst Benedikt XVI.  Er habe eine schwere Entscheidung getroffen. Viele Menschen könnten sie in einer Zeit des immer längeren Lebens  „nachvollziehen.“ Zurückkommend auf seine Antrittsworte 2005, in denen Benedikt XVI davon sprach, nur ein einfacher Arbeiter im Weinberg des Herrn zu sein, sagte Merkel:  „Er ist viel mehr als ein einfacher Arbeiter.“ Benedikt XVI. bleibe einer „der bedeutendsten religiösen Denker unserer Zeit.“ Die Kanzlerin hob auch Benedikts Rede vor dem Deutschen Bundestag 2011 hervor. Sie sei eine der „Sternstunden des Parlaments“ gewesen. „Die Worte des Papstes werden mich noch lange persönlich begleiten.“

14:00 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel tritt vor die Presse.

13.59 Uhr: Italiens Ministerpräsident Mario Monti äußert sich „sehr erschüttert“ über den Rücktritt. Es habe vorher keine Anzeichen oder Signale für die Entscheidung gegeben.

1 | 2 | 3 Nächste Seite   |  Artikel auf einer Seite
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Neue Luther-Biografie Der Ablass war eine gute Idee

2017 wird die Reformation 500 Jahre alt. Ist die Bundesrepublik heute protestantisch? Hätte Luther getwittert? Und war er selbst je Protestant? Fragen an den Luther-Biografen Willi Winkler. Mehr

22.08.2016, 08:34 Uhr | Feuilleton
Papst Franziskus Der Islam ist nicht gewalttätig

Papst Franziskus hat sich auf dem Rückflug vom Weltjugendtag in Polen, wenige Tage nach einem islamistischen Anschlag auf eine katholische Kirche in Nordfrankreich, zum Islam geäußert: In meinen Augen ist es nicht richtig, den Islam mit Gewalt gleichzusetzen. Das ist weder gerecht noch ist es wahr. Mehr

01.08.2016, 15:32 Uhr | Politik
Live-Blog Merkel: Die Bilder der Verwüstung sind schockierend

Bundeskanzlerin äußert sich zu Erdbeben in Mittelitalien +++ Joachim Gauck sendet Genesungswünsche +++ Papst Franziskus hat sein tiefes Mitgefühl ausgesprochen +++ Verfolgen Sie die Geschehnisse im FAZ.NET-Live-Blog. Mehr

24.08.2016, 08:11 Uhr | Gesellschaft
Polen Papst fühlt sich stark trotz Sturz

Papst Franziskus hat im Rahmen des Weltjugendtags das wichtigste katholische Wahrzeichen Polens besucht - die Schwarze Madonna von Tschenstochau. Auf dem Weg zur Messe strauchelte er kurz, kam aber schnell wieder auf die Beine und setzte sein Programm fort. Mehr

28.07.2016, 17:55 Uhr | Politik
Die Jagd nach dem W-Lan Martin Router King

Federico Prandi, Italiener in Berlin, sammelt die kuriosesten W-Lan- Namen der Hauptstadt. Auf einer interaktiven Karte kann man sie ansehen - und ihrer Bedeutung nachrätseln. Mehr Von Nina Raddy

18.08.2016, 22:01 Uhr | Gesellschaft

Großzügige Angebote der SPD

Von Jasper von Altenbockum

Die SPD wäre nicht die SPD, wenn die von ihr angeregte Entlastung allen Bürgern gleichermaßen zugute kommen würde. Keine Steuersenkung ohne Steuererhöhung! Mehr 19 54

Abonnieren Sie den Newsletter „Politik-Analysen“