Home
http://www.faz.net/-gpf-rv6k
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Palästinenserwahl Wahlkommission bestätigt absolute Mehrheit für Hamas

26.01.2006 ·  Die Wahlkommission bestätigt, daß die radikalislamische Hamas bei den Wahlen in den Palästinensergebieten die absolute Mehrheit gewonnen hat. Sie erhält 76 der 132 Sitze, auf die bislang regierende Fatah-Bewegung entfallen nur noch 43 Sitze.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Wie die Wahlkommission am Donnerstag in Ramallah nach Auszählung von etwa 95 Prozent der abgegebenen Stimmen mitteilte, errang die radikal-islamische Hamas-Bewegung mit 76 der 132 Sitze eine absolute Mehrheit im Abgeordnetenhaus der Palästinenser. Die bisher regierende Fatah erlitt eine schmerzliche Niederlage und kommt nur noch auf 43 Sitze.

Der palästinensische Regierungschef Ahmad Qurei hatte schon vor Bekanntgabe des vorläufigen Ergebnisses seinen Rücktritt erklärt. Vor seinem Büro in Ramallah sagte er, damit mache er den Weg zur Nominierung eines neuen Ministerpräsidenten frei. Präsident Mahmud Abbas rief nach der Niederlage der Fatah zur Ruhe und Anerkennung der Parlamentswahl auf.

Der amtierende israelische Regierungschef Ehud Olmert berief am Abend eine Dringlichkeitssitzung seines Kabinetts ein, um über das Ergebnis der palästinensischen Wahl zu beraten. Israel hatte angekündigt, sich bei einer Regierungsübernahme der Hamas von allen Verpflichtungen gegenüber den Palästinenser loszusagen.

Bei der Wahl konnten kleinere Parteien und unabhängige Kandidaten nur wenige Mandate erringen. Die Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) erhält drei Sitze. Auf jeweils zwei Mandate kommen die Alternative, die Liste Unabhängiges Palästina von Mustafa Barguti und der Dritte Weg von Salam Fajad. Vier weitere Politiker ziehen als unabhängige Kandidaten in das neue Parlament ein.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Die Wahl der Ägypter

Von Wolfgang Günter Lerch

Die Ägypter haben sich in der ersten Runde der Präsidentenwahl für Kandidaten entschieden, die für Sicherheit stehen. Denn seit dem Sturz Mubaraks hat die öffentliche Ordnung im Land gelitten. Mehr