Home
http://www.faz.net/-gpf-7harh
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Papst-Appell zum Syrien-Konflikt „Krieg ist immer eine Niederlage für die Menschheit“

Franziskus setzt die moralische Macht seines Amtes gegen die Angriffspläne auf Syrien ein. Krieg schafft keinen Frieden, Versöhnung ist nötig, sagte der Papst in einer Gebetswache.

© REUTERS Vergrößern „Krieg bedeutet immer das Scheitern des Friedens, er ist immer eine Niederlage für die Menschheit“, sagte Franziskus.

Mit einem flammenden Appell vor Zehntausenden Gläubigen hat Papst Franziskus am Samstagabend in Rom ein Ende der Gewalt und des Kriegsgetöses verlangt. Er hatte die Katholiken zu einer zentralen Gebetswache für den Frieden weltweit auf dem Petersplatz aufgerufen. „Möge das Waffenrasseln aufhören! Krieg bedeutet immer das Scheitern des Friedens, er ist immer eine Niederlage für die Menschheit“, sagte er bewegt der Menschenmenge auf dem Platz.

Franziskus rief die Christen, die anderen Religionen und alle Menschen guten Willens nachdrücklich auf: „Gewalt und Krieg sind niemals der Weg des Friedens. Vergebung, Dialog, Versöhnung sind die Worte des Friedens - in der geliebten syrischen Nation, im Vorderen Orient, in der ganzen Welt.“ Er forderte auf der Gebetswache dazu auf, für Frieden zu beten, und kritisierte: „Wir haben unsere Waffen vervollkommnet, unser Gewissen ist eingeschlafen, und wir haben ausgeklügeltere Begründungen gefunden, um uns zu rechtfertigen.“

Pope Francis attends a prayer calling for peace in Syria, in Saint Peter's square at the Vatican © REUTERS Vergrößern Franziskus forderte die Katholiken zu einer zentralen Gebetswache für den Frieden weltweit auf dem Petersplatz auf

Bereits in den vergangenen Wochen hatte Franziskus sich immer wieder für Dialog und Versöhnung in dem Bürgerkriegsland Syrien stark gemacht und einen Militärschlag gegen Damaskus strikt abgelehnt. Wesentlich ist dabei sein Friedensaufruf „Nie wieder Krieg“ vom 1. September: „Wir wollen, dass in unserer von Spaltungen und Konflikten zerrissenen Gesellschaft der Frieden ausbricht.“ Zudem hatte Franziskus in einem Brief an den russischen Präsidenten und Vorsitzenden des G20-Gipfels, Wladimir Putin, dafür geworben, den Bemühungen um Frieden für Syrien eine Chance zu geben.

Der päpstliche Aufruf zum Gebetstag hatte ein starkes Echo ausgelöst, und auch aus den nichtchristlichen Religionen kam dafür viel Zustimmung. Muslime und Juden beteiligten sich an dem Gebet für den Frieden. Der Vatikan wertete die Initiative des Papstes als das „Herzstück“ seines Einsatzes gegen Gewalt und Krieg, so wie Johannes Paul II. einst gegen den Golfkrieg mobil zu machen versucht hatte.

Mehr zum Thema

Quelle: DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Interreligiöses Friedenstreffen Eine Welt in Flammen

In Antwerpen diskutieren religiöse Führer aller Weltreligionen über das Grauen der kriegerischen Gegenwart. Vor allem Vertreter des Islam finden klare Worte gegen die Barbarei islamistischer Terrorgruppen. Mehr

08.09.2014, 17:07 Uhr | Politik
Papst fordert Frieden und geißelt Verschwendung

Papst Franziskus hat in seiner Osterbotschaft die Gewalt in Konfliktgebieten wie Syrien oder der Ukraine angeprangert und Frieden gefordert. Wir bitten dich, glorreicher Jesus, lass alle Kriege, jede große oder kleine, alte oder neue Feindseligkeit aufhören, sagte er vor rund 150.000 Gläubigen auf dem Petersplatz. Mehr

20.04.2014, 18:51 Uhr | Aktuell
Katholische Kirche Der Kampf um Rom hat erst begonnen

Wie Papst Franziskus und einige Gleichgesinnte die Irrwege der kirchlichen Lehre von Ehe und Familie nach dem II. Vatikanischen Konzil korrigieren wollen. Mehr

03.09.2014, 21:53 Uhr | Politik
Franziskus fordert Mafiosi zur Umkehr auf

Papst Franziskus hat für die Opfer des organisierten Verbrechens gebetet und Mafiosi zur Umkehr aufgefordert. Ändert euer Leben, bitte, bekehrt euch, hört auf, Böses zu tun, sagte Franziskus am Freitag an die Adresse der Mafiosi gerichtet, ganz so, wie es 1993 schon Johannes Paul II. getan hatte. Mehr

22.03.2014, 14:15 Uhr | Aktuell
Die Reformen von Papst Franziskus Umbau im Vatikan

Eine Sommerpause hat er sich nicht gegönnt, im Gegenteil: Papst Franziskus treibt seine Reform der Kurie voran und hat einige Posten neu besetzt. Um die Kirchenfinanzen kümmert sich nun ein ehemaliger Rugby-Profi. Mehr

06.09.2014, 20:29 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 07.09.2013, 21:05 Uhr

Keine Alternative

Von Günter Bannas

Viele in der CDU kritisieren die Parteiführung für ihren Kurs gegenüber der AfD - und haben selbst keine Antwort auf sie. In der Merkel-CDU fehlen die Charakterköpfe, die durch Kraftmeierei die politischen Ränder binden könnten. Mehr 99 31

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden