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Ökumene : Papst ermuntert Christen zur gemeinsamen Kommunion

Papst Franziskus predigt in der Christuskirche: „Papstsein ist wie Pastor“ Bild: dpa

Papst Franziskus predigt in einer lutherischen Kirche frei von der Seele weg. Heraus kommt ein kleines Bekenntnis für mehr Ökumene. Mehr verhinderten die anwesenden Kardinäle.

          Papst Franziskus hat die lutherisch-katholische Ökumene einen wichtigen Schritt vorangetrieben. Bei einer sonntäglichen Abendandacht in der evangelisch-lutherischen Christuskirche in Rom ermutigte er Eheleute aus konfessionell gemischten Ehen, nach Gewissensprüfung gemeinsam an der Kommunion teilzunehmen.

          Jörg Bremer

          Politischer Korrespondent für Italien und den Vatikan mit Sitz in Rom.

          In Beantwortung einer Frage sagte der Papst, es sei nicht seine Kompetenz, gemischten Ehen die gemeinsame Kommunion zu erlauben. Die Betreffenden sollten selber im Gebet zu einer gemeinsamen Haltung dazu finden, wie für sie das Abendmahl eine Stärkung auf dem gemeinsamen Glaubensweg sein könne. „Sprecht mit dem Herrn und geht weiter.“

          Mehr wage er nicht zu sagen, meinte er mit einem lächelnden Blick auf die anwesenden Kardinäle. Allemal aber sei die Welt deutlich besser, als dass sie nur aus Fragen und Regeln bestände. Als Gastgeschenk überreichte der Papst der Gemeinde einen Abendmahlskelch mit der Patene für die Hostie in einem Holzkasten mit dem Wappen des Papstes. Diese Gabe von hoher Symbolkraft ist das übliche Geschenk des Papstes bei einem Besuch in einer anderen Diözese.

          Als Pastor findet er das Glück

          Nun wird der Kelch im Gottesdienst einer lutherischen Kirche eingesetzt werden. Bei seiner Predigt ging der Papst mit keinem Wort auf den vorbereiteten Text aus dem Ökumene-Rat ein. Vielmehr predigte er frei zu dem sonntäglichen Evangelium aus Matthäus über die Gerechten und die Ungerechten, die der Menschensohn dereinst voneinander trenne werde wie der Schäfer die Schafe von den Böcken.

          Dabei würden gewiss Katholiken wie Evangelische zu den Gerechten wie zu den Ungerechten gehören, denn bei beiden gebe es Gute und Schlechte. „Die Trennungslinie verläuft nämlich zwischen jenen Schlechten, die nur für sich selbst leben und jenen, die den anderen dienen.“ Auf die Frage eines Kindes hatte der Papst zuvor geantwortet, auch als Papst gefalle es ihm vor allem, Pastor zu sein: „Papstsein ist wie Pastor“.

          Die Christuskirche der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Rom
          Die Christuskirche der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Rom : Bild: dpa

          Auch er sei gerne bei Kranken, Trauernden und Gefangenen. „Immer wenn ich in ein Gefängnis gehe, frage ich mich: Warum sie? Und nicht ich?“ Wenn ein Papst oder Bischof nicht Pastor sei, könne er „eine wichtige Person sein, intelligent, Einfluss haben in der Gesellschaft – aber im Herzen wird er nicht glücklich sein“.

          Mehr Ökumene als Bedenkenträger

          Schon Johannes Paul II. und Benedikt XVI. hatten die Christuskirche besucht. Auch Benedikt hatte frei gepredigt und die Gemeinsamkeiten zwischen Lutheranern und Katholiken gewürdigt; jetzt aber ließ sich Franziskus bei seinem ersten Besuch als Papst in einer lutherischen Gemeinde auf drei Fragen aus der Gemeinde ein und beantwortete auch diese frei.

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          Herzlich nannte er den Gemeindepfarrer Jens-Martin Kruse „meinen Bruder Pastor“. Schon im Vorhinein hatte sich Franziskus protokollarische Reden von evangelischen Würdenträgern verboten; er wolle das Herz einer jeden Kirche treffen, hatte er gesagt, die Gemeinde. Die Christuskirche schenkte dem Papst einen Adventskranz und die Ausrichtung eines Extra-Abendessens für die Armen, die gemeinhin nur regelmäßig Frühstück erhalten. Pastor Kruse sagte nach der Vigil, der Papst habe deutlich gemacht, dass „es mehr Ökumene geben kann als es Bedenkenträgern“ lieb sein mag.

          Quelle: FAZ.NET

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