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Ende des Pontifikats Amtszeit von Papst Benedikt XVI. beendet

Papst Benedikt XVI. ist nicht länger Oberhaupt der katholischen Kirche. Seine Amtszeit ging an diesem Donnerstag um 20 Uhr zu Ende. Mit dem Hubschrauber verließ er um 17 Uhr den Vatikan nach Castel Gandolfo. Dort verabschiedete er sich mit einem letzten Apostolischen Segen von der Bevölkerung.

© AP/dpa, Reuters Papst Benedikt XVI. hat den Vatikan verlassen

Es war sein letzter Tag im Amt: Nach seiner am 11. Februar verkündeten historischen Entscheidung, den Stuhl Petri zu verlassen, ging die Amtszeit von Papst Benedikt XVI. nach knapp acht Jahren an diesem Donnerstag um 20 Uhr zu Ende. Damit beginnt auch die Zeit der Sedisvakanz („leerer Stuhl Petri“). Er ist der erste Papst der Neuzeit, der von seinem Amt zurücktritt.

Der 85 Jahre alte Papst flog gegen 17 Uhr mit dem Hubschrauber zur päpstlichen Residenz Castel Gandolfo, wo er in den nächsten beiden Monaten als emeritierter Papst wohnen wird. Danach zieht Joseph Ratzinger in ein ehemaliges Kloster in den Vatikanischen Gärten, das für ihn hergerichtet wird.

Am späten Vormittag hatte sich Benedikt in der Sala Clementina des Vatikans von den in Rom anwesenden Kardinälen verabschiedet. Darunter waren bereits viele Purpurträger, die angereist sind, weil sie im März einen neuen Papst wählen müssen. Benedikt betrat unter dem Applaus der Kardinäle den Raum, der Dekan des Kardinalskollegiums. „Unter euch ist auch der künftige Papst, dem ich schon heute meine bedingungslose Ehrerbietung und meinen Gehorsam verspreche“, sagte Benedikt.

Dunkle Momente und der Ruf nach Harmonie

Er habe strahlende Augenblicke erlebt aber auch „Momente, in denen sich Wolken zusammenballten“, sagte der Papst in der Sala Clementina. Er bitte Gott, dass zwischen den Kardinälen „weiter eine tiefe Einheit wachsen möge, damit das Kardinalskollegium wie ein Orchester ist, in dem die unterschiedlichen Ausdrucksformen der Weltkirche in eine höhere und einstimmige Harmonie einstimmen“, und endete mit dem Zitat des katholischen Religionsphilosophen Romano Guardini: Die Kirche sei „keine erfundene
Institution, die am Tisch ausgezirkelt wurde, sondern eine lebendige Wirklichkeit. Sie lebt mit der Zeit auf die Zukunft hin, wie jedes Lebewesen und verändert sich“.

Angelo Sodano, bedankte sich in einer kurzen Ansprache bei Benedikt. Am Nachmittag wollten Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone und Sodano dem scheidenden Pontifex noch im Vatikan verabschieden.

Die Sommerresidenz Eine Statue der Jungfrau Maria im Park: Benedikt XVI. nutzte die Idylle von Castel Gandolfo für Ruhe, Gebet und Kontemplation. © dpa Bilderstrecke 

In Castel Gandolfo südlich von Rom hielt Benedikt am frühen Abend seinen letzten öffentlichen Auftritt ab. Er verabschiedete sich von der Bevölkerung Castel Gandolfos mit einem letzten Apostolischen Segen. „Liebe Freunde, ich bin glücklich, bei euch zu sein, umgeben von der Schönheit der Schöpfung und von eurer Sympathie, die mir sehr gut tut“, sagte Benedikt XVI. „Gehen wir voran, zusammen mit Gott, zum Wohl der Kirche und der Welt.“ Der 85-Jährige wirkte bei seinem letzten öffentlichen Auftritt als Papst erschöpft. Nach dem Segen verabschiedete er sich mit den Worten: „Danke und gute Nacht.“ Die Schließung des Portals der Residenz soll dann um 20 Uhr das symbolische Zeichen für das Ende des Pontifikats sein. Die Schweizer Garde stellt ihren Dienst ein, für die Sicherheit des ehemaligen Kirchenoberhaupt ist dann die Gendarmerie des Vatikans zuständig.

Dankgottesdienste in Deutschland

In Deutschland wurden am Abend in vielen katholischen Kirchen die Glocken geläutet. Außerdem gab es Dankgottesdienste, darunter einen zentralen in der Kathedrale St. Hedwig in Berlin, dem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel beiwohnte. Neben der Kanzlerin nahmen Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) sowie zahlreiche Kabinettskollegen und andere Bundes- und Landespolitiker in den Bankreihen Platz. Die Kammersynphonie Berlin und der Chor der Hedwigs-Kathedrale proben noch einmal das „Kyrie“ aus Mozarts Orgelsolomesse.

Dankgottesdienst für Papst Benedikt XVI © dpa Vergrößern Kanzlerin Merkel beim Dankgottesdienst für Papst Benedikt XVI

Bei seinem bewegenden letzten öffentlichen Auftritt in Rom hatte sich Benedikt am Mittwoch von etwa 150.000 Gläubigen und Touristen verabschiedet. Er dankte in der Generalaudienz allen und sprach von schwierigen Augenblicken in seinem von Krisen geprägten Pontifikat. Am Abend kamen viele Gläubige auf den Petersplatz, um mit Kerzen und Gebeten Abschied von Benedikt zu nehmen.

Am Freitag sollen die Kardinäle in einem Brief aufgefordert werden, sich in Rom zu versammeln. Der Vatikan geht davon aus, dass sich das Kollegium dann Anfang nächster Woche trifft, um die Wahl eines neuen Papstes vorzubereiten. Wann das Konklave beginnt, ist noch offen.

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Quelle: FAZ.NET

 
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