Home
http://www.faz.net/-hpb-76iom
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Letzte Generalaudienz von Benedikt XVI. „Betet für mich, die Kirche und den künftigen Papst“

Papst Benedikt XVI. hat sich in seiner letzten Generalaudienzen vor seinem angekündigten Rücktritt bei den Katholiken weltweit für ihre Unterstützung bedankt und zu weiteren Gebeten aufgerufen.

© dpa Vergrößern Papst Benedikt XVI. dankte den Gläubigen für die Gebete und die große Anteilnahme

Zwei Tage nach seiner Rücktrittsankündigung hat sich Papst Benedikt XVI. bei den Gläubigen für die Gebete und die große Anteilnahme „in diesen für mich schwierigen Tagen“ bedankt. „Betet weiterhin für mich, für die Kirche und für den künftigen Papst“, sagte das scheidende Kirchenoberhaupt am Mittwoch bei der Generalaudienz in Rom. Es war sein erster öffentlicher Auftritt nach seiner historischen Rücktrittsankündigung.

Benedikt erklärte nochmals die Gründe, die zu seiner Entscheidung geführt hätten. Sie sei „in voller Freiheit“ zum Wohle der Kirche gefallen, sagte der 85 Jahre alte Papst. Er sei sich bewusst geworden, dass er das Pontifikat nicht mehr mit der dafür notwendigen Kraft fortführen könne. Am Montag hatte der seit 2005 amtierende deutsche Papst seinen Rücktritt für den 28. Februar angekündigt.

12.000 Menschen im Petersdom

Benedikt betrat unter großem Jubel tausender Gläubiger die Audienzhalle am Petersdom - langsamen Schrittes ging er zu seinem Sessel. Als Benedikt die Besucher begrüßte, brandete lauter Beifall auf. Er begann die Audienz mit einem Lächeln und lächete auch zum Abschluss.

Benedikt wandte sich auch an die Pilger aus seiner deutschen Heimat und dankte für ihren Besuch. Seine Ausführungen, die sich auch um den Beginn der Fastenzeit drehten, wurden immer wieder von Applaus unterbrochen und begleitet. Der scheidende Papst breitete seine Arme zum Gruß der Gläubigen aus, blieb aber sitzen.

Bereits Stunden vor der Generalaudienz waren die Gläubigen zum Petersplatz gekommen und hatten die Reihen der etwa 12.000 Menschen fassenden Halle bis zum letzten Platz gefüllt. Am Nachmittag um 17.00 Uhr will Benedikt XVI. im Petersdom in Rom die Aschermittwoch-Liturgie zum Beginn der Fastenzeit feiern.

Auch dazu wird ein großer Andrang von Gläubigen, Kardinälen, Bischöfen und Touristen erwartet. Deshalb wurde die Feier eigens von der Kirche Santa Sabina auf dem Aventin-Hügel in den wesentlich größeren Petersdom verlegt.

Der Papst hatte sich bei einer Generalaudienz am Mittwoch zum ersten Mal nach seiner Rücktrittsankündigung in der Öffentlichkeit gezeigt. Tausende Gläubige jubelten ihm in der Audienzhalle zu. Artikel.Text Video starten $fazgets_pct
© reuters Vergrößern Papst Benedikt XVI. gibt erste Generalaudienz nach Rücktrittsankündigung

Auch nach seiner Rücktrittankündigung nimmt Benedikt XVI. weiter Termine wahr. Dazu gehören laut Vatikan-Sprecher Federico Lombardi Treffen mit Bischöfen und ausländischen Staatsgästen in den kommenden Tagen. Am vorletzten Tag seiner Amtszeit, dem 27. Februar, wird der Papst seine letzte Generalaudienz auf dem Petersplatz abhalten. Andere besondere Veranstaltungen zum Ende seines Pontifikats sind laut Vatikan nicht geplant.

Am 28. Februar wird Benedikt sein Pontifikat aufgeben - das hat es in der Neuzeit noch nie gegeben. Dann beginnt innerhalb von 15 bis 20 Tagen das Konklave, das seinen Nachfolger wählt. Dem Gremium gehören voraussichtlich 117 Kardinäle an, darunter sechs aus Deutschland. Bis Ostern soll feststehen, wer neuer Papst wird.

Mehr zum Thema

Quelle: AFP

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Die Reformen von Papst Franziskus Umbau im Vatikan

Eine Sommerpause hat er sich nicht gegönnt, im Gegenteil: Papst Franziskus treibt seine Reform der Kurie voran und hat einige Posten neu besetzt. Um die Kirchenfinanzen kümmert sich nun ein ehemaliger Rugby-Profi. Mehr

06.09.2014, 20:29 Uhr | Politik
"Vier-Päpste-Sonntag" im Vatikan

Mit einem feierlichen Gottesdienst im Vatikan haben hunderttausende Katholiken aus aller Welt die Heiligsprechung der verstorbenen Päpste Johannes XXIII. und Johannes Paul II. gefeiert. Die magischen Worte, die das historische Ereignis auf dem Petersplatz besiegelten, sprach Papst Franziskus unter den Augen seines zurückgetretenen Vorgängers Benedikt XVI. sowie zahlreicher kirchlicher und politischer Würdenträger aus aller Welt. Mehr

28.04.2014, 09:26 Uhr | Politik
Katholische Kirche Der Kampf um Rom hat erst begonnen

Wie Papst Franziskus und einige Gleichgesinnte die Irrwege der kirchlichen Lehre von Ehe und Familie nach dem II. Vatikanischen Konzil korrigieren wollen. Mehr

03.09.2014, 21:53 Uhr | Politik
Papst Franziskus traut Paare mit Kindern

Zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt traut Franziskus 20 Paare im Petersdom, darunter einige mit unehelichen Kindern. Damit setzt der Pontifex ein Zeichen für mehr Offenheit in der katholischen Kirche. Mehr

14.09.2014, 20:09 Uhr | Politik
Interreligiöses Friedenstreffen Eine Welt in Flammen

In Antwerpen diskutieren religiöse Führer aller Weltreligionen über das Grauen der kriegerischen Gegenwart. Vor allem Vertreter des Islam finden klare Worte gegen die Barbarei islamistischer Terrorgruppen. Mehr

08.09.2014, 17:07 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 13.02.2013, 12:23 Uhr

Keine Alternative

Von Günter Bannas

Viele in der CDU kritisieren die Parteiführung für ihren Kurs gegenüber der AfD - und haben selbst keine Antwort auf sie. In der Merkel-CDU fehlen die Charakterköpfe, die durch Kraftmeierei die politischen Ränder binden könnten. Mehr 110 36

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden