http://www.faz.net/-gpf-777pe

Katholische Kirche : Schottischer Kardinal Keith O’Brien zurückgetreten

  • Aktualisiert am

Zurückgetreten: Der Erzbischof von Edinburgh und Saint Andrews, Kardinal Keith O’Brien Bild: dpa

Wegen „unangemessenen Verhaltens“ ist Kardinal Keith O’Brien zurückgetreten. Benedikt XVI. nahm das Rücktrittsgesuch an. Der Papst selbst ermöglichte unterdessen, dass das Konklave zur Wahl seines eigenen Nachfolgers früher beginnen kann, als die bisherigen Regeln es zuließen.

          Der ranghöchste Würdenträger der katholischen Kirche in Großbritannien, Kardinal Keith O’Brien, ist zurückgetreten. Das teilte die katholische Kirche von Schottland am Montag mit. Papst Benedikt XVI. habe das Rücktrittsgesuch bereits am 18. Februar angenommen, hieß es in der Mitteilung, die auf Berichte über „unangemessenes Verhalten“ O’Briens im Umgang mit Glaubensbrüdern folgte. O’Brien selbst teilte mit, der Papst habe den Rücktritt O’Briens als Erzbischof von Edinburgh und Saint Andrews auf den 25. Februar festgesetzt.

          O’Brien zählte bislang zu den 117 Kardinälen, die an der Wahl eines neuen Papstes nach der Rücktrittsankündigung Papst Benedikts teilnehmen sollten. Er erklärte nun aber, er werde nicht an dem Konklave zur Papstwahl teilnehmen.

          Mehrere Priester erhoben einem Zeitungsbericht zufolge schwere Vorwürfe gegen O’Brien. Dieser habe bei diversen nächtlichen Aktivitäten „unangemessenes Verhalten“ an den Tag gelegt, berichtete die Sonntagszeitung „The Observer“ über eine angebliche Beschwerde an den Vatikan. Demnach geht es um Vorkommnisse vor 33 Jahren, die drei amtierende und ein ehemaliger Priester gemeldet hätten. Er selbst wies die Vorwürfe zurück.

          Der Papst habe den Amtsverzicht unter  Berufung auf den Kirchenrechtskanon 401, Paragraf 1, angenommen,  meldete Radio Vatikan am Montag. Der Paragraf schreibt  Diözesanbischöfen vor, mit Vollendung des 75. Lebensjahres ihren  Rücktritt anzubieten; O’Brien erreicht dieses Alter am 17. März.

          Konklave kann vorgezogen werden

          Ebenfalls am Montag wurde bekannt, dass das Konklave zur Wahl des neuen Papstes früher beginnen kann. Benedikt XVI. hat kurz vor dem Ende seines Pontifikats die entsprechenden Regeln so geändert, dass die Kardinäle jetzt auch schon vor dem 15. März zusammentreten können.

          Ein Bild von Papst Benedikt XVI. am Domforum in Köln
          Ein Bild von Papst Benedikt XVI. am Domforum in Köln : Bild: dpa

          Das Kardinalskollegium könne den Beginn der Papst-Wahl vorziehen, sofern alle Kardinäle in Rom anwesend seien, teilte der Vatikan mit. Das Apostolische Schreiben (Motu proprio) des Papstes legt es damit in die Hand der Kardinäle, das Konklave entgegen der bisherigen Frist bereits vor dem 15. März zu eröffnen.

          In Rom war seit Tagen spekuliert worden, diese Versammlung werde bereits am 10. oder 11. März beginnen. Nach dem Rücktritt Benedikts am kommenden Donnerstag können die Kardinäle darüber entscheiden. Die vorgesehene Frist von 15 bis 20 Tagen nach Beginn der Sedisvakanz („leerer Stuhl Petri“) bis zum Konklave soll wahlberechtigten Kardinälen normalerweise Zeit geben, um aus aller Welt nach Rom zu reisen. Da Benedikt seinen Rücktritt früh angekündigt hatte, können sich die wahlberechtigten Kardinäle auf eine baldige Anreise einstellen

          Quelle: AFP

          Weitere Themen

          Christen in Bangladesch leben in Angst Video-Seite öffnen

          Papstbesuch in Südasien : Christen in Bangladesch leben in Angst

          Papst Franziskus besucht als erstes katholisches Kirchenoberhaupt seit mehr als dreißig Jahren Bangladesch. Für die kleine Gemeinde der katholischen Christen in dem südasiatischen Land wird es immer schwieriger, in dem mehrheitlich muslimischen Land ihren Glauben zu leben, sie fühlt sich zunehmend verfolgt durch islamische Extremisten.

          Der Kindesmissbrauch hatte System

          Australien : Der Kindesmissbrauch hatte System

          Zehntausende australische Kinder waren seit den fünfziger Jahren Opfer sexuellen Missbrauchs. Zu den Tätern gehörten auch Priester, Lehrer und Sporttrainer.

          Wie Bier eine Kirche rettete Video-Seite öffnen

          Ste Kat : Wie Bier eine Kirche rettete

          Eine ehemals prächtige Kirche, die zerfällt. Und ein junger Priester mit einer pfiffigen Idee: Ein Bier zu brauen – für den Erhalt der Kirche und den Zusammenhalt der Gemeinde.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Die provisorische Gedenkstätte für die Opfer des Terroranschlages auf dem Breitscheidplatz in Berlin.

          Behördenversagen : Attentäter Amri stärker überwacht als bekannt

          Neue Hinweise zeigen, wie viel die Behörden dank umfassender Überwachung schon mehr als ein Jahr vor seinem Weihnachtsmarkt-Anschlag über Anis Amri wussten. Warum wurde er nicht festgenommen? Auch dazu gibt es Vermutungen.
          Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner Mitte Dezember in Berlin.

          Sonntagsfrage : FDP und Union verlieren an Zustimmung

          Der Jamaika-Abbruch tat offenbar weder den Liberalen noch der Union gut – zumindest in der jüngsten Umfrage. Von Zweistelligkeit wäre Christian Lindners Partei derzeit ein gutes Stück entfernt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.