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Der Papst und die Kardinäle Nicht nur Freunde

 ·  Benedikt XVI. meinte es ernst, wenn er von der „Reinheit“ der Kirche sprach. Als Papst hat er seinen Worten Taten folgen lassen: Mit dem Amtsverzicht von Kardinal O’Brien hat das Thema Homosexualität das Kardinalskollegium erreicht.

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Mit dem Amtsverzicht des schottischen Kardinals O’Brien hat ein Thema das Kardinalskollegium erreicht, das zu den bestgehüteten Geheimnissen des katholischen Klerus gehört: Homosexualität. Denn anders als beim Konklave im Jahr 2005 der ehemalige Kardinal-Erzbischof von Boston Bernard Law oder jetzt der emeritierte Kardinal-Erzbischof von Los Angeles Roger Mahony steht O’Brien nicht im Verdacht, sexuelle Gewalt gegenüber Minderjährigen oder Schutzbefohlenen gedeckt oder vertuscht zu haben.

O’Brien sieht sich „nur“ dem Verdacht ausgesetzt, gegenüber jungen Priesteranwärtern übergriffig gewesen zu sein. Doch auch da versteht Papst Benedikt keinen Spaß. Noch in den neunziger Jahren konnte sich der Wiener Kardinal Groër, der mit seinen sexuellen Eskapaden Männer in den Tod getrieben hatte, der Protektion durch engste Mitarbeiter von Johannes Paul II. sicher sein. Doch Benedikt meinte es immer schon ernst, wenn er von der „Reinheit“ der Kirche sprach. Als Papst hat er seinen Worten Taten folgen lassen - und sich gerade unter Kardinälen nicht nur Freunde gemacht.

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Jahrgang 1960, in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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